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Arbeitsunfall - Folgeschäden/Schmerzensgeld??

25.04.2010 13:13 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


hallo... ich hatte am 15. april einen arbeitsunfall der sich wie folgt zugetragen hat. ich arbeite bei einem reifenhersteller und war an meiner maschine wo ich grade einen reifen auf das förderband legen wollte. aus den augenwinkel sah ich grade noch wie dem gabelstaplerfahrer 3 volle paletten mit einer gesamthöhe von ca 4.50m von der gabel rutschten. die paletten sind sind ca. 150 mal 15o cm grundfäche bestehen aus eisen und habe vier seitliche eisenstangen. auf diesen paletten werden dann die reifen gestapelt. die eisenstangen dienen der befestigng der reifen und damit man die paletten aufeinander stapen kann. es dürfen eigentlich immer nur 2 davon gestapelt gefahren werden!
ich konnte mich noch irgendwie drehen und sah dann schon alles auf mich kippen und einschlagen.
ich habe etliche prellungen ( Kopf, Arm,Ohr;linkes fußgelenk, alles halb so tragisch im nachhinein)ich habe unverschämtes glück gehabt das ich nicht alles in den rücken oder auf den kopf bekommen habe.
meine hauptsächliche verletzung besteht darin das ich drei bänder im rechten fuß gerissen habe.
Lig. fibulotalare posterius; Lig. fibulocalcaneare; Lig. fibulotalare anterius; komplett den sogenannten außenapparat.
der unfall wurde mir geschildert das die 2 oberen paletten auf mich gefallen sind und eine palette auf meinen fuß verschoben wurde.
ich wurde am 21.april operiert und am 23.april aus dem KH entlassen. ich soll jetzt 2 wochen gips und danach ca. 6 wochen eine spezialschiene tragen mit der ich dann anfangen könnte den fuß wieder zu belasten.
der staplerfahrer hat kurz vor dem unfall schon mal paletten runtergeworfen und fast einen über den haufen gefahren. deswegen bin ich eigentlich nicht mehr so gut auf den zu sprechen und eigentlich richtig sauer auf den das der depp nicht aufpassen kann.
jetzt zu meinen hauptsächlichen fragen :
inwiefern sollte ich mich absichern falls es irgendwann zu folgeschäden,die daraus entstehen, kommen kann?
wegen der versicherung meine ich. inwiefern bin ich da abgesichert da es ein arbeitsunfall war?
sollte und kann ich ihn auf schmerzensgeld verklagen?
wird schmerzensgeld nur über ein gericht abgewickelt?
wenn ich soetwas in die wege leiten sollte wie wird mein arbeitgeber darauf reagieren?
ich habe auf jeden fall schmerzen ohne ende und kann überhaupt aber auch absolut gar nix machen im moment. ich habe krücken und schleich mich hier durch die wohnung. kann nix mit meiner 18 monatigen jungen tochter unternehen. weder mit ihr spielen noch irgendwelche spaziergänge mit ihr machen.
ich will die sache einfach nicht so auf mir sitzen lassen.
ich hoffe ich habe sie nicht allzusehr zugetextet hier.
ich danke ihnen im voraus für ihre hilfe.
ich wünsche ihnen ein schönes wochenende

Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte Ihre Frage anhand des geschilderten Sachverhaltes und der Auslobung des Mindesteinsatzes wie folgt beantworten:

Um eine gesonderte oder ergänzende Absicherung brauchen Sie sich keine Gedanken machen, da sämtliche Behandlungskosten etc. über die Versicherung (Berufsgenossenschaft) abgedeckt werden, selbst wenn es im weiteren Verlauf noch zu Folgeschäden kommen sollte. Es kommt dabei lediglich darauf an, dass diese Schäden als unfallbedingt eingestuft werden können. Allerdings werden von der Berufsgenossenschaft grundsätzlich darüber hinaus keinerlei Schmerzensgeldzahlungen erbracht. Diese gesetzliche Haftungsbeschränkung auf die Versicherungsleistungen der gesetzlichen Unfallversicherung hat dennoch den Vorteil, dass Sie einen sicheren Haftungsschuldner haben, der in jedem Falle etwaige Ansprüche befriedigen kann und wird.

Der Nachteil besteht wie erwähnt darin, dass Schmerzensgeldansprüche gemäß § 847 BGB von den Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung ausgeschlossen sind. Diesbezüglich könnten Sie sich folglich allenfalls direkt an den Arbeitskollegen oder Arbeitgeber als Schädiger wenden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass bei Arbeitsunfällen die Haftung sowohl des Arbeitgebers wie auch der Arbeitskollegen gemäß den §§ 104, 105 SGB VII stark eingeschränkt ist. Sofern diese einen Betriebsunfall verursachen, haften sie gegenüber dem verletzten Arbeitnehmer desselben Betriebes nur dann, wenn sie den Betriebsunfall vorsätzlich herbeigeführt haben.

Schmerzensgeldansprüche können selbstverständlich auch im Rahmen einer außergerichtlichen Inanspruchnahme oder Einigung durchgesetzt werden, ohne dass es hierbei zwingend zu einem Gerichtsverfahren kommen muss. In einem gerichtlichen Prozess würden Sie aber im Zweifel die volle Darlegungs- und Beweislast für diese Schmerzensgeldansprüche tragen, was insbesondere auch den erforderlichen Vorsatznachweis umfasst. Dieser dürfte entsprechend Ihrer Schilderung aber nur sehr schwer – wenn überhaupt – zu führen sein, da ausweislich Ihrer Darstellung des Unfallhergangs nach hiesiger Einschätzung allenfalls Fahrlässigkeit vorliegen dürfte.

Im Interesse der Wahrung des Betriebsfriedens sollten Sie sich daher vor einer eventuellen Inanspruchnahme wegen zusätzlicher Schmerzensgeldansprüche neben den Leistungen der Berufsgenossenschaft gut überlegen, ob Sie tatsächlich den aufgezeigten Nachweis überhaupt erfolgversprechend führen können. Für den Fall, dass Sie in einer Gewerkschaft sein sollten, ist daher auch ergänzend zu empfehlen, sich von dieser vorab einen Rechtsanwalt zur Seite stellen zu lassen, um konkrete Möglichkeiten eines etwaigen Vorgehens gegen Arbeitgeber oder Kollegen erst einmal besprechen und bei Bedarf abstimmen zu können.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dieser Online-Beratung lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung auf Grund der von Ihnen geschilderten Sachverhaltsumstände handelt. Eine persönliche Beratung/Vertretung kann hierdurch nicht ersetzt werden. Das Weglassen oder Hinzufügen von Umständen kann die rechtliche Beurteilung nicht nur unerheblich verändern.

Abschließend hoffe ich, Ihnen weitergeholfen zu haben und würde mich über eine positive Bewertung durch Sie freuen.

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt

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