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Korrekte Anwendung der USt. Richtlinien

| 25.02.2021 08:43 |
Preis: 68,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


11:02
Sehr geehrte Damen und Herren,

mir stellt sich folgender Sachverhalt:

Ich arbeite als Filmkomponist im internationalen Raum. Nun erhalte ich einen Auftrag eines Unternehmenskunden aus den USA. Nehmen wir an, dass sich das Honorar, für diesen Fall, auf 25.000€ bemisst. Da ich ein Musikalisches Werk erschaffe, welches nach §3 Abs. 1 UStG. nicht geliefert werden kann, würde für mich der Abschnitt 3a.12. Abs. 1 sowie Abs. 3 Nr. 6 UStAE. Anwendung finden. Da der Kunde in den USA sitzt wäre auch eine, im Inland nicht steuerbare, sonstige Leistung gegeben. Daher ist die Rechnung mit 0% USt. zu stellen. Der §4 Nr.1 a) greift jedoch nur bei Ausfuhrlieferungen.

Es stellen sich mir also Folgende Fragen:

1) Kann die Rechnung dennoch steuerfrei, mit dem Verweis auf den §4 Nr.1 a), gestellt werden oder findet hier ein anderer Paragraf Anwendung? Sofern tatsächlich eine Ausfuhr nach §4 Nr.1 a) vorliegt stellt sich noch die Frage des Nachweises.
2) Da bei Ausfuhrlieferungen ein Verweis auf den §4 Nr.1 a) auf der Rechnung zu vermerken ist, würde mich hier interessieren, ob ein solcher Verweis auch in meinem Fall Anwendung findet.

Sollte sich nun der Kunde im übrigen Gemeinschaftsgebiet befinden, kann auch hier eine Rechnung mit 0% Umsatzsteuer gestellt werden, sofern der Abnehmer nach §6a Abs. 1 Nr.2 a) und b) eine, im anderen Mitgliedsstaat Umsatzsteuerlich erfasste, juristische Person oder ein […] Unternehmer ist und auf der Rechnung ein Verweis der Umkehr der Steuerschuldnerschaft nach §13b UStG. enthalten ist. Die Zusammenfassende Meldung nach §18a UStG. wird berücksichtigt. Ist dies so korrekt dargestellt?

Der letzte Punkt wäre noch die Anwendung im übrigen Gemeinschaftsgebiet bei Leistung an Privatpersonen. Dort würde ich dann die Deutsche Umsatzsteuer so lange anwenden, bis die Schwelle des jeweiligen Landes, mit der nächsten Leistung, überschritten wäre. Sollte die Lieferschwelle überschritten werden, wäre eine Bestellung eines dort ansässigen Fiskalvertreters von Nöten, wobei hier auch die Anwendung des „MOSS" bzw. ab 01.07.2021 des „OSS" Verfahrens Anwendung finden kann, sofern es nicht die grenzen des Verfahrens überschreitet. Kann auch dies so beschrieben werden?

Ich danke Ihnen für die Bearbeitung meines Anliegens.

Mit freundlichen Grüßen
25.02.2021 | 09:28

Antwort

von


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52070 Aachen
Tel: 0241 - 53809948
Web: http://www.rechtsanwalt-andreaswehle.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Sie bringen hier etwas durcheinander.

Die Prüfung der Steuerbarkeit des unternehmerischen Umsatzes beginnt mit § 1 UStG.
Danach unterliegen der Umsatzsteuer Umsätze aus Lieferungen und Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt. …

Sie erbringen eine sonstige Leistung, so dass nach § 3a UStG der Ort der Leistung zu ermitteln ist.
Der Leistungsempfänger ist Unternehmer in den USA (bitte nehmen Sie Unterlagen mit in Ihre Buchhaltung, die diese Unternehmereigenschaft zum Zeitpunkt der Leistung in geeigneter Weise nachweisen können), so dass wir bereits in Anwendung der Regelung in § 3a Abs. 2 S. 1 UStG zu dem Schluss kommen, dass die Leistung am Sitz des unternehmerisch tätigen Leistungsempfängers in den USA erbracht wird.

Die Voraussetzungen für eine Steuerbarkeit im Inland nach § 1 UStG ist somit schon nicht gegeben, so dass die Umsätze aus der in den USA erbrachten Leistungen in Deutschland nicht steuerbar sind.

Von der Frage der Steuerbarkeit ist die Frage der Steuerfreiheit zu trennen. Steuerfrei kann etwas nur sein, das steuerbar ist. § 4 UStG findet hier also keine Anwendungsgrundlage.

Unter Ihrer Rechnung an den Unternehmer in den USA ist der Hinweis „Leistungsort nach § 3a Abs. 2 UStG nicht im Inland. Leistung ist im Inland nicht steuerbar." aufzuführen.

Bei einem Unternehmenskunden im Gemeinschaftsgebiet gilt grundsätzlich das Gleiche, nur dass hier der Hinweis auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers und das Umsatzsteuer-Reverse-Verfahren ggf. sogar in der Landessprache des Leistungsempfängers zu erfolgen hat.

Bei privaten Kunden im Gemeinschaftsgebiet gilt das von Ihnen Beschriebene. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe
Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen


Rechtsanwalt Andreas Wehle

Rückfrage vom Fragesteller 25.02.2021 | 10:48

Sehr geehrter Herr Wehle,

damit sind meine Fragen perfekt beantwortet und ich bedanke mich für Ihre schnelle umfassende Antwort.

Besten Dank,

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25.02.2021 | 11:02

Sehr geehrter Fragesteller.,

vielen Dank für Ihre Bewertung.

Bei der Gelegenheit möchte ich noch darauf hinweisen, dass so sie Ihre Leistung in Drittstaaten für Nicht-Unternehmer anbieten, diese wegen § 3a Abs. 5 UStG ebenfalls am Wohnsitz des Leistungsempfängers als ausgeführt gilt und daher auch diese Leistung nicht steuerbar im Inland ist.

Mit freundlichen Grüßen

RA A. Wehle /Aachen

Bewertung des Fragestellers 25.02.2021 | 10:49

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