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zwangsversteigerungsrecht


| 08.09.2017 18:15 |
Preis: 76,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Berechnung des geringsten Gebotes (Mindestgebotes) in der Zwangsversteigerung


Es geht um ein Zwangsversteigeeungsverfahren mit 3 Grundschuldgläubigern
1. Rang Raiba X mit Grundschuld 300 T€ Grundschuldzinsen 16 % seit 1.9.2001 diese nimmt am Verfahren teil.
2. Rang HVB Grundschuld 64.000 Euro, diese betreibt das Verfahren
3. Rang Sparkassse x, Grindschuld 80.000 Euro, diese ist dem Verfahren beigetreten.

Frage ist es richtig, dass im Mindestgebot der Rang plus die Grundschuldzinsen seit Eintragung berücksichtigt werden müssen, in diesem Fall 300.000 Euro plus 16 % x 16 Jahre = 768.000 Zinsen und 300.000 Grundschuld hier insgesamt 1.068.000 €.

Termin 20.09.2017, vom Gericht kam darüber keine Mitteilung, Verkehrswert 375.000 Euro.

Fazit, damit müsste ein Zuschlag unreal sein.

mfG


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Das Mindestgebot bestimmt sich nach § 44 ZVG und folgt dem Deckungsgrundsatz. Danach muss durch die Versteigerung die Sicherung der Verfahrenskosten und die dem Gläubiger vorgehenden Rechte gewährleistet sein.

Der betreibende sowie nachrangige oder gleichrangige Gläubiger werden bei der Ermittlung des geringsten Gebotes nicht berücksichtigt.

Das geringste Gebot wird im Zwangsversteigerungstermin, § 66 ZVG aufgestellt. Gebote unterhalb des geringsten Gebotes werden als unzulässig zurückgewiesen.

2. Das geringste Gebot (Mindestgebot) setzt sich wie folgt zusammen:

I. Bestehen bleibende Rechte
hier EUR 300.000,-

II. der zu zahlende Teil
1. Verfahrenskosten (Gebühren und Auslagen des Gerichtes)
2. Ansprüche der Rangklasse 1, § 10 Abs. 1, Nr. 1 ZVG
3. Ansprüche der Rangklasse 2, § 10 Abs. 1, Nr. 2 ZVG
4. Ansprüche der Rangklasse 3, § 10 Abs. 1, Nr. 3 ZVG
5. Ansprüche der Rangklasse 4, § 10 Abs. 1, Nr. 4 ZVG
Hier ist eine einmalige Nebenleistung aus der bestehenden bleibenden Grundschuld, soweit diese zum Zwangsversteigerungsverfrahren angemeldet wurde zu berücksichtigen.
Im weiteren sind hier die Grundschuldzinsen für die letzen beiden Jahre vor Anordnung der Zwangsversteigerung, sowie die Zinsen bis zur Zwangsversteigerung einzurechnen, § 13 Abs. 1 ZVG.

Da Sie nicht angegeben haben, wann die Raiba Ihren Verfahrensbeitritt erklärt hat, sind die Zinsen zwei Jahre vor dem Beitritt sowie die nach dem Beitritt anfallenden Grundschuldzinsen einzurechnen. Erfolgte der Beitrit beispielsweise im September 2016, so sind überschlägig Grundschuldzinsen für drei Jahre anzusetzen, was einem Betrag von EUR 48.000,- entspricht.

3. Das Mindestgebot dürfte sich daher wie folgt zusammen setzen, wobei die Beträge rein überschlägig sind, um Ihnen einen erste Orientierung zu geben.

Verfahrenskosten (Gerichtskosten, inkl. Gutachten) EUR 5.000,- aber abhängig vom Verkehrswert
Rückständige Grundsteuer EUR 2.500,-.
Grundschuld EUR 300.000,- Grundschuldzinsen EUR 48.000,-
insgesamt EUR 355.500,- als geringstes Gebot.

Der Betrag für das geringste Gebot ist nicht verbindlich, da für die Berechnung wichtige Angaben, Verkehrswert, Datum des Betrittes fehlen und dient nur beispielhaft um die Zusammenstellung aufzuzeigen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 08.09.2017 | 19:51

Sorry, die Raiba nimmt nicht am Verfahren, der amtliche Verkehrswert liegt bei 375.000 €

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.09.2017 | 22:30

Vielen Dank für die Rückmeldung.

In diesem Fall sind lediglich Zinsen seit der Beschlagnahme anzusetzen.

Hier überschlägig EUR 16.000,- Die rückständigen Zinsen für zwei Jahre vor der Beschlagnahme sind durch die betreffende Grundschuldgläubigerin anzumelden, damit diese Berücksichtigung finden.

Die Gerichtskosten belaufen sich auf EUR 2.145,- zzgl. der Kosten für das Gutachten, insgesamt ca. EUR 5.000,-.

Das geringste Gebot von hier überschlägig EUR 323.500,- ist nicht zu verwechseln mit dem bargebot, da hier die bestehende bleibende Grundschuld keine Berücksichtigung findet.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 12.09.2017 | 07:56


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