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wohnungsverkauf an 1 von 3 Kindern

17. Juni 2022 11:30 |
Preis: 55,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


14:49

Hallo, wir haben eine Eigentumswohnung in einem 2-Fam.-Haus. Die obere Wohnung gehört unserem Sohn, der auch später das ganze Haus behalten möchte und seine 2 Geschwister dann auszahlen würde. Wir möchten ihm die Wohnung, 132 qm, Erdgeschoß verkaufen, z.B. für 240000,--. (Wert dürfte ca. bei 330-360000,-- liegen). Wir möchten gern 80000,-- jetzt bekommen und dafür eine Miete an ihn zahlen, in etwa in der Höhe der Abtragungssumme an die Bank. Seine 2 Geschwister soll der Sohn aber erst auszahlen müssen, wenn es uns nicht mehr gibt (hoffentlich erst in 10-15 J.) (:),. Die dann auszuzahlende Summe wollten wir mit je 75000 ins Testament schreiben. Wir verstehen uns alle super und haben auch hierüber mit allen gesprochen. Könnte das so gehen? Danke für eine ausführliche Antwort, wie wir auch weiterhin vorgehen können. Vielen Dank. Gern werde ich Ihre Antwort bezahlen. Frdl. Gruß

17. Juni 2022 | 12:24

Antwort

von


(63)
Hochstraße 82
55128 Mainz
Tel: 015120509460
Web: https://ganzrecht.net
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Sehr geehrter Fragesteller,

unter Berücksichtigung der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen möchte ich nachfolgend gerne die von Ihnen gestellte Anfrage beantworten.

Beachten Sie jedoch bitte, dass im Einzelfall weitergehende Informationen für eine fundiertere Einschätzung der Rechtslage erforderlich sein können und dass das Fehlen relevanter Informationen dazu führen kann, dass die Einschätzung unter Berücksichtigung solcher Informationen eine andere sein könnte. Auch kann diese Einschätzung in vielen Fällen ein persönliches Beratungsgespräch nicht ersetzen.

Die Rechtslage stellt sich hier wie folgt dar:

Das geplante Vorgehen ist ohne Weiteres umsetzbar.

In dem Kaufvertrag (gemischte Schenkung) kann vereinbart werden, dass die Eigentumsumschreibung nach Zahlung der 80.000,00 EUR (oder auch schon vorher, falls gewünscht) erfolgen soll. Der restliche Kaufpreis kann dann aufschiebend bedingt auf einen bestimmten Zeitpunkt (z.B. Tod des zweiten Elternteils) gestundet werden. In diesem Verhältnis bestehen schenkungsteuerrechtlich angesichts des nicht ausgeschöpften Freibetrags auch keinerlei weitere Fragen.

Was die "Auszahlung" der übrigen Kinder / Geschwister betrifft, so sind verschiedene Optionen denkbar.

Zunächst könnten Sie den Sohn als Alleinerben einsetzen und mit Vermächtnissen im Testament beschweren (oder die Erbquoten einfach entsprechend ansetzen). Das ergibt aber keinen Sinn, soweit der Nachlass abseits der Wohnung (die ja dann nicht mehr in den Nachlass fällt) nicht werthaltig ist. Angesichts des gestundeten Kaufpreises wäre dies jedoch der Fall (dieser müsste ja dann bei 160.000,00 EUR mindestens liegen, sofern nicht vorher überschuldet). Dann müsste der beschenkte Sohn aber auch gleichzeitig auf seinen Pflichtteil verzichten. Eine Gesamtregelung in einem Erbvertrag böte sich dann an.

Des Weiteren können Sie diese Pflicht direkt in den Kaufvertrag hineinschreiben. Hierbei sollte den anderen Kindern dann ein Direktanspruch (sog. Vertrag zugunsten Dritter) zukommen. Dieser Anspruch kann ebenfalls gestundet werden.

Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Ausgleichszahlungen nach neuerer Rechtsprechung Schenkungen des Sohnes an die anderen Geschwister darstellen (vgl. BFH Urteil vom 10.05.2017, Az.: II R 25/15), womit nur ein Freibetrag in Höhe von 20.000,00 EUR gälte. Daher kann es insoweit Sinn ergeben, dass der Sohn verpflichtet ist, diese Zahlungen an Sie zu leisten, Sie diese dann wiederum den anderen Kindern zukommen lassen (dann Schenkung von Ihnen an die anderen Kinder mit höherem Freibetrag). Das würde dann für die Regelung in einem Erbvertrag neben dem Kaufvertrag sprechen, da hier dann regulär Erbschaftsteuerrecht zwischen Ihnen und den Kindern mit entsprechenden Freibeträgen gälte.


Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen bestmöglich geholfen zu haben und wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Lenz
-Rechtsanwalt-


Rechtsanwalt Christian Lenz

Rückfrage vom Fragesteller 17. Juni 2022 | 14:34

Hallo Herr Lenz, vielen Dank für Ihre Antwort. Unser "Problem" liegt dort, dass es noch einen Sohn aus erster Ehe meines Mannes gibt. Dieser möchte zwar keinen Kontakt mit uns - er würde aber mit Sicherheit sofort anwesend sein, wenn meinem Mann etwas passieren würde, um seinen Pflichtteil anzufordern. 80000 möchten wir gern zur Aufbesserung der Rente. Wir sind 72 und 77 Jahre alt. Da unser Sohn (oben im Haus gehört ihm die Eigentumswohnung) keine 80000 zusätzl. finanzieren kann, wollten wir ihm eine Miete zahlen, und so die 80000 mit abbezahlen. Unsere anderen beiden Kinder sollen ihren Teil -nämlich 75/80000 jeder erst dann erhalten, wenn es uns nicht mehr gibt. Dieses Geld müsste unser Sohn, der gern die Wohnung unten erhalten möchte, dann natürlich aufnehmen und seine Geschwister auszahlen. .... und da habe ich nach einer Lösung - vorab - gesucht. Steuerberater, Notar usw. folgt dann auch. Vielen Dank. L.G.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17. Juni 2022 | 14:49

Sehr geehrte Fragestellerin,

wie gesagt, vertragsrechtlich ist dies ohne Weiteres umsetzbar. Bei Zahlung aus der Erbmasse sollte dies für den Sohn dann ja kein Problem darstellen. Die steuerrechtlichen Fragen können Sie dann am besten mit einem Steuerberater klären.

Freundliche Grüße

ANTWORT VON

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