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Geschäftsführer-Vertragsformulierung

15.07.2021 17:38 |
Preis: 60,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von


Ich gründe derzeit eine UG, bei der ich einzige Gesellschafterin und gleichzeitig auch Geschäftsführerin sein werde.

Nun möchte ich den Geschäftsführervertrag aufsetzen. Da die UG zu Beginn wenige bis keine Umsätze erwirtschaften und nebenbei betrieben wird, möchte ich zunächst für die ersten 1-2 Jahre faktisch kein Geschäftsführergehalt an mich auszahlen. Es sollen während dieser Zeit auch Lohnnebenkosten (zB. auch Kosten für Gehaltsabrechnung etc) vermieden werden.

Wenn (in mittlerer Zukunft) jedoch nennenswerte Umsätze erwirtschaftet werden, sollte ein Übergang zu einer bezahlten Tätigkeit auch mit marktüblichem Gehalt möglich sein, ohne dass sich bürokratische oder steuerliche Probleme ergeben.

Hier wären für mich folgende Konstellationen für die Niederschrift im Geschäftsführervertrag denkbar:

1. Unentgeltliche Geschäftsführertätigkeit (später dann Änderung des Vertrags, um Gehalt zu vereinbaren)
2. Entgeltliche (sozialversicherungsfreie) Geschäftsführertätigkeit mit Stundung der Zahlungen (wäre hier eine monatliche Gehaltsabrechnung dennoch nötig?)
3. Rein erfolgsbasierte Entlohnung am Jahresende, falls Umsätze entstanden sind
4. Stundenbasierte Abrechnung via freiberuflicher Rechnungsstellung.

Meine Bitte an Sie wäre die Auswahl der aus Ihrer Sicht richtigen Variante (rechtlich+steuerlich valide bei gleichzeitiger Kosteneffizienz) sowie ein Formulierungsvorschlag für den entsprechenden Absatz im Geschäftsführervertrag.

Vielen Dank und beste Grüße!




Einsatz editiert am 16.07.2021 02:10:00

16.07.2021 | 09:27

Antwort

von


(33)
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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihr entgegengebrachtes Vertrauen und Ihre Anfrage, zu der ich nachfolgend gerne eine verbindliche Einschätzung abgebe.

Meines Erachtens wären Varianten 1 und 2 die sinnvollsten Wege.

Zu Variante 1)
Grundsätzlich entscheiden Sie als alleiniger Gesellschafter frei über Ihre Vergütung als Geschäftsführerin. Eine unentgeltliche Tätigkeit führt aber insofern zu steuerlichen Nachteilen, als dies als verdeckte Gewinnausschüttung gesehen wird. Die Höhe der Vergütung kann also zwar frei geregelt werden, muss jedoch einem Fremdvergleich standhalten, um eine verdeckte Gewinnausschüttung zu vermeiden. Es ist allerdings möglich, die Vergütung für das Gründungsjahr zu reduzieren und sich sodann gemessen an vorher definierten Parametern entsprechend erhöhen. Doch ist dabei zu beachten, dass eine ausschließlich erfolgsabhängige Vergütung auch als verdeckte Gewinnausschüttung gewertet wird.
Als Formulierung wäre möglich:
(1) Der Geschäftsführer erhält im ersten Jahr nach Gründung des Unternehmens eine Vergütung in Höhe X.
(2) Nach Abschluss des ersten Geschäftsjahres wird die Höhe der Vergütung an die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens angepasst. Zu Festlegung der Höhe werden als Kriterien herangezogen ………..

Die Parameter müssten Sie selbst festlegen, hier fehlt mir der Einblick in Ihre Geschäftsidee und des einschlägigen Marktes. Ganz wichtig ist jedoch, dass die Kriterien nicht nur auf einer Erfolgsabhängigkeit beruhen.

Zu Variante 2)
Eine Stundung Ihrer Geschäftsführertätigkeit ist steuerunschädlich möglich zu vereinbaren. Sie können also Ihre Vergütung stunden bis ein bestimmtes Ereignis eintritt, z.B. dass zum Eingang einer bestimmten Zahlung. Doch muss auch die Stundungsabrede einem Fremdvergleich standhalten. Entscheidend ist also, ob ein Dritter die Vereinbarung ebenfalls so unterzeichnen würde, um eine verdeckte Gewinnausschüttung zu vermeiden. Die Stundung ist jedoch nur dann keine verdeckte Gewinnausschüttung, wenn es einen bestimmten Grund für die Stundung gibt, der dem Finanzamt detailliert zu schildern ist und Nachweise zu erbringen sind, dass die Stundung einem Fremdvergleich standhält (siehe bspw. BFH, Urt. v. 28.11.2001 – Az. I R 44/00). Ihre Darstellung verstehe ich jedoch so, dass in Ihrem Fall eine Stundungsvereinbarung keinem Fremdvergleich standhalten wird. Sollte dem Ihrer Meinung doch so sein und Sie eine entsprechende Formulierung wünschen, kommen Sie ggf. gerne im Rahmen der Rückfragefunktion erneut auf mich zu.

Variante 4 scheidet im Übrigen aus, da rechtlich nicht möglich. Variante 4 führt zur verdeckten Gewinnausschüttung und ist daher abzulehnen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich und zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und stehe Ihnen ggf. gerne über die Rückfragefunktion erneut zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Victoria Meixner


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