Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ebay KFZ Verkauf


19.01.2006 23:10 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Ich habe im Herbst 2005 ein Golf bei einem Händler für 1700.-€ gekauft Bj 1992. Es war für meinen jüngeren Bruder gedacht das ich finazieren sollte. Leider hat er die erforderliche MPU nicht geschafft und ich habe den Wagen dann bei ebay zum verkauf eingestellt. ( Der Wagen wurde nie gefahren oder angemeldet-steht seit dem Kauf auf meinem Parkplatz an meinem Büro).

Ich habe den Wagen bei Ebay wie folgt eingestellt

Daten Bj 1992 Km ca 185000 etc.
Golf Gt Spez, Fahrersitz leicht abgeschürft sonst normale Gebrauchspuren.Das Auto steht in xxxxxx und mus innerhalb 5 Tagen nach Auktionende angeholt werden.Fahrzeug wird privat ohne Garantie und unter Ausschluß jeder Gewährleistung verkauft.

Durch unachtsamkeit stand unter :
Angaben des Verkäufers zur Rücknahme: der Bieter kann innerhalb 14 Tagen von seinem Widerrufsrecht gebrauch machen.


7.1.2006 war Auktionende mit 1100.-€. Der Käufer aus ca 500 km hat sich Brief, Schlüssel gegen Bezahlung an meiner Tankstelle geholt und ist dann mit dem wagen heim gefahren. Ich war im Ausland als der Käufer kam und konnt nicht persönlich übergeben.
Nach 2-3 Tagen nach der Baholung meldete sich der Käufer und beschimpfte mich weil ich Ihn bewusst betrogen habe.Der Wagen hätte viele Mängel und er wolle es zurück geben und es könne nicht sein das der wagen tüv bekomme habe und er wolle zusätzlich 500.-€ für seine Unkosten. Ich habe ihm erklärt das ich schon schwer herzens den wagen für nur 1100.-€ hergegeben habe obwohl ich 1700.-€ gezahlt. Und nun soll ich noch 500.-€ drauf legen. Ich habe Ihm erklärt das ich den wagen gerne zurück nehme und ihm den kaufpreis erstatte aber keine 500.-€ für seine spesen und er muß den wagen bringen.

Nach 3 Tagen hat er wieder angerufen und fragte wann ich den wagen abholen würde. Ich sagte ihm das ich den wagen nicht selbst hole, er es aber bringen kann und ich gebe ihm den kaufpreis zurück aber keinen cent mehr. Er teilte mir am telefon mit das er habe ja ein widerrufsrecht laut ebay. Das muß ich aus Versehen beim Einstellen des Wagens bei Ebay falsch gemacht haben.

Heute habe ich per Einschreiben Post vom Käufer bekommen mit folgendem Text

Sehr ggeee....

hiermit mache ich von meinem Widerrufsrecht gemäss Ebay (Artiekel ......) gebrauch . der von Ihnen angebotene artikel entspricht nicht ihrer beschreibung und ist nicht in dem von ihnen angebotenen zustand.

Ich fordere sie auf den kaufpreis in höhe von 1100.-€ zusätzlich der mir entstandenen Kosten in Höhe von 320,80 € bis zum 23 Januar 2006 auf das folgendes Konto zu überweisen.


Konto .....

Der Artikel steht zur Abholung bereit. Sollten Sie die Frist zur Zahlung nicht einhalten werde ich unverzüglich rechtliche Schritte gegen Sie einleiten.
mfg

....


Am Telefon hat mir der Käufer 2 mal angedroht eine strafanzeige wegen betrug und tachomanupulation( Nach seiner Meinung würde Tachostand nicht stimmen)anzeigen und mih würde das alles viell mehr kosten.
Ich habe das Auto nach besten Gewissen beschrieben. Bin das Auto nie gefahren.
Durch meinen Fehler mit einstellen zur rückgabe denke ich das ich den wagen zurück nehmen muß. Ber muß ich ihn die kosten dann auch bezahlen. Sonst lese ich bei ebay immer das ich die kosten vom Verkäufer übernehmen mus wenn ich von meinem widerrufsrecht gerbauch mache.

Ich habe vor dem Käufer schriftlich mitzuteilen das ich bereit bin den wagen zurück zu nehmen aber keine kosten von ihm übernehmen und er den wagen bringen muß bis zu 7 Tage Frist( Kann ich Ihm meine ebaykosten in rechnung stellen?)

Also meine Frage ist muß ich den wagen zurück nehmen?( würde ich sogar gerne bei so geringem Preis, möchte aber keine 1000km fahren habe keine zeit dafür bin selbst.) Und muß ich Ihm seine KOsten bezahlen oder muß er meine ebaykosten bezahlen ca 100.-€ ??

Was raten Sie mir oder was soll ich dem schreiben.

Oder kann ich schreiben das ich den wagen nur für meinen bruder eingestellt habe und befreit mich das dann ?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

Ihre Rechtsfrage ist nicht ganz leicht zu beantworten.

1.
Nachdem ich hier von einem reinen Privatverkauf ausgehe und somit ein wirksam vereinbarter Haftungsausschluss vorliegt, kann sich der Käufer im Rahmen der Gewährleistung zunächst nur auf arglistige Täuschung oder die Übernahme einer Garantie berufen, um den Vertrag rückgängig machen und letztlich auch um Schadensersatz verlangen zu können.

Ein entsprechender Nachweis dürfte ihm nicht gelingen. Wenn z.B. der Kilometerstand manipuliert worden sein sollte, dann ja nach Ihrer Schilderung schon bevor Sie den Pkw besessen haben. Entsprechendes gilt für die in Zweifel gezogene TÜV-Tauglichkeit.

2.a
Dem Käufer bleibt somit nur das Widerrufsrecht, wobei fraglich ist, wie dieses rechtlich überhaupt einzuordnen ist.

Ein Widerrufsrecht kraft Gesetzes besteht – wie Sie sicherlich wissen – grundsätzlich nur bei Verträgen zwischen Unternehmern und Verbrauchern.
Dies verhindert aber nicht, dass im Rahmen der Vertragsfreiheit auch zwischen Verbrauchern Vereinbarungen möglich und zulässig sind, die über gesetzliche Einschränkungen hinausgehen.

An der Einräumung eines Widerrufsrechts werden Sie sich hier also grundsätzlich festhalten lassen müssen. (Siehe aber unten Punkt 2.c).

Allerdings gelten nicht die gesetzlichen Voraussetzungen z.B. des § 312d BGB, sondern es ist der Vertragsinhalt und der Wille der Parteien zu ermitteln, um die rechtlichen Folgen des hier bereits erfolgten Widerrufs festlegen zu können.

2.b
Da hier keine gegenteiligen Anhaltspunkte vorhanden sind, wird ein „normales“ Rücktrittsrecht, nur dass eben keine bestimmten Voraussetzungen hierfür erfüllt sein müssen (Vertragsverletzung, Gewährleistung, etc.), anzunehmen sein.

Hiernach wären Sie verpflichtet, den Pkw abzuholen, da gemäß § 346 Abs. 1 BGB nur Herausgabe geschuldet ist, nicht Versendung.

Auf der anderen Seite hätte der Käufer allein auf der Grundlage der Vertragsauflösung keine Rechte darauf, Sie wegen seiner Auslagen oder wegen Schadensersatz in Anspruch zu nehmen.
Bezüglich der Auslagen könnte der Käufer im Prinzip diese nur herausverlangen, soweit sie in Ihrem Interesse getätigt wurden.
Schadensersatzansprüche aus Vertragsverletzung sehe ich hier nicht.

2.c
Es wäre hier an eine Anfechtung Ihrer Willenserklärung wegen Irrtums (§ 119 BGB) bezüglich der Einräumung des Widerrufsrechts zu denken, da Sie ersichtlich eine solche Erklärung nicht abgeben wollten – im Streitfall wären Sie hierfür aber voll in der Beweislast.

Ohne Bestehen eines Widerrufsrechts sind Sie nicht in der Pflicht. Der Käufer müsste Ihnen dann schon ein vorsätzliches oder zumindest grob fahrlässiges Handeln nachweisen.

3. Fazit:
Sie sollten gegenüber dem Käufer in dem von Ihnen vorbereiteten Schreiben (Einschreiben/Rückschein!) die für Sie sprechenden Argumente anführen und auf Ihrem Standpunkt beharren. Vor allem stellen Sie bitte klar, dass alle Zugeständnisse Ihrerseits rein freiwillig erfolgen.

Gleichzeitig erklären Sie die Anfechtung bezüglich der Vereinbarung eines Widerrufsrechts.
Sie stützen sich hierbei darauf, dass die Vereinbarung eines Widerrufsrechts beim Privatverkauf nicht üblich ist, dass diese ausdrücklich nicht gewollt und offensichtlich nur versehentlich in das Angebot eingefügt wurde und dass eine solche Vereinbarung im offensichtlichen Widerspruch zu dem Haftungsausschluss steht, der ja nur im Rahmen des Privatverkaufs so rechtlich möglich ist.

Soweit Sie die Angelegenheit alleine bewältigen wollen, könnten Sie z.B. „im Wege der Kulanz“ anbieten, den Pkw abzuholen, im Gegenzug aber nur den Kaufpreis zu leisten – Zug um Zug. Verhandlungsspielraum für eine Einigung könnten Sie aus Ihren getätigten Auslagen gewinnen.

Wenn sich die Gegenseite hierauf einlässt, lassen Sie es sich schriftlich geben.

Sollten im Verlauf dieser Angelegenheit noch Probleme auftauchen, stehe ich Ihnen gerne für eine weitere Beratung oder Vertretung zur Verfügung.
Zunächst haben Sie aber die Möglichkeit, im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „frag-einen-anwalt.de“ Verständnisfragen zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER