Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

zurück in die GKV mit über 55 ?

| 30.07.2016 18:09 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Prochnow


Zusammenfassung: Für Auslandsrückkehrer ist auch bei einem Alter von über 55 Jahren die Aufnahme in die gesetzliche Krankenkasse meist unproblematisch, da die Voraussetzungen des § 6 Abs. 3a SGB V, welche zur Versicherungsfreiheit führen würden, in der Regel nicht vorliegen.

Wir sind z.Zt. freiwillig gesetzlich versichert und werden für ein paar Jahre in die USA gehen. Wenn wir zurück nach D kommen, werden wir über 55 Jahre alt sein. Wenn wir nun aus der GKV austreten, können wir dann mit ca. 60 Jahren oder älter zurück in die GKV ? ( Ich habe mal irgendwo gelesen, dass ein Zurück in die GKV ab 55 ausgeschlossen ist. Was muss ich beachten, damit wir nicht verpflichtet sind, uns privat zu versichern ? Gibt es sowas wie eine Anwartschaft auch in der gesetzlichen Krankenkasse oder ist es vielleicht ratsam, einfach gesetzlich krankenversichert zu bleiben und weiterhin die monatlichen Beiträge in D zu zahlen ? Was könnte passieren, wenn wir freiwillig versichert bleiben ( wir haben kein Einkommen in D und leben von Erspartem ), obwohl wir bis zur Rückkehr keinen Wohnsitz in D haben werden.

Vielen Dank für Ihre Antwort

Einsatz editiert am 31.07.2016 14:07:21

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Für Auslandsrückkehrer nach längerer Abwesenheit ist § 6 Abs. 3a SGB V einschlägig.

Dieser besagt folgendes:

Personen, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungspflichtig werden, sind versicherungsfrei, wenn sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren. Weitere Voraussetzung ist, dass diese Personen mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder nach § 5 Abs. 5 nicht versicherungspflichtig waren.

Um versicherungsfrei zu sein ( und damit nur in die PKV aufgenommen zu werden) müssen sie also folgende Bedingungen zugleich erfüllen:

1. Sie dürfen 5 Jahre lang vor ihrer Rückkehr nicht gesetzlich versichert gewesen sein. Dies sehe ich bei ihnen nicht. Sie sind zwar nicht pflichtversichert, aber sie sind in der gesetzlichen Krankenversicherung.

2. UND Sie müssen mindestens 2,5 Jahre von diesen 5 Jahren nicht versicherungspflichtig gewesen sein, obwohl sie dem Deutschen Bundesgebiet unterfielen. Der Aufenthalt auf deutschem Bundesgebiet ist ein ungeschriebenes Tatbestandmerkaml, es ist in die Norm hineinzulesen, weil auf sie während der benannten Zeitpannen deutsches Recht Anwendung finden muss. Dies ist aber nicht der Fall, da sie in Amerika leben. Auslandsrückkehrer, gerade wenn sie mehrere Jahre im Ausland leben, erfüllen diese Voraussetzung per sè nicht.

Demnach können sie bei Rückkher aus Amerika wieder problemlos in die gesetzliche Krankenkasse. Einer Anwartschaft oder einer freiwililigen Mitgliedschaft während des Auslandsaufenthaltes bedarf es nicht, sondern sie melden sich nach Rückkehr einfach wieder bei der gesetzlichen Krankenkasse an.

Besonders eindeutig ist ihr Fall, wenn sie einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit (Nebenjob über 450 € Grenze) nachgehen. Dies würde ich zu mindest zeitweise empfehlen, wenn sich die Krankenkasse quer stellen sollte, da dies ein sehr einfacher Weg in die gesetzliche Krankenkasse zurück ist. Im Übrigen genügt es, wenn einer der Eheleute in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, der andere kann sich dann über diesen familienversichern.

Daneben gibt es die Möglichkeit vorübergehend in ein europäisches Land mit gesetzlicher Versicherungspflicht ( z.B. Niederlande, Schweiz) zu gehen. Sie unterfallen bei einem Aufenthalt von gewisser Dauer dann dort der gesetzlichen Krankenkassenpflicht. Dies muss dann bei Umzug nach Deutschland berücksichtigt werden, sie gelten damit als bereits der krankenversicherungspflicht unterliegend, so dass auch dies ein gangbarer Weg ist, um auf jeden Fall in die gesetzliche Krankenkasse zurückzukehren.

Fazit:

Größere Probleme sind nach einem mehrjährigen Auslandsausfenthalt in der Regel auch bei einem Alter von über 55 Jahren nicht zu befürchten.

Sollten dennoch Proble auftauchen, ist zur uNtermauerung und leichteren Durchsetzbarkeit der gesetzlichen Krankenversicherungsaufnahme, die Aufnahme eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses oder aber der vorübergehnde Aufenthalt in einem EU-Staat mit gesetzlicher Krankenversicherungspflicht aufgrund des Aufenthaltes ratsam.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 06.08.2016 | 15:01

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank fuer die ausfuehrliche Antwort"
FRAGESTELLER 06.08.2016 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71400 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Braun hat die Situation erfasst und ist auf die darin enthaltenen wesentlichen Fragen zur vollkommenen Zufriedenheit eingegangen. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Frau True-Bohle hat den für mich vertrackten, unklaren Sachverhalt verständlich aufgearbeitet und mir eine nachvollziehbare Erklärung geliefert. Eine etwas konkretere Anleitung zur weiteren Vorgehensweise (ohne Nachfrage) wäre ... ...
FRAGESTELLER