Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kostenübernahme Wasserschaden


26.10.2005 14:21 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrtes Anwalts-Team,

wir wohnen in einer Eigentumswohnung, die zu einem Mehrfamilienhaus gehört. Der Mieter in der Wohnung über uns
verursachte vor ein paar Monaten einen Wasserschaden, da der Schlauch an seiner Spülmaschine geplatzt war. Das Wasser durchdrang seinen Fussboden und beschädigte unsere Zimmerdecken im Flur und in der Küche. Die Kostenschätzung unseres Malers für die Reparatur liegt bei ca. 500 Euro.

Der Mieter verständigte seine Haftpflichtversicherung, die aber mitteilte, dass sie in diesem Fall nicht bezahlen wird, da der Mieter das Wasser sofort abgestellt habe, daher nicht fahrlässig gehandelt habe und somit nur die Möglichkeit bestünde, den Fall der Leitungswasserversicherung zu melden. Die Leitungswasserversicherung (läuft über die Hausverwaltung) hingegen behauptet, dass sie den Schaden ebenfalls nicht übernehmen wird, da die Versicherung durch eine Selbstbeteiligung in Höhe von 2000 Euro nur bei größeren Schäden hafte.

Vielleicht ist auch noch folgender Hintergrund relevant: Dies ist innerhalb der letzten Jahre bereits der dritte Wasserschaden (Ursachen: Ablaufschlauch der Waschmaschine ist aus dem Waschbecken gerutscht, defekter Boiler...), der durch den Mieter über uns hervorgerufen wurde. In der Vergangenheit hat die
Leitungswasserversicherung diese Schäden jeweils übernommen, jedoch dann den Versicherungsvertrag mit unserem Haus gekündigt. Nachdem nun der dritte Schadensfall aufgetreten ist, haben wir von der Hausverwaltung erstmals erfahren, dass die neue Leitungswasserversicherung eben diesen 2000 Euro-Selbstbehalt verlangt. Die Eigentümergemeinschaft wurde zwar über den Wechsel der Versicherung, nicht jedoch über eine Selbstbeteiligung
und über deren Höhe informiert.

Da wir keinerlei Schuld haben, möchten wir ntürlich auch nicht die Kosten für die Reparatur selbst tragen. Nun ist die Frage, wer muss in diesem Fall die Kosten übernehmen? Wir möchten die Reparatur erst in Auftrag geben, wenn dies geklärt ist.

Über eine Beantwortung würden wir uns freuen. Dafür besten Dank im voraus.
Sehr geehrte Ratsuchende,

nach Ihrer Schulderung haben Sie keinen Ersatzanspruch gegenüber dem Mieter, da dem Mieter offenbar kein Verschulden trifft. Denn der Mieter haftet gegenüber dem Geschädigten nur, wenn ihm ein Verschulden nachzuweisen ist, das zu dem Wasserschaden geführt hat. Für normale Bruchschäden und Undichtigkeiten, die durch Alter, Abnutzung, Frost oder höhere Gewalt eintreten, muss der Mieter nicht aufkommen. Dementsprechend muss dann eben auch die Versicherung des Mieters nicht eintreten.

Auch gegenüber der Leitungswasserversicherung haben Sie keinen Anspruch. Denn diese ist zwar dem Grund nach einstandspflichtig; jedoch greift hier der Haftungsausschluss aufgrund der Selbstbehatsklausel. Also muss die Versicherung tatsächlich nicht zahlen, da Ihr Schaden unterhalb des Selbstbehaltes liegt.

Denkbar wäre nunmehr nur noch die Möglichkeit eines Schadensersatzanspruches gegen die Hausverwaltung, wenn diese durch den Abschluss einer Versicherung mit Selbstbehalt schuldhaft gegen Ihre Pflichten verstoßen hat. Dies müssten Sie jedoch ggf. bei einem Rechtsanwalt vor Ort prüfen lassen, da hierfür weitere, detaillierte Informationen notwendig sind. Es lässt sich aber von hier aus sagen, dass wahrscheinlich ein solcher Pflichtverstoß eher nicht vorliegen wird, weil es durchaus wahrscheinlich ist, dass die neue Versicherung den Abschluss des Versicherungsvertrages nur unter der Voraussetzung dieses Selbstbehaltes zugelassen hat, weil es bereits eine Reihe von Vorschäden gab. Das müsste jedoch, wie bereits erwähnt, im einzelnen geklärt werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen zunächst weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 26.10.2005 | 15:03

Sehr geehrter Herr Lauer,

vielen Dank für die prompte Beantwortung. Eine wichtige Frage stellt sich uns dann doch noch: Die Eigentümergemeinschaft des Hauses (für die ja im Gesamten die Versicherung abgeschlossen wurde) besteht aus 9 Eigentümern. Müssen sich aus rechtlicher Sicht die Eigentümer dann die Kosten der Selbstbeteiligung teilen oder muss der Geschädigte dann bis 2000 Euro allein für einen wohlgemerkt - nicht selbst verschuldeten - Wasserschaden an seiner Wohnung aufkommen?

Besten Dank für die erneute Beantwortung

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.10.2005 | 14:55

Sehr geehrte Ratsuchende,

vorbehaltlich der Kenntnis des Inhaltes der Versicherungspolice (hier könnte Abweichendes geregelt sein, was von Ihnen zu prüfen wäre), bezieht sich der Selbstbehat auf den einzelnen Schadensfall, wobei Berechtigter der jeweils Geschädigte Sondereigentümer ist, nicht die Eigentümergemeinschaft.

Dementsprechend muss sich der einzelne Sondereigentümer den Eigenanteil auf seinen Schaden anrechnen lassen, ohne hier einen anteiligen Erstattungsanspruch gegen die Eigentümergemeinschaft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER