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Wohungsübergabe


10.06.2007 19:54 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Hoyer



Sehr geehrte Damen und Herren,

seit 3 Jahren bewohnt eine heute 21 jährige Mieterin eine unserer Mietwohnungen. Bei Mietvertragsabschluss war die junge Frau 18 Jahre alt, ihr Vater war damals anwesend. Dieser wirkte eindringlich auf seine Tochter ein, da diese nur ausziehen wolle um sich den Pflichten im Elternhaus zu entziehen. Der Vater machte seine Tochter damals darauf aufmerksam, dass auch in einer Mietwohnung Pflichten auf sie zu kommen. Wir waren zwar durch diese Konstellation etwas beunruhigt, vermieteten aber dennoch die Wohnung an die junge Frau. Leider stellte sich schon nach sehr kurzer Zeit heraus, das sie sich zwar auf alle ihre Rechte berief, leider jedoch nicht auf ihre Pflichten. So z.B. wurde keine Hausordnung durchgeführt u. im Winter kein Schnee geräumt wie vereinbart. Desweiteren ist die vermietete Whg. eine Dachgeschosswohnung. Bei Abschluss des Mietvertrages machten wir eindringlich darauf aufmerksam (auch schriftlich), dass bei Verlassen der Wohnung bzw. bei Regen, darauf zu achten sei, dass diese geschlossen sind. Leider klappte auch dies nicht. Da wir direkt gegenüber wohnen, mussten wir oft mit ansehen, wie bei starkem Regen die Dachfenster weit offen standen. Nun hat die junge Frau gekündigt und macht eine Mietminderung rückwirkend (mit Einschaltung eines Anwaltes durch ihren Vater !) für 6 Monate geltend wegen Wasserschaden mit Schimmelbildung durch undichte Fenster (30%), da die Fensterleibungen nass seien und Schimmelbildung aufgetreten sei. Wir haben den Schaden besichtigt und auch mit einem Sachverständigen die Dichtheit der Fenster überprüft, diese sind dicht. Zum Termin erschien der Vater, der Großvater, ein Fremder und die Mieterin. Noch dazu mussten wir um die Wohnung betreten zu dürfen die Personalausweise vorzeigen. Meine Fragen:

1. Inwieweit hätten wir mit dem Sachverständigengutachten, welches von uns veranlasst wurde bei Gericht eine Chance Recht zu bekommen ?

2. Müssen wir es dulden, das wir uns gegenüber 4 Personen ! nach fest vereinbarten Termin, ausweisen müssen, obwohl wir einen Vertrag mit der Mieterin eingegangen sind, in denen unsere Indentität wohl ausreichend vermerkt ist ?

3. Bei der Wohnungsübergabe am Ende des Monats wird wohl wieder ein Großaufgebot auf uns warten, müssen wir dieses dulden ?

4. Mein Mann möchte jetzt trotz allem, um seinen guten Willen zu zeigen, die Schimmelbildung beseitigen, ist das klug ?
Vielen lieben Dank für die Hilfe.

MfG MP
Eingrenzung vom Fragesteller
10.06.2007 | 19:55
Sehr geehrte Fragestellerin,

unter Berücksichtigung ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

1.Das von Ihnen in Auftrag gegebene Gutachten wäre in einem gerichtlichen Verfahren als Parteivortrag zu werten.Es hätte zwar eine gewisse Indizwirkung, jedoch als Beweis ist es ungeeignet.

Da die Gegenseite anwaltlich vertreten ist, wird aller Voraussicht nach ein Gutachten vom Gericht in Auftrag gegeben werden. Dieses wäre dann Beweis dafür, wodurch der Schimmel verursacht worden ist.

2.Nachdem die Mieterin bei der Besichtigung der Wohnung anwesend war, kann die Ausweisung nur als Schikane verstanden werden. Etwas derartiges hätten sie nicht dulden müssen, da ihre Identität bekannt war.

3. Bei der Wohnungsübergabe müssen Sie zwar kein Großaufgebot dulden, jedoch können sie nicht verhindern, dass an diesem Termin Zeugen der Mieterin anwesend sind. Allerdings ist es ihnen nicht zuzumuten, dass mehr als zwei zusätzliche Personen bei der Wohnungsübergabe anwesend sind.

Ich rate allerdings davon ab, die Wohnungsübergabe dann entfallen zu lassen, wenn wirklich mehr als die drei Personen anwesend sind, da dies ihnen negativ ausgelegt werden kann und Sie hierdurch Nachteile in einem gerichtlichen Verfahren erleiden könnten.

4. Sofern sie einer gerichtlichen Auseinandersetzung auf dem Weg gehen wollen,ist die Beseitigung des Schimmel eine Möglichkeit, die Angelegenheit auf gütlichem Wege beizulegen. Sofern sie jedoch die Mietminderung nicht akzeptieren wollen, rate ich Ihnen davon ab, Beweismittel dergestalt zu entfernen, dass im Nachhinein nicht mehr belegt werden kann, was die Ursache des Schimmel war.

Man könnte ihren guten Willen als Schuldanerkenntnis interpretieren. Wenn ich der Anwalt der Mieterin wäre, würde ich ihr Verhalten so verstehen.Sofern sie also nur Ruhe haben wollen und die geltend gemachte Mietminderung akzeptieren, kann der Schimmel beseitigt werden. Bedenken Sie jedoch, dass sie durch dieses Verhalten sich jeglicher Beweismittel entledigen.

Sofern es doch zu einem Rechtsstreit kommen sollte, stehe ich Ihnen gerne auch in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Andreas Hoyer
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