Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Was bedeutet Versuch im Strafrecht


| 17.05.2006 21:27 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Im Hinblick auf die Gefahren des Internets und des nicht zu überprüfbaren Alters hätte ich gerne gewusst, inwieweit man aus § 176 Abs. 4 Nr. 3 StGB hier einen Versuch nach Absatz 6 des gleichen Paragraphs ableiten kann.
Was stellt also einen Versuch dar und was nicht mehr ?
Bedeutet dies, dass man auf das geschütze Gut einwirken muss, um dann bis zur Vollendung zu kommen oder gibt es da Einschränkungen ?
Danke.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich wie folgt beantworte:

Der Versuch des § 176 Abs. 4 Nr. 3 StGB steht nicht unter Strafe (siehe unten), so dass sich in diesem Zusammenhang die Frage nach dem Beginn eines Versuchs nicht stellt.

§ 176

Sexueller Mißbrauch von Kindern

(1) ...

(4) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer

1. ...


3.
auf ein Kind durch Schriften (§ 11 Abs. 3) einwirkt, um es zu sexuellen Handlungen zu bringen, die es an oder vor dem Täter oder einem Dritten vornehmen oder von dem Täter oder einem Dritten an sich vornehmen lassen soll, oder

4. ...


(5) ....

(6) Der Versuch ist strafbar; dies gilt nicht für Taten nach Absatz 4 Nr. 3 und 4 und Absatz 5.

Für das Vorliegen eines Versuchs ist ein unmittelbares Ansetzen zur Tat erforderlich (§ 22 StGB). Die Ausnahme von der Versuchsstrafbarkeit in den Fällen des Abs. 4 Nr. 3 und 4 ist darauf zurückzuführen, dass es gerade hier erhebliche Schwierigkeiten bereitet, ein unmittelbares Ansetzen zur Tat (das Einwirken oder das Bestimmen) hinreichend sicher festzustellen. Dies ist jedoch für die Sanktion einer Tat bzw. deren Versuch von erheblicher Bedeutung.

Ich hoffe, IHnen mit dieser Auskunft ausreichend geholfen zu haben. Sollten dennoch Fragen bestehen, so können Sie gern die Nachfragefunktion nutzen.


Mit freundlichen Grüßen

D. Kirschkowski
REchtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 17.05.2006 | 23:07

Vielen Dank, dass sie mir wieder antworten, leider war es mir nun nachträglich nicht mehr möglich, meine Bewertung in einem früheren Falle zu ändern, ich werde sie daher, soweit sie meine Nachfrage beantwortet haben, umsobesser bewerten, damit sich dieses Punktesystem, was es ja wohl zu sein scheint, wieder ausgleicht.
Seien sie mir nicht böse aber ich als Laie, verstehe fachjuristische Wörter nur bedingt, in § 22 STGB wird was von Ansetzen und unmittelbar erwähnt.
In § 176 Abs. 4 Nr. 3 wird ja von der Stimulanz des Kindes in dem Zusammenhang gesprochen.
ich hatte ihnen glaube ich beim letzten Male ein Beispiel genannt, dass ich Anhand dieser neuen Fragen zum Versuch wiederholen möchte.
Wenn man also am PC Camsex durchführt, ab wann wäre dies nach § 176 Abs. 4 Nr.3 StGB nun konkret strafbar ?
Und ab wann würde ein straffreier Versuch vorliegen ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.05.2006 | 13:46

Sehr geehrter Fragesteller,

Wie ich Ihnen bereits in meiner Antwort vom 17.05. mitteilte, sind Straftaten nach § 176 Abs. 4 Nr. 3 und 4 StGB nur strafbar, wenn diese vollendet wurden. Der Versuch ist nach § 176 Abs. 6, 2. Halbsatz StGB straffrei. Taten nach § 176 Abs. 4 Nr. 3 und 4 StGB sind nach herrschender Literatur vollendet, wenn ein konkretes Kind die Schriften, pornographischen Abbildungen, etc. wahrnimmt. (Zum Vergleich: Taten nach § 176 Abs. 1, 2, 4 Nr. 1 und 2 sind mit Vornahme der sexuellen Handlung vollendet.)Ob ein bestimmtes Verhalten des Täters nun noch ein straffreie Versuch oder bereits eine strafbare Tatvollendung darstellt, kann man nur anhand des konkreten Sachverhalts bestimmen. Alles andere wären reine Vermutungen, deren Auszählung diesen Rahmen sprengen würde und unprofessionell ist.

Den Schriften im Sinne des § 11 Abs. 3 StGB gleichgestellt sind Ton- und Bildträger, Abbildungen und andere Darstellungen. So dass meines Erachtens auch Übertragungen aus dem Internet unter § 11 Abs. 3 StGB fällt. Eine gerichtliche Entscheidung, ob Camsex am PC unter § 176 Abs. 4 Nr. 3 StGB in Verbindung mit § 11 Abs. 11 StGB strafbar ist, liegt meines Wissens noch nicht vor. Ich gehe jedoch davon aus, dass ein Gericht eine solche Handlung als Handlung im Sinne des § 176 Abs. 4 Nr. 3 StGB ansehen würde. Beschränkungen gibt es in diesem Zusammenhang nur für Anbieter von Telediensten und Mediendiensten (§§ 8 ff. TDG, §§ 6 ff. MDStV).

Zur Vervollständigung Ihrer Frage möchte ich Ihnen noch kurz erläutern (obwohl es hierauf im Rahmen der Versuchsstrafbarkeit des § 176 Abs. 4 Nr. 3 und 4 nicht ankommt, da Versuch straffrei), was man unter "unmittelbares Ansetzen" im Sinne des § 22 StGB versteht. Generell liegt ein unmittelbares Ansetzen bei Handlungen des Täters vor, die nach seinem Tatplan der Verwirklichung eines Tatbestandsmerkmals unmittelbar vorgelagert ist und im Falle eines ungestörten Fortgangs ohne weitere Zwischenakte in die Tatbestandshandlung einmünden sollen. Die Handlungen des Täters müssen nach seiner Vorstellung bei ungestörtem Fortgang/Ablauf unmittelbar zur Tatvollendung führen. DAbei kommt es entscheidend auf die Vorstellung des Täters dann, wann er mit einer entpsrechenden Tat beginnt und nach seiner Vorstellung des geschützte Rechtsgut in eine konkrete Gefahr bringt. Da es wie gesagt entscheidend auf die Vorstellung des Täters ankommt, ist es unerheblich, ob eine tatsächliche Gefährdung des geschützten Rechtsguts letztendlich eintritt oder nicht. Nach dem theoretischen Grundlagen möchte ich Ihnen noch soviel sagen, dass es immer auf die konkrete Tat und den ihr zugrundeliegenden Umständen ankommt, ob ein strafbarer Versuch oder noch eine straffreie Vorbereitungshandlung vorliegt.

Ich hoffe nunmehr, Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben.

Sollten Sie an weitergehender Literatur interessiert sein, kann ich Ihnen auch insoweit helfen. Ich habe mir zwischenzeitlich eine Literaturliste meiner Buchhandlung zukommen lassen. Geben Sie mir einfach per e-mail eine Nachricht.


mfg

Diane Kirschkowski
REchtsanwältin

e-mail: Rechtsanwaeltin.Kirschkowski@gmx.de

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort war ok"
FRAGESTELLER 4/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER