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Warenempfänger verwechselt...


06.11.2007 16:57 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Grema



Sehr geehrte Rechtsanwälte,

Ich verkaufe gewerblich bei Ebay. Nun sind versehentlich bei zwei Sendungen die Paketscheine verwechselt worden, sodass 2 Käufer jeweils die Ware des anderen erhalten haben. Ich habe vorgeschlagen, da es am schnellsten geht, sie können sich die Waren gegenseitig zusenden und ich erstatte jeweils die Portokosten. Einer war einverstanden, der andere hat herumgemobbt.
Es ist etwas kompliziert, auf jeden Fall hat jetzt Käufer A zwei mal seine Ware erhalten. Da er seine Ware schnell benötigte, habe ich ihm die Ware nochmals von mir aus zugeschickt und dachte, ich könne Käufer B noch dazu bringen die Ware an mich zurück zu senden. Dann wäre ja alles geklärt gewesen, hat er aber nicht, sondern hat sie auch an A gesendet.

Ich habe einen Rückholauftrag über DPD aufgegeben. Allerdings wurde der abgelehnt, mit der Begründung, dass die Versandkosten für die Sendung an Käufer B noch nicht erstattet wurden. Das ist soweit richtig, da der Käufer mir einen recht hohen Versandbetrag genannt hatte und keine Quittung/Beleg vorweisen will. Ich habe aus dem Mailverkehr und dem allgemeinen Verhalten des Käufers den Eindruck, er will die Ware behalten oder einfach nur aus langweile so viel wie möglich Ärger machen.

Da ich keine Lust mehr habe mich mit diesem "Menschen" zu streiten, die Fragen:

Darf er die Abholung mit der o.g. Begründung verweigern?
Wenn nicht, was für Rechte ergeben sich daraus für mich, kann ich ihm z.B. zum kostenfreien Rückversand der Ware "bewegen"?
Und wie ist das mit dem Versandkosten, die er für die Sendung an Käufer B aufbringen musste, muss ein Beleg vorgezeigt werden oder kann er willkürlich jeden Betrag nennen?


Ich bedanke mich im Voraus.

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Sehr geehrter Fragesteller,

unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Informationen sowie Ihres Einsatzes erlaube ich mir, Ihre Frage wie folgt zu beantworten:

Ein Zurückbehaltungsrecht könnte der Käufer nur dann geltend machen, wenn es sich um zwei Leistungsverpflichtungen aus einem gegenseitigen Vertrag handeln würde.

Dies ist in Ihrem Fall aber nicht gegeben, da sich die Rücksendungsverpflichtung und die Anspruch auf Ersatz der Portokosten aus unterschiedlichen Rechtsbeziehungen ergeben (für eine genaue Zuordnung käme es darauf an zu wissen, welchen der beiden Gegenstände genau der Verkäufer zurückhält). Dies bedeutet, dass der Verkäufer den zusätzlichen Kaufgegenstand unabhängig von seinem eigenen Erstattungsanspruch zurückgeben muss.

Ihren Herausgabeanspruch können Sie notfalls auch gerichtlich durchsetzen. Es bietet sich somit an, den Käufer unter Setzung einer Frist zur Herausgabe des Kaufgegenstandes aufzufordern. Nach Ablauf der Frist können Sie statt der Herausgabe auch einen Schadensersatzanspruch in Geld verlangen. Ein solcher Anspruch ist im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung gegebenenfalls auch im vereinfachten Verfahren durchsetzbar und somit unkomplizierter als ein Herausgabeverlangen.

Allerdings könnte der Käufer in diesem Fall seinen Anspruch gegen Sie (da es sich nunmehr um zwei Geldforderungen handelt) mit Ihrem Anspruch aufrechnen.

Ich hoffe, Ihnen mit der Antwort weitergeholfen zu haben.

Bitte beachten Sie, dass anhand der zur Verfügung stehenden Informationen lediglich eine erste Einschätzung erfolgen konnte. Für eine umfassende Beratung ist Ihnen die weitere Beauftragung eins Rechtsanwaltes zu empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Grema
Rechtsanwalt

_____________
Christian Grema
C-G-W Rechtsanwälte

Postfach 1543
76605 Bruchsal

Tel.: (07251) 392 44 30 (24h)
Fax.: (07251) 392 44 31

Internet: www.c-g-w.de
E-Mail: info@c-g-w.de

Nachfrage vom Fragesteller 09.11.2007 | 19:15

Sehr geehrter Herr Grema,

vielen Dank zunächst für Ihre Einschätzung.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, kann ich also dem Käufer seinen Anspruch auf Erstattung der Kosten erfüllen und gleichzeitig eine Frist zu Rücksendung der Ware setzen. Da er die Abholung verweigert hat und mich das entsprechend auch Geld gekostet hat, muss er die Ware nun auf seine Kosten zurück bringen?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.11.2007 | 21:52

Sehr geehrter Fragesteller,

im möchte an dieser Stelle zunächst um Verzeichnung wegen meiner späten Reaktion bitten. Ihre Nachfrage habe ich schlicht und einfach übersehen.

Sie haben die Antwort grundsätzlich richtig verstanden. Allerdings können Sie im Rahmen eines Schadensersatzanspruches auch nur den Schaden verlangen, der Ihnen tatsächlich entstanden ist.

Es gilt, verschiedene Arten des Schadensersatzes zu unterscheiden: Sollten Sie eine Rücksendung der Ware nicht mehr wünschen (Schadensersatz statt der gesamten Leistung), so zählt hierzu auch der Schaden, der Ihnen durch den Fehlgeeschlagenen Versuch der Anholung entstanden ist.

Wenn Sie die Ware noch immer möchten, so können Sie den Schaden der fehlgeschlagenen Abholung isoliert geltend machen; jedoch entbindet Sie dies nicht von der bestehenden Verpflichtung, die Kosten für eine weitere Abholung zu tragen.

Ich hoffe, die Beantwortung der Nachfrage hat Ihnen trotz der Verpätung weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Grema
Rechtsanwalt

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