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Preisangabe auf Eintrittskarten


10.12.2007 17:05 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz



Wir sind ein Ticket-Händler. Bisher haben wir den Originalpreisaufdruck auf den Eintrittskarten mit unserer Werbung überklebt. Jetzt hat uns ein Veranstalter von Motorsportveranstaltungen erklärt, dass diese Tickets durch das Aufkleben unserer Werbung ungültig werden und nicht mehr zum Eintritt berechtigen. Da wir nach der Preisauszeichnungverordnung jetzt den Originalpreis mit unseren Verkaufspreis (ist höher als der Originalpreis) überkleben möchten, ist jetzt die Frage, ist dies erlaubt und kann uns dann der Veranstalter diese Karten für ungültig erklären? Ist es überhaupt erlaubt, dass Veranstalter in Ihren AGBs beschränkungen des Tickets-Verkauf zu einen höheren Preis einschränken zumal ja unser Beratungsservice auch Kosten verursacht.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich anhand der mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Die jeweiligen AGB der entsprechenden Veranstalter sehen in der Tat oftmals vor, dass der Erstkäufer die Tickets nur für private Zwecke nutzen darf und ihm ein gewerblicher bzw. kommerzieller Weiterverkauf ohne vorherige Zustimmung des Veranstalters untersagt ist. Dieses Weiterverkaufsverbot beinhaltet in so einem Fall nicht nur das Verbot der Veräußerung zu einem höheren Preis, sondern erfasst jede gewerbliche Weiterveräußerung, unabhängig davon, ob damit Gewinn erzielt wird oder nicht.

Grundsätzlich ist dies nicht zu beanstanden, da jeder Veranstalter mittels seiner AGB das Vertragsverhältnis nach seinen Wünschen so gestalten darf, wie er es für richtig hält. Voraussetzung ist nur, dass die AGB auch wirksam in den jeweiligen Vertrag einbezogen wurden (je nach konkreter Gestaltung des Einzelfalls reicht es hierfür z.B. aus, wenn Sie bpsw. im Rahmen eines Online-Kaufs die Möglichkeit hatten, durch Anklicken eines gut sichtbar platzierten Links die AGB einzusehen) und dass der Vertragspartner des Verwenders durch eine solche Klausel nicht entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligt wird.

Gegenüber einem gewerblich handelnden Vertragspartner wie Sie es sind, begegnet eine solche Weiterverkaufsklausel keinen grundsätzlichen Bedenken. Zwar hat bspw. das Amtsgericht Frankfurt entschieden, dass der Weiterverkauf von WM-Tickets der WM 2006 nicht untersagt werden durfte; diese Konstellation betraf jedoch den Weiterverkauf zwischen zwei Verbrauchern. Das AG Frankfurt entschied hier, dass das Verbot des Weiterverkaufs den Käufer und Wiederverkäufer unbillig belaste, da dieser auch bei einer Terminkollision oder einer Erkrankung durch das Verbot gezwungen werde, die Karte ungenutzt verfallen zu lassen. Auf Ihren Fall ist diese Entscheidung jedoch nicht übertragbar, da Sie die Karten von vorneherein nicht zum Zwecke der persönlichen Nutzung, sondern zum gewerblichen Weiterverkauf erwerben.

Auch Ticketagenturen wie z.B. eventim verkaufen Tickets nur im Auftrag bzw. mit vorheriger Zustimmung des jeweiligen Veranstalters. Es ist Ihnen daher dazu zu raten, sich diese Zustimmung im Vorfeld immer einzuholen, wenn durch entsprechende AGB ein Weiterverkaufsverbot ausgesprochen wird.

Existiert kein Weiterverkaufsverbot, so kann der Veranstalter Tickets, auf die der neue Preis aufgeklebt ist, grds. nicht für ungültig erklären. Etwas anderes könnte ggf. dann gelten, wenn das Ticket durch das Überkleben in seinem äußeren Erscheinungsbild derart verändert würde, dass es mit dem Original kaum noch übereinstimmt. Dies dürfte jedoch kaum anzunehmen sein.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick vermitteln. Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz
Rechtsanwalt
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