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Ersitzung eines Grundstücka in Österreich

26.10.2013 20:48 |
Preis: ***,00 € |

Internationales Recht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Anja Merkel, LL.M.


Zusammenfassung: Grundstücksgrenzen werden rechtssicher im so genannten Grenzkataster eingetragen. Liegt eine Eintragung vor, so gilt diese Grundstücksgrenze. Eine Grundstücksersitzung führt in Österreich durch qualifizierten Besitz nach 30 Jahren zum Rechtserwerb. Eine Ersitzung ist jedoch ausgeschlossen, wenn...

Hallo,

folgende Situation:
Ich habe ein Haus samt Grunstück in Tirol erworben. Da eine Gartenhütte errichtet werden sollte, wurde das Grundstück vermessen. Hierbei hat sich herausgestellt, dass die Grundstücksgrenzen ziemlich genau so liegen, wie der Zaun läuft (also der tatsächlichen Nutzung entsprechen) und es auch eine Vermessung aus den 70er Jahren gibt, in der diese so aufgezeichnet sind.
Im Grundbuch liegen die Grenzen jedoch z.T. einige Meter verschoben- es wurden also im Grundbuch nie die korrekten Grenzen eingetragen.

Die Frage ist nun, wem gehört was? Habe ich den Teil, der falsch im Grundbuch ist und somit laut Grundbuch dem Nachbarn gehört, ersessen weil das schon seit 1973 falsch im Grundbuch ist?
Oder gehört es mir so, wie es im Grundbuch ist - obwohl das laut Plan eigentlich falsch ist?
Wenn dem so ist, muss ich dann den Zaun entsprechend ändern?

Vielen Dank

Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste rechtliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen. Ihre Fragen beantworte ich hinsichtlich Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes folgendermaßen.


1. Die Frage ist nun, wem gehört was?
Grundstücksgrenzen werden rechtssicher im so genannten Grenzkataster eingetragen. Liegt eine Eintragung vor, so gilt diese Grundstücksgrenze.
Ob es eine Eintragung im Grenzkataster gibt, erkennen Sie am Vermerk „G" im Grundbuch. Dann sollten Sie bei der Gemeinde um Einsichtnahme bitten.

2. Habe ich den Teil, der falsch im Grundbuch ist und somit laut Grundbuch dem Nachbarn gehört, ersessen weil das schon seit 1973 falsch im Grundbuch ist?
Eine Grundstücksersitzung führt in Österreich durch qualifizierten Besitz nach 30 Jahren zum Rechtserwerb. Wird der gegenständlich Grundstücksstreifen also seit 30 Jahren genutzt, so wäre eine Ersitzung eingetreten, so dass Sie Eigentümer des Grundstücksstreifen sind.

Eine Ersitzung ist jedoch ausgeschlossen, wenn die Grundstücksgrenze im Grundstückskataster in der Art und Weise eingetragen ist, dass die Grenze so verläuft, wie im Grundbuch eingetragen, vgl. § 50 VermG.


3. Oder gehört es mir so, wie es im Grundbuch ist - obwohl das laut Plan eigentlich falsch ist?
Nur dann, wenn im Grenzkataster die Grundbuchgrenze eingetragen ist. Dann konnten Sie die Grenzstreifen nicht ersitzen und wären damit auch nicht Eigentümer geworden.

4. Wenn dem so ist, muss ich dann den Zaun entsprechend ändern?
Werden Sie vom Eigentümer dazu aufgefordert, ja.


Fazit:
Um Klarheit zu erlangen benötigen Sie die Information aus dem Grenzkataster der Gemeinde, da nur diese Grenze rechtssicher gilt und auch nicht durch Ersitzung „verschoben" werden kann. Möglicherweise wurde im Rahmen der von Ihnen angesprochenen Vermessung in den 70er Jahren auch die Grenze im Grenzkataster eingetragen.



Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Beste Grüße

Anja Merkel, LL.M.
Rechtsanwältin

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