Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ansprüche


19.06.2005 20:31 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Meine Frau war 4 Jahre bei der evangelischen Kirche tätig.

Die Beschäftigung war immer auf Abruf entweder Vollzeit, geringfügig oder es waren Zeiten ohne aktive Tätigkeiten und wurde jeweils bei der Krankenkasse angemeldet.

Die Bezahlung erfolgte immer nur nach den tatsächlich geleisteten Stunden.

Meine Frau war das letzte mal 11/04 tätig. Sie wurde immer vertröstet, das der nächste Einsatz bevorsteht, spätestens aber in den nächten Ferien erfolgt.

Nun habe ich erfahren, das meine Frau zum Ende des Jahres 04 bei der Krankenkasse abgemeldet wurde und immer kostengünstigere Praktikanten beschäftigt werden.

Ein schriftlicher Arbeitsvertrag gab es nicht, Auch eine Kündigung ist nie erfolgt.

Bitte geben Sie mir einen Tip :
Kann meine Frau noch Arbeitsentgelte ( Mindesstunden ) oder eine Weiterbeschäftigung geltend machen ?

Sollte die Aussichten auf Ansprüche bestehen bitte ich um Mitteilung der Gründe und zu beachtenden Ausschlußfristen damit ich ggf. meine Rechtschutzversicherung einschalten kann.



19.06.2005 | 20:53

Antwort

von


38 Bewertungen
August-Bebel-Straße 29
63225 Langen
Tel: 06103 - 2707599
Web: kanzlei-sachse.de
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,
Ihre Frage ist unter arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten sehr interessant, aber sicherlich nicht hier im Rahmen dieses Forums vollständig zu klären. Deshalb zunächst zu Ihrer letzten Frage: Ja, Sie sollten eine Deckungszusage bei Ihrem Rechtschutzversicherer beantragen und einen Rechtsanwalt aufsuchen.

Sodann ist zu klären, bzw. zu definieren, was für ein Arbeitsvertrag zugrundelag: Fest steht, dass kein schriftlicher, sondern nur ein mündlicher Vertrag geschlossen wurde. Hierbei kann es sich beispielsweise um einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit dem Inhalt gehandelt haben, dass Ihre Frau auf Abruf zur Verfügung steht. Dann müsste geklärt werden, ob es eine Mindest-Stundenzahl gab, die Ihrer Frau gewährt wurde. Dies liese sich anhand einer Zusammenstellung der letzten Jahre ermitteln (sog. regelmäßige Übung).

Ebenso möglich wäre es, dass Ihre Frau eine Vielzahl von (befristeten) Arbeitsverträgen abgeschlossen hatte. Dafür spricht Ihre Schilderung, wonach sie "jeweils bei der Krankenkasse angemeldet" wurde. Also wohl zwischendurch auch immer wieder abgemeldet. Hier müsste aber unter anderem geprüft werden, ob eine so oft erfolgte Befristung nicht dem Teilzeit- und Befristungsgesetz widerspräche (wovon ich ausgehe).

Dann wäre noch entscheidend, was nach der letzten "Arbeitsphase" 11/04 besprochen wurde. Insbesondere ist es ungewöhnlich, dass Sie erst nach einem halben Jahr von der Abmeldung bei der Krankenkasse erfahren.
Wenn es sich um ein befristetes Arbeitsverhältnis gehandelt hätte, wäre eine Kündigung nicht notwendig gewesen. Wenn es sich um ein Dauerarbeitsverhältnis handelte, wäre sie jetzt noch beschäftigt (dagegen spricht wiederum die Abmeldung bei der Krankenkasse).

Ebenso müsste die Frage einer arglistigen Täuschung geklärt werden. Nach Ihrer Schilderung wäre es möglich, dass man Ihrer Frau vorsätzlich falsche Tatsachen vorgespiegelt hat, wenn man statt ihrer Praktikanten eingestellt hat und ihr gleichzeitig etwas anderes erzählt hat. Möglich wäre aber auch, dass die Praktikanten eine andere Tätigkeit ausgeführt haben und es tatsächlich keine Arbeit für Ihre Frau gab.

Auch zu Fragen der Ausschlussfristen lässt sich anhand Ihrer Schilderung keine Aussage treffen. Wenn Ihre Frau tatsächlich erst jetzt (was heißt "nun habe ich erfahren"?) von der Abmeldung bei der Krankenkasse erfahren hat, und wenn tatsächlich ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bestünde, wäre ganz evtl. noch an eine Kündigungsschutzklage zu denken. Diese muss grundsätzlich drei Wochen nach Kündigungszugang erhoben werden. Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist unter engen Voraussetzungen möglich.

Erfolgsversprechender scheint mir aber zunächst eine außergerichtliche Klärung mit anwaltlicher Hilfe zu sein.

Mit freundlichen Grüßen
RA Fabian Sachse


PS: Denken Sie daran, dass bei kirchlichen Beschäftigungsverhältnissen i.d.R. spzielle Tarifvertragsbestimmungen gelten.


ANTWORT VON

38 Bewertungen

August-Bebel-Straße 29
63225 Langen
Tel: 06103 - 2707599
Web: kanzlei-sachse.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Verkehrsrecht, Miet und Pachtrecht, Familienrecht, Strafrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER