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zugewinnausgleich / Haus


15.12.2012 16:15 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,
Meine Frau und ich haben im Jahr 2005 geheiratet. Ende 2010 ist meine Großmutter väterlicherseits verstorben und hat ein Haus, welches vom Amtsgericht zum Zeitpunkt auf 180000 Euro geschätzt wurde, hinterlassen.
Die Lebensgemeinschaft (Ihre vier Kinder, also mein Vater und seine Geschwister) haben per Auseinandersetzung den Besitz meinem Vater überschrieben, es wurden wegen Renovierungsrückstau 120000 Euro angesetzt. An seine drei Geschwister wude eine Zahlung von je 30000 Euro vereinbart.
Danach wurde ich per Überlassungsvertrag als Alleineigentumer eingetragen, mit der Verpflichtung die Hinauszahlungsbeträge zu übernehmen.Mein Vater hat mir seinen Anteil in Höhe von 30000 € per vorgezogener Erfolge geschenkt. Eingetragen wurde dies im Oktober 2012.
Nun möchte meine Frau, nachdem sie eine Beziehung mit einem anderen hat, die Scheidung.
Es ist noch nicht geklärt, bei wem unsere beiden Kinder bleiben, sie möchte aber definitiv nicht im Haus bleiben.
Der Wert des Hauses beträgt nun Ca. 300000 Euro.
Meine Fragen sind nun:
Wie errechnet sich der Zugewinn, wenn wir bei EheSchließung beide über keinerlei Guthaben verfügtem?
Muss ich meiner Frau beim Auszug einen Ausgleich für das Haus zahlen?
Andere Themen sind alle geklärt.
Meine Frau war bisher genau wie ich berufstätig, sollte saß eine Rolle spielen.

15.12.2012 | 17:14

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn Sie mit Ihrer Frau im Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben, ist der Zugewinn bei bzw. nach der Scheidung auszugleichen. Stichtag für die Bewertung ist die Zustellung des Scheidungsantrages, also nach Ablauf des Trennungsjahres. Wenn Ihr Haus auch dann 300.000 € wert ist, ist dieser Wert zunächst als Aktivposten anzusetzen. Hinzuzurechnen sind alle sonstigen Vermögenswerte wie Konten, Aktien usw.

Abzuziehen sind alle Verbindlichkeiten, also zum Beispiel Bankdarlehen. Sollten die Ausgleichszahlungen an die Geschwister Ihres Vaters bis dahin nicht erbracht sein, sind auch diese abzuziehen. Hätten Sie einen Kredit aufgenommen, um die Zahlung erbringen zu können, wäre der Saldo dieses Kredits zum Stichtag maßgeblich.

Als Anfangsvermögen ist nicht nur bei der Heirat vorhandenes Vermögen zu berücksichtigen, sondern auch das, was eine Partei von Eltern als Geschenk oder im Wege der vorgezogenen Erbfolge erhält. Das wäre bei Ihnen das Haus, so wie sie es von Ihrem Vater erhalten haben, allerdings unter Anrechnung der Auszahlungsverpflichtung. Für den Wert ist nicht maßgeblich, was Ihr Vater und die Geschwister als Wert vereinbart haben, sondern der Marktwert bei der Übertragung auf Sie.

Hätte der Wert also, wie vom Amtsgericht angenommen, 180.000 € betragen, wäre Ihr Anfangsvermögen 90.000 € (180.000 abzgl. 3 x 30.000 € für die Verwandten). Der Wert des Hauses ist aber im Rahmen dieser Beratung nicht sicher zu klären.

Die Differenz zwischen Ihrem Anfangsvermögen (bereinigt um den Inflationsausgleich, der hier wegen der kurzen Zeit zunächst vernachlässigt werden kann) und Ihrem Endvermögen ist Ihr Zugewinn.

Sollte Ihre Frau keinen Zugewinn erwirtschaftet haben, stünde Ihr die Hälfte Ihres Zugewinns als Ausgleichszahlung zu, andernfalls die Hälfte der Differenz zwischen ihrem und Ihrem Zugewinn.

Wäre das Haus also 300.000 € wert und unbelastet, also auch die Zahlungen an die Verwandten bereits erbracht, und hätte das Amtsgericht mit seiner Schätzung richtig gelegen, dann hätten Sie einen Zugewinn von 210.000 €. Ihre Frau bekäme also 105.000 €, wenn sie keinen Zugewinn erwirtschaftet hat.

Wären die Zahlungen an die Verwandten noch nicht erbracht, läge Ihr Vermögen zum Ende der Ehezeit nur bei 210.000 €. Abzüglich der Schenkung von 90.000 € hätten Sie dann nur einen Zugewinn von 120.000 €. Ihre Frau bekäme nur 60.000 €.

Sie sollten sich zeitnah vom einem auf Familienrecht spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen, mit dem insbesondere auch geklärt werden sollte, welche sonstigen Vermögenswerte bei Ihnen und Ihrer Frau zu berücksichtigen sind. Die Zugewinnauseinandersetzung bezieht sich stets auf das gesamte Vermögen, so dass sich hierdurch erhebliche Veränderungen ergeben können.

Dennoch hoffe ich, dass Ihnen meine Antwort weiterhilft.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel


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