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Arbeitszeithöchstgrenze Österreich

11.02.2015 20:34 |
Preis: ***,00 € |

Internationales Recht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.


Zusammenfassung: Überschreitung der zulässigen Höchstarbeitszeit im Doppelarbeitsverhältnis führt zur Nichtigkeit des 2. Arbeitsvertrages und dessen außerordentlichen Kündigung

Guten Tag,

ich bin momentan in zwei Arbeitsverhältnissen unbefristet angestellt, einmal in Österreich als Dozent an einer Hochschule (ich habe Gleitzeit und darf auch von zuhause aus arbeiten) und einmal in Deutschland. Ich würde gerne sowohl in A als auch in D jeweils 60% arbeiten. Ist dies vom Arbeitszeitgesetz in Österreich erlaubt. Falls dies problematisch sein sollte, kann ich etwas tun, damit dies möglich wird?

Danke für Ihre Antwort

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Ist dies vom Arbeitszeitgesetz in Österreich erlaubt.

Ja, aber man muss auch evtl. Regelungen zu Nebentätigkeiten im Arbeitsvertrag oder evtl. im Tarifvertrag beachten, etwa Zustimmung des Arbeitgebers

2. Falls dies problematisch sein sollte, kann ich etwas tun, damit dies möglich wird?

Es kann wegen Überschreitung der Höchstgrenzen der Arbeitszeit (Deutschland 48 Stunden, Österreich 50 Stunden wöchentlich, Ausnahmen s.u.) problematisch sein.
Wird bei einem Doppelarbeitsverhältnis im zweiten Arbeitsverhältnis (d.h. später begründetes) unter Berücksichtigung der im ersten Arbeitsverhältnis vereinbarten Arbeitszeit die gesetzlich zulässige Höchstarbeitszeit wöchentlich überschritten, so ist das zweite Arbeitsverhältnis in vollem Umfange nichtig. Der Arbeitgeber kann Ihnen im 2. Arbeitsverhältnis außerordentlich kündigen. Sie müssen Ihre Arbeitszeit entsprechen den nachstehenden Regelungen vereinbaren.



I.Für Österreich gilt:

Die Tagesarbeitszeit darf zehn Stunden und die Wochenarbeitszeit 50 Stunden nicht überschreiten.

§ 9 AZG Höchstgrenzen der Arbeitszeit (http://www.jusline.at/9_H%C3%B6chstgrenzen_der_Arbeitszeit_AZG.html)
(1) Die Tagesarbeitszeit darf zehn Stunden und die Wochenarbeitszeit 50 Stunden nicht überschreiten, sofern die Abs. 2 bis 4 nicht anderes bestimmen. Diese Höchstgrenzen der Arbeitszeit dürfen auch beim Zusammentreffen einer anderen Verteilung der wöchentlichen Normalarbeitszeit mit Arbeitszeitverlängerungen nicht überschritten werden.
(2) Die Tagesarbeitszeit darf im Falle des § 13b Abs. 2 und 3 (Verlängerung der Arbeitszeit für Lenker) zehn Stunden überschreiten und in den Fällen der §§ 4a Abs. 3 und 4 (Normalarbeitszeit bei Schichtarbeit), 5 (Arbeitsbereitschaft), 5a (besondere Erholungsmöglichkeiten), 7 Abs. 3 bis 6 (erhöhter Arbeitsbedarf),8 Abs. 2 und 4 (Vor- und Abschlussarbeiten), 18 Abs. 2 (Betriebe des öffentlichen Verkehrs) und 19a Abs. 2 (Apotheken) zehn Stunden insoweit überschreiten, als dies nach diesen Bestimmungen zulässig ist.
(3) Die Wochenarbeitszeit darf im Fall des § 4c (Dekadenarbeit) 50 Stunden überschreiten und in den Fällen der §§ 4a Abs. 4 (Schichtarbeit), 5 (Arbeitsbereitschaft), 5a (besondere Erholungsmöglichkeiten), 7 Abs. 2 bis 5 (erhöhter Arbeitsbedarf), 13b Abs. 2 und 3 (Verlängerung der Arbeitszeit für Lenker), 18 Abs. 3 (Betriebe des öffentlichen Verkehrs) und 19a Abs. 2 und 6 (Apotheken) 50 Stunden insoweit überschreiten, als dies nach diesen Bestimmungen zulässig ist.
(4) Ist nach den Bestimmungen dieses Bundesgesetzes eine Wochenarbeitszeit von mehr als 48 Stunden zulässig, darf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit innerhalb eines Durchrechnungszeitraumes von 17 Wochen 48 Stunden nicht überschreiten. Der Kollektivvertrag kann eine Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes bis auf 26 Wochen zulassen. Der Kollektivvertrag kann eine Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes bis auf 52 Wochen bei Vorliegen von technischen oder arbeitsorganisatorischen Gründen zulassen.


II. Für Deutschland gilt:

1. § 3 ArbZG regelt die gesetzlichen Höchstarbeitszeiten. Die werktägliche Arbeitszeit darf gemäß § 3 S. 1 ArbZG 8 Stunden nicht überschreiten. Die gesetzliche Höchstarbeitszeit beträgt damit 6 × 8 Stunden = 48 Wochen-Stunden. Dies ist im Jahr für 48 Wochen zulässig (52 Jahreswochen abzüglich 4 Wochen gesetzlicher Urlaub). Dementsprechend ist eine maximale Arbeitszeit von 2304 Stunden zulässig.


2. Sie kann allerdings bis zu 10 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten (26 Wochen) oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden werktäglich nicht überschritten werden (§ 3 S. 2 ArbZG). Werktage sind alle Tage, die nicht Sonn- oder Feiertag sind.

Man kann frei entscheiden, ob man den Ausgleichszeitraum von 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen wählt.


Die Arbeitszeit kann bis zu 60 Stunden wöchentlich erhöht werden, falls ein Ausgleich innerhalb des gesetzlichen Ausgleichszeitraums so möglich ist, dass die durchschnittliche Arbeitszeit werktäglich 8 Stunden beträgt.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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