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GmbH Anteile und Privateigentum verkaufen an eigene, zu gründende Offshore Firma?

01.06.2012 11:02 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Mack


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich trage mich mit dem Gedanken, eine Offshore Company zu gründen.

a) möchte ich Anteile an einer GmbH (an der ich 30 % besitze) an diese Offshore Company veräußern. Ich verspreche mir davon einerseits, dass mein Name nicht mehr im Handelsregisterauszug einsehbar ist, andererseits verspreche ich mir Schutz meiner Anteile für den Fall, dass ich mit einer anderen GmbH Insolvent gehen sollte - oder gar privat.

b) Nach gleichem Muster könnte ich mir vorstellen, meinen Immobilienbesitz an eine solche ausländische Firma zu verkaufen oder aber dieser Firma ein erstrangige Grundschuld einzutragen.

c) könnte ich mir vorstellen, mit dieser Firma in Zukunft mehr von meinen Geschäften abzuwickeln (insbes. Online Geschäften ohne physikalischen Warenversand, verkauft werden Zugänge zu einem seriösen Onlineservice). Das erwirtschaftete Geld müsste nicht nach Deutschland fließen (Ich habe in D auch so mein Auskommen). Es könnte auf einem anonymen Konto verbleiben bzw auf dem Firmenkonto und von der Firma verwaltet werden.

Nun meine Frage:
Wie sind meine Ideen machbar und überhaupt realisierbar bzw empfehlenswert? Und wenn ja, kann eine Empfehlung für den Standort einer Offshore Company ausgeprochen werden? Ich möchte mich ungern auf den Rat der unzähligen Webseiten verlassen. Die einmaligen Gründungskosten sollten zudem nicht mehrere tausend Euro betragen. Betriebskosten bis zu 1000€ pA wären aktzeptabel.

Ich würde mich freuen, wenn mir jemand weiterhelfen könnte

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung kann durch Ihre Anfrage nicht ersetzt werden.

Dies vorausgeschickt möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Ihre Absicht Vermögenswerte für den Fall einer Insolvenz schützen zu wollen ist natürlich verständlich.

Wenn Sie jedoch fragen, ob das von Ihnen angedachte Vorgehen empfehlenswert ist, dann kann dies aus juristischer Sicht nur mit einem klaren „Nein" beantwortet werden.

Ausgangspunkt sind die Regelungen des Insolvenzrechts. Gemäß §§ 20,97 InsO hat der Schuldner im Insolvenzfall umfangreiche Auskunft über die Vermögenslage zu geben, bzw. ein Vermögensverzeichnis anzufertigen.
Darüber hinaus kann das Gericht auch eidesstattliche Auskunft gemäß § 98 InsO verlangen.

Gemäß § 283 StGB wird das Verheimlichen bzw. beiseite schaffen von Vermögenswerten im Insolvenzverfahren mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren bestraft.

Wenn Sie also wie beschrieben z.B. Ihren Immobilienbesitz an eine Offshore Company verkaufen, deren alleiniger Eigentümer Sie dann wiederum sind, ändert dies grundsätzlich nichts an der tatsächlichen Vermögenslage.

Wenn Sie z.B. in eine Privatinsolvenz geraten, wären Sie nach den o.g. Vorschriften trotzdem verpflichtet diese Vermögenswerte anzugeben.

Daher kann ich Ihnen aus juristischer Sicht nur von derartigen Konstruktionen nur abraten und sich auf die erlaubten Haftungsbeschränkungen etwa des GmbH-Rechts zu konzentrieren.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für eine weitergehende Beratung und Vertretung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.
Sie können mich bei weiteren Fragen auch über die angegebene E-mail Adresse kontaktieren.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und verbleibe mit freundlichen Grüßen


Thomas Mack
Rechtsanwalt


________________________________________________________
Rechtsanwalt Thomas Mack
Throner Str. 3
60385 Frankfurt a.M.
Tel.: 0049-69-4691701
E-mail: tsmack@t-online.de


Rückfrage vom Fragesteller 01.06.2012 | 13:17

Sehr geehrter Herr Mack,
vielen Dank für Ihre Antwort

Ihre Antwort beantwortet einen Teilaspekt, aber läßt den Kern meiner Frage komplett außer Acht (ist dies machbar, wo etc). Lediglich auf den Aspekt des "empfehlenswertens" geht die Beantwortung ein.

Dies hilft mir leider nicht und entspricht auch nicht meinen Erwartungen angesichts des ausgesprochenen Budgets.

Ich würde Sie bitte, konkreter auf die Fragestellung einzugehen.

Vielen Dank für Ihre Mühe

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 01.06.2012 | 14:02

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne möchte ich Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

Zunächst ist zu sagen: Die Fragestellung war „Ist dies realisierbar bzw. empfehlenswert ? Und wenn ja...."

Nach dem Vorgesagten, ist es aus juristischer Sicht nicht möglich/empfehlenswert, das Vermögen mit dieser Konstruktion der Insolvenzmasse entziehen zu wollen. Anderenfalls würden Sie sich strafbar machen.

Natürlich gibt es die Möglichkeiten Offshore-Unternehmen zu gründen.
Die bekannten Standorte mit besonders vorteilhaften Steuergesetzen haben in der Regel sehr niedrige Kosten.
So ist etwa in den Cayman-Islands abhängig von den konkreten Details lediglich eine jährliche Gebühr von ca. 400 – 900 US $ zu bezahlen.

Da sich in den betreffenden Ländern eine Vielzahl von Unternehmen auf Firmengründungen spezialisiert haben gibt es eine entsprechende Konkurrenz. Daher können entsprechende Gründungen für relativ geringe Gebühren von etwa 1500-2000 US$ durchgeführt werden.
Die Cayman-Islands sind britisches Überseegebiet mit entsprechender Rechtssicherheit.

Ich hoffe ich konnte Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 01.06.2012 2,8/5,0
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