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zeitliche Gültigkeit eines Testments

| 15. November 2022 21:25 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


23:03

Frage zur zeitlichen Gültigkeitsdauer eines Testaments.
1. einfache Formulierung:
Ein Testament wird eröffnet und abgewickelt.
Jetzt kommt nach vielleicht mehreren Jahren ein Erbe auf den bereits verstorbenen Erblasser zu.
Kann der letzte Erbe mit dem bereits eröffneten Testament das neue Erbe beanspruchen.
Gilt ein bereits eröffnetes Testament weiterhin?
Muss ein besonderer § im Testament sein, oder genügt „alleiniger Vollerbe"?

______________________________________________________________________-

2. Erneute deutlichere Formulierung: Erklärung mit Beispiel Namen u Datum. Abfolge
(Ich argumentiere mit Name und Beispieldatum, damit meine Frage deutlich wird)

Angenommen am 1.Juni 2020 ist der Erblasser Müller gestorben, der Erbfall ist eingetreten. Keine Abkömmlinge (Kinder) vorhanden. Der Erblasser hatte ein Testament geschrieben, mit Datum 1.April 1990. Das Testament wird eröffnet. Das Testament ist gültig. Das Erbe ist verteilt. Die Erbengemeinschaft (Huber, Baumgartner, Lutz usw.) ist einverstanden, Alles Übertragen am 1.August 2021.

Jetzt kommt am 1.September 2025 (oder auch vielleicht mehreren Jahren später) ein Erbe auf den 1.Juni 2020 verstorbenen Erblasser Müller zu.
Gilt in diesem Fall das bereits eröffnete Testament vom 1.April 1990 weiterhin?
Kann die Erbengemeinschaft das neue Erbe vom 1.Sept 2025 übernehmen?
Wie erfährt die Erbengemeinschaft von dem Erbfall 1.Sept 2025?
Wird ein einmal eröffnetes Testament ungültig (wertlos)?
Ist es ein Unterschied, ob das Testament gerichtlich hinterlegt ist, oder in privater Hand ist?
Muss ein besonderer § im Testament sein, oder genügt „alleiniger Vollerbe"?

15. November 2022 | 22:23

Antwort

von


(72)
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55128 Mainz
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Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

unter Berücksichtigung der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen möchte ich nachfolgend gerne die von Ihnen gestellte Anfrage beantworten.

Beachten Sie jedoch bitte, dass im Einzelfall weitergehende Informationen für eine fundiertere Einschätzung der Rechtslage erforderlich sein können und dass das Fehlen relevanter Informationen dazu führen kann, dass die Einschätzung unter Berücksichtigung solcher Informationen eine andere sein könnte. Auch kann diese Einschätzung in vielen Fällen ein persönliches Beratungsgespräch nicht ersetzen.

Bei der Beantwortung habe ich folgende Annahmen zugrunde gelegt:

Leider ist Ihre Schilderung nicht vollständig eindeutig. Ich gehe daher von Folgendem aus:

- Erblasser Müller ist 2020 verstorben.
- Erblasser Müller war damals bereits Erbe einer andere Person. Dies war jedoch noch nicht bekannt.
- Nunmehr, nach dem Tod von Müller und nach Verteilung des restlichen Nachlasses, wird dies bekannt.

Wenn der Sachverhalt ein anderer ist, nutzen Sie bitte die Rückfragefunktion.

Demzufolge stellt sich die Rechtslage wie folgt dar:

Gemäß dem Testament des Erblassers Müller sind dessen Erben weiterhin dessen Erben. Es gibt keinen Grund, warum dies anders sein sollte. Hypothetische Verläufe sind nicht zu berücksichtigen. Ob der Erblasser Müller das Testament in Kenntnis des ihm zufallenden Erbes also anders errichtet hätte, spielt keine Rolle. Auch gibt es keinen Grund, wieso hier ein Testament ungültig werden sollte.

In diesem Fall fällt das Erbe der anderen Person der Erbengemeinschaft als Rechtsnachfolgerin des Müller zu. Dieses muss dann nachträglich unter den Erben verteilt werden.

Wie die Erbengemeinschaft hiervon erfährt, kann schwerlich abstrakt beurteilt werden. Evtl. erfährt diese hiervon auch gar nicht. Werden Sie nötigenfalls im Rahmen einer Nachfrage bitte konkreter.

Ihre anderen Fragen sind leider etwas unverständlich, aber höchstwahrscheinlich mit "Nein" zu beantworten.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen bestmöglich geholfen zu haben und wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Lenz
-Rechtsanwalt-


Rechtsanwalt Christian Lenz

Rückfrage vom Fragesteller 16. November 2022 | 22:51

Vielen Dank,
A.
Ich habe Sie so verstanden, dass ein Testament zeitlich und inhaltlich immer gültig ist.
Wenn nach der ersten Testamentseröffnung das Erbe verteilt ist, bleibt das Testament trotzdem weiterhin gültig.
Es ist nicht so wie bei einem Gewinnlos. Nach der Gewinnauszahlung wird das Gewinnlos ungültig. Es kann kein weiterer Gewinn nachkommen.
Ein gerichtlich hinterlegtes Testament bleibt weiterhin gültig und gerichtlich hinterlegt.
Aber, braucht es einen extra Passus (extra §). Eine Formulierung?

B.
Hier noch mit einer Beispiel Frageformulierung:
Angenommen im gerichtlich hinterlegten Testament steht:
…hiermit vererbe ich
mein Haus, Seestraße 3, 12345 Musterdorf mit gesamter Ausstattung und Inhalt und
mein Bankkonto 8765432 bei Geldbank
an meinen Neffen Vorname Nachname Geburtsdatum....

Der Testamentsersteller stirbt, das Testament wird eröffnet und der Neffe (Erbe) übernimmt Haus und Bankkonto.
Nach Jahren kommt auf den verstorbenen Testamentsersteller ein weiteres Erbe zu. Ein Aktienfond im Wert von 250.000,-€
Bekommt diesen Aktienfond der Neffe im Rahmen einer erneuten Testamentseröffnung übertragen?
Im Testament ja steht nichts von einem Aktienfond.
Oder braucht es dazu einen extra Passus im Testament, Zum Beispiel:

§ xy.
Dieses Testament gilt auch für alle zukünftigen mir zustehenden Vermögenswerte.
Dieses Testament gilt nach der ersten Eröffnung weiterhin unbegrenzt.

C.
Nach dieser Erklärung hier nochmals meine Frage:
Gilt ein Testament auch für Vermögenswerte die lange nach der ersten Eröffnung auf den Testamentsersteller (Erblasser) zukommen?
Was muss dazu beachtet werden? Zum Beispiel:
Muss dazu eine Formulierung ins Testament?
Muss das Testament weiterhin gerichtlich hinterlegt bleiben?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16. November 2022 | 23:03

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Nachfrage, welche ich gerne beantworten möchte.

A.

Ein Testament bleibt - wenn es nicht zu Lebzeiten widerrufen worden ist o.Ä. - immer wirksam. Die Erben sind die Rechtsnachfolger des Erblassers. Sie erben sämtliches Vermögen des Erblassers, also alle Rechte und Pflichten, auch wenn diese erst viel später bekannt werden. Ein Testament ist etwas völlig anderes als ein Gewinnlos.

B.

Sie dürfen hier nichts Vermächtnisse mit einer Erbeinsetzung vermischen. Sofern der Neffe wirklich der Erbe (der Rechtsnachfolger) geworden ist - was ich mangels Kenntnis des gesamten Testaments nicht beurteilen kann, was aber i.d.R. dann so ist, wenn der Großteil der Vermögenswerte dieser Person zukommt und es keine andere ausdrückliche Erbeinsetzung gibt -, fällt ihm auch der Aktienfonds zu. Er erbt dann das gesamte Vermögen, ohne dass dieses im Testament genannt sein müsste. Sofern es um Vermächtnisse gehen sollte, wäre dies anders.

C.

Ja, das Testament gilt weiter.
Es muss nichts Bestimmtes beachtet werden.
Es bedarf keiner Formulierung im Testament.
Nein, das Testament wurde bereits eröffnet. Dies passiert auch nur einmalig (ausgenommen gemeinschaftliches Testament, weil es dort zwei Erblasser gibt).

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfragen verständlich beantworten.

Freundliche Grüße

Christian Lenz

Bewertung des Fragestellers 17. November 2022 | 20:49

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