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Hundeerziehungshalsband mit Stromschlag

| 26.08.2010 19:11 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


08:17

Guten Tag,

ich habe vor kurzem für meinen Goldi ein Hundeerziehungshalsband (Vibration) bei Ebay ersteigert. Es sollte mich bei der Erziehung eines doch etwas dominanten Hundes unterstützen, ihn aber in keiner Weise verletzen!
Um so größer war mein Erstaunen als der Artikel bei mir eintraf. Der Verkäufer muß hier wohl in seiner "Logistik" etwas übersehen haben. Es war ein Erziehungshalsband, nur leider nicht mit Vibration sondern mit Stromstößen! Da ich ein absoluter Hundefreund bin war ich natürlich sehr erbost darüber. Ich bin davon ausgegangen das solche Halsbänder in Deutschland verboten sind.
Auf meine diesbezüglichen Anfragen erhielt ich bis heute keine Antwort vom Verkäufer!

Nun meine Frage an Sie:
1. Ist nur die Benutzung in Deutschland strafbar oder auch der gewerbliche Verkauf?
2. Hat es Sinn, eine Strafanzeige bei der Polizei zu stellen und wenn ja, auf welche Paragraphen kann ich mich beziehen?
3. Wie kann ich verhindern das weitere Artikel dieser Art von diesem Verkäufer in Deutschland vertrieben werden?

Um es noch einmal klar zu sagen... ich bin ein absoluter Hundefreund und kann Erziehungsmethoden dieser tierquälenden Art nicht nachvollziehen. Ich habe dieses angebliche Erziehungshalsband in meiner Hand getestet. Es gab so einen Stromschlag das ich den Empfänger sofort runtergefallen lassen habe und noch hinterher ein taubes Gefühl in meinem linken Arm hatte.

Helfen Sie mir bitte mit einer kompetenten Antwort, solchen Leuten das "Handwerk" zu legen.

Vielen Dank

26.08.2010 | 20:25

Antwort

von


(2403)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:
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Sehr geehrter Ratsuchender,

nach § 3 Abs 11 TierSchG ist die Benutzung eines solchen Halsbandes verboten. Es wird aber nur nach § 17 TierSchG als Ordnungswidrigkeit geahndet, in der Regel mit Bußgeldern von 150,00 EUR.

Der Vertrieb und Besitz ist im Gegensatz zur Benutzung nicht verboten.

Die können eine Anzeige nach den obigen Normen machen. Allerdings nun gegen den Benutzer.

denn hierzu hat das BVerwG mit Urteil vom 23.02.2006, Az.: 3 C 14.05 ausgeführt:

Der Einsatz von Elektroreizgeräten, die erhebliche Leiden oder Schmerzen verursachen können, für Zwecke der Hundeausbildung ist gemäß § 3 Nr. 11 TierSchG verboten. Dabei kommt es nicht auf die konkrete Verwendung der Geräte im Einzelfall, sondern darauf an, ob sie von ihrer Bauart und Funktionsweise her geeignet sind, dem Tier nicht unerhebliche Schmerzen zuzufügen.

Eine Verhinderung des Vertriebs werden Sie damit aber kaum durchsetzen können.

Möglich wäre allenfalls, dieses eBay zu melden in der Hoffnung, dass diese Artikel dann dort nicht mehr verkauft werden. Das bleibt aber allein eBay vorbehalten.

Ihre Empörung ist verständlich, die Gesetzeslage eher weniger. Letztere kann ich aber leider nicht ändern.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle


Rückfrage vom Fragesteller 26.08.2010 | 21:55

Sehr geehrte Frau RA True-Bohle,

ich bedanke mich für Ihre schnelle Antwort.

Natürlich kann ich mich damit aber nicht zufrieden geben. So wie Sie es schon geschrieben haben: "Ihre Empörung ist verständlich, die Gesetzesgrundlage eher weniger."

Somit meine letzte Nachfrage: Es gibt also keinerlei rechtliche Grundlage im "Deutschen Recht" was Tierquälerei dieser Art verbietet und ich werde auch keinen Rechtsanwalt finden mit dessen Hilfe ich eine Gesetzesänderung vor Gericht erstreiten kann?
Schade eigendlich. Trotzdem noch einmal vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.08.2010 | 08:17

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Tierquälerei ist sehrwohl verboten, da die BENUTZUNG ja unter Strafe gestellt ist, nicht aber der Besitz oder Verkauf.

Sollten Sie also einen Hunde"Halter" sehen, der dem Hund das Halsband umgelegt hat, kann und sollte sofort Strafantrag gestellt werden. Dabei würde ich Sie natürlich auch unterstützen.

Die Gesetzeslage zu ändern obliegt der Legislative. Möglich wäre allenfalls ein Einfluß über einen EU-Bescheid, der aber derzeit überhaupt nicht absehbar ist.

Verschiedene Verbände mobilisieren ja richtigerweise ihre Mitglieder, um dagegen zu protestieren. Allerdings reicht dieses derzeit nicht aus, den Verkäufer zu belangen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Bewertung des Fragestellers 27.08.2010 | 17:43

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Noch einmal recht vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Anfrage. Sicherlich kann ein Hundefreund und Tierliebhaber die Deutsche Rechtssprechung in solch einem Fall nicht nach vollziehen! Aber ich bewete Ihre Antwort doch als sehr hilfreich!

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 27.08.2010
4,6/5,0

Noch einmal recht vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Anfrage. Sicherlich kann ein Hundefreund und Tierliebhaber die Deutsche Rechtssprechung in solch einem Fall nicht nach vollziehen! Aber ich bewete Ihre Antwort doch als sehr hilfreich!


ANTWORT VON

(2403)

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