Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unvollständige Lieferung bei einer online Bestellung

| 12. September 2020 22:02 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


00:16

Zusammenfassung:

Es geht um einen B2C Onlinekauf und die Gefahr des "Untergangs."

Ich habe im offiziellen deutschen online-shop (.de-Domain) einer sehr renommierten und alten amerikanischen „Luxusmarke" bestellt.

Zum Zwecke der Anonymität nenne ich das Unternehmen X.

X betreibt in Deutschland mehrere Filialen. Aber laut Impressum des Online-Shops ist die X Ltd. eine in England angemeldete Gesellschaft für alle online getätigten Bestellungen innerhalb der EU verantwortlich (unabhängig von der verwendeten Domain).

Die Lieferung der bestellten Ware erfolgt auch per Express-Kurier aus London.
Die Bestellung, Bezahlung per Kreditkarte und der Versand erfolgte zügig und reibungslos.
Die Lieferung erfolgte am letzten Donnerstag (10.09).

Leider berichtete mir die Empfängerin (meine Partnerin), dass von den 8 bestellten Teilen nur 7 geliefert wurden.

Ein hochpreisiges Stück (1.750€) war nicht enthalten.

Jedoch war das Stück im Lieferschein aufgeführt. So dass wir eine Teillieferung ausschließen konnten.

Das Paket war, laut Empfängerin, vor dem Öffnen augenscheinlich unversehrt und verschlossen, wobei natürlich als Laie nicht vollständig ausgeschlossen werden kann das es professionell geöffnet und neu zugeklebt wurde. Es gab aber keinen offensichtlichen Grund die Annahme zu verweigern oder davon auszugehen, dass das Paket während des Transports geöffnet wurde.

Das Paket wurde in der Anwesenheit, einer erwachsenen Zeugin geöffnet, für den Fall, dass dies von Belang sein sollte. Weitere Beweise gibt es nicht, da ja nicht davon ausgegangen wurde, dass die Lieferung mangelhaft sein würde.

Das fehlende Stück wurde sehr zeitnah noch am selben Tag per X-Kundenhotline telefonisch von mir reklamiert (am Donnerstag den 10.09).

Mir wurde als erstes zugesichert, dass direkt Ersatz geliefert wird und es morgen (also Freitag den 11.09) oder spätestens Anfang nächster Woche ankommen würde bei der Empfängerin. Die Kundenbetreuerin garantierte mir sich spätestens am Freitag bei mir zu melden wegen dem Versand.

Dann wollte sie mir für die interne Ermittlung noch ein paar Fragen stellen. Die ersten paar Fragen ergaben für mich noch einen Sinn, mit der Zeit wurden mir aber offensichtliche Fangfragen gestellt, mit der vermutlich verbundenen Hoffnung eine widersprüchliche Aussage meinerseits zu erhalten. Als dies nicht fruchtete hat sie angefangen meine Aussagen zu unterbrechen und Sachen zu sagen wie „Sie sagen also XYZ" (was nicht stimmte) und ich habe versucht so gut wie möglich ihre falschen Aussagen zu korrigieren, insofern sie mich gelassen hat. Was unter Umständen nicht immer erfolgreich war, da ich langsam genervt war und das ganze sehr hektisch wurde. Ich habe dieses Prozedere aber über mich ergehen lassen, da mir ja eine Nachlieferung garantiert wurde. Und hier nur darum ging die interne Ermittlung des Schuldigen zu unterstützen.

Am Freitag (11.09) hat sich bei mir niemand von X gemeldet, also habe ich 30 Minuten vor dem Ende der Öffnungszeiten von X dort erneut angerufen und die Auftragsnummer durchgegeben bei einer anderen Kundenberaterin. Welche sich kurz mit dem Fall vertraut machen musste.

Nach dem sie das getan hat, sagte sie „Liege ich richtig, dass es um die XYZ geht welche in ihrer Lieferung enthalten waren." Wobei ich sie direkt korrigiert habe „welche NICHT in der Lieferung enthalten waren." Worauf erst einmal eine längere Pause folgte.

Durch die gewollte oder ungewollte erneute Fangfrage genervt, habe ich entschieden die Dame reden zu lassen und vorerst nichts mehr zu sagen.

Sie erzählte mir, dass solange der Fall bei der „Investigation" ist, sie nichts unternehmen können. Das klang auf jeden Fall schon ganz anders als noch am Tag davor. Und dass solche Untersuchungen normalerweise keinen Tag dauern, aber dort gerade viel los... Eine Aussage, die sie recht abrupt gestoppt hat (und von der Stimmlage her vermutlich auch direkt bereut hat) um dann zu sagen, sie müsse nur kurz Rücksprache mit der „Investigation" halten und dann würde sie sich heute wieder bei mir melden. Oder vielleicht auch erst am Wochenende aber garantiert am Montag.

Da habe ich mein Schweigen gebrochen und gesagt „Ich rufe doch gerade an, weil ihre Kollegin sich garantiert bei mir heute melden wollte.".

Da meinte sie was von noch offenen Fragen bei der „Investigation" und dass man mir am Montag sagen würde, wie man gedenkt in diesem Fall weiter tätig zu werden. Kein Wort einer Lieferung der bestellten und bezahlten Ware welche mir noch schuldig geblieben waren.

Durch die angewandten Taktiken und die widersprüchlichen Aussagen durch X fühle ich mich zurzeit sehr schlecht betreut durch den Kundenservice von X, so dass mein Vertrauen in X beschädigt ist.

Natürlich hoffe ich auch weiterhin, dass mir am Montag der Versand mitgeteilt wird und somit keine über diese Erstberatung hinausgehende anwaltliche Unterstützung benötigt wird.

Aber dennoch würde ich mir gerne vorab hier (höchst vorsorglich) eine kurze Einschätzung der Rechtslage einholen, sowie eine Empfehlung wie ich in diesem Fall am besten vorgehen sollte.

Ich hoffe natürlich nicht, dass es soweit kommt, aber sollte X das fehlende Stück nicht nachliefern oder fälschlicherweise behaupten, die Lieferung sei vollständig gewesen, würde ich natürlich den Rechtsweg einschlagen.

Deswegen würde ich mich ebenfalls um eine kurze Übersicht freuen welche Fristen ich X gewähren muss, und ob diese z.B. schriftlich per Einschreiben gesetzt werden sollen und ab wann ich einen Anwalt beauftragen sollte, so dass in dem Fall des Obsiegens ich nicht auf den anwaltlichen Kosten vollumfänglich sitzen bleiben muss, weil ich meiner Schadensminderungspflicht nicht nachgekommen sei.

Mir geht es auch primär um die Erfüllung des Kaufvertrages, ein Rücktritt desselben würde ich nur als ultima ratio sehen. Da die Empfängerin sich natürlich schon sehr auf das Stück gefreut hat.

Vielen Dank!

12. September 2020 | 23:02

Antwort

von


(966)
Vorstadt 42
41812 Erkelenz
Tel: 02435 - 6114416
Tel: 0174 - 9994079
Web: http://www.rechtsanwalt-burgmer.com
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Gerne zu Ihrem Fall:

Sie schildern ein an sich nicht ungewöhnliches Procedere bei Online-Services. Meist wird vorher angefragt, ob das Gespräch "zu Schulungszwecken aufgezeichnet werden darf."

Das hilft aber zur Beweislast nur dem Online-Händler.

Auch der Verweis auf Rücksprache mit der „Investigation" ist gängige Praxis und dass Sie im Wiederholungsfall wieder an eine/e andere/n Servicekraft gelangen, die Sie erneut in den Fall einweisen müssen.

Auf Ihrer Seite liegt zunächst die Beweislast bei Ihnen, dass eine im Lieferschein aufgeführte Stückschuld (XYZ) NICHT geliefert wurde. Dafür und für das unversehrte Paket haben Sie einen erwachsen Zeugen.

Die zivilrechtliche Validität eines Zeugen im eigenen Lager ist leider eher eingeschränkt. Wie auch der Beweis einer Nichttatsache schwierig ist.

Dies vorangestellt ist es so, dass der Onlinehändler Ihnen die vollständige Erfüllung (= Eigentumsverschaffung) der gekauften Stücke schuldet sowie gemäß § 447 Abs. 1 BGB die ordnungsgemäße Übergabe an den jeweiligen Versanddienstleister. Von da an geht die "Gefahr" auf den Käufer über, sofern er die Kaufsache ordnungsgemäß frankiert, adressiert und verpackt übergeben hat.

Dies Besonderheit des Gefahrenübergangs beim Versendungskauf birgt nach deutschem Recht durchaus ein gewisses Risiko, wenn die o.g Investigation intern nicht den Verbleib des Stückguts auffindet.

Sofern es sich vorliegend um einen B2C-Verkauf (Verbrauchsgüterkauf) handelt, findet zu Ihren Gunsten § 474 BGB Anwendung, der diese Gefahrtragung anders regelt:

Nämlich dass der Onlinehändler seine Leistungspflicht erst dann erfüllt hat, wenn dem Verbraucher die Ware übergeben ist. Denn der Onlinehändler haftet nach dt. Recht grundsätzlich für den Untergang, die Beschädigung oder die vorliegend nur teilweise Lieferung des Kaufs.
Abweichende Vereinbarungen sind nach dt. Recht zu Ihrem Nachteil nicht wirksam.

Warten Sie noch den Montag ab. Danach setzten Sie per Einwurfeinschreiben (Zeugen vom Inhalt und Postaufgabe) und ggf. zusätzlich per FAX an die dt. Adresse Ihres Onlineverkäufers eine Nachlieferfrist von 1 Woche unter genauer Bezeichung des nicht gelieferten Teils. Auf weitere Online-Services unbestimmten Ausgangs müssen Sie sich nicht einlassen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer

Rückfrage vom Fragesteller 12. September 2020 | 23:42

Vielen Dank!

Die Ermittlung der deutschen Adresse erweist sich leider als schwierig und es gibt auch keine FAX Nummer.
Im Impressum des Online-Shops steht die Adresse der X Ltd. in London.

Im Registerportal gibt es für jede Filiale von X einen Eintrag:
[X], Niederlassung [Stadt]

Es gibt aber kein deutsches „Mutter-Unternehmen".

Sehe ich das richtig, dass ich das Einschreiben nach London schicken muss?

Da die zu erwartende Zustellzeit unter Umständen länger als 1 Woche sind, kann man in so einer undurchsichtigen Unternehmensstruktur Fall die Frist auch vorab per E-Mail setzen mit den Hinweis der postalischen Zeitverzögerten Zustellung oder nutzlos?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13. September 2020 | 00:16

Gerne zu Ihrer Nachfrage:

Wenn es - wie Sie schreiben - sich um einen "offiziellen deutschen online-shop (.de-Domain)" handelt, mit dem Sie den Kaufvertrag geschlossen haben, wenden Sie sich mangels FAX an dessen postalische Adresse der Filiale Ihrer LIeferadresse. Die sollte aus der Rechnung/LIeferschein hervor gehen.

Parallel per Einschreiben nach London (DHL oder FedEX o.ä.) UND auch Email wird heutzutage anerkannt, wenn vorher bereits Korrespondenz mit dem Unternehmen stattgefunden hat.
Setzen Sie dann die Frist auf 10 Tage.

Viel Erfolg wünscht,
Ihr Willy Burgmer
- Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 12. September 2020 | 23:51

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Alles bestens!

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 12. September 2020
5/5,0

Alles bestens!


ANTWORT VON

(966)

Vorstadt 42
41812 Erkelenz
Tel: 02435 - 6114416
Tel: 0174 - 9994079
Web: http://www.rechtsanwalt-burgmer.com
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Strafrecht, Arbeitsrecht, Zivilrecht, Kaufrecht, Vertragsrecht, allgemein, Verwaltungsrecht, Straßen- und Verkehrsrecht, Baurecht, Datenschutzrecht