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wohnungsbesichtigung bei opfern von straftaten

18.04.2018 22:54 |
Preis: 40,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Verkauf vemietetes Haus

Hallo, ich wohne als Frau seit 9 Jahren alleine in einer eigenen Wohnung eines Einfamilienhauses. In einem Anbau (direkt am Haus) wohnt mein Nachbar seit 20 Jahren. Der eigentliche Vermieter wohnte bis vor Kurzem in der Wohnung unter mir. Mein Nachbar und ich bekamen eines Tages ein Schreiben von der Tochter des Vermieters. Darin stand, ihr Vater sei in ein Altenheim verzogen und wolle nun das Haus verkaufen, dem zuständigen Makler muss Eintritt in die jeweilige Wohnung gewährt werden, so die Tochter des Verm. Wir als Mieter bekamen den Vermieter nun selbst nicht mehr zu Gesicht, jedoch beschreibt mein Nachbar, der Vermieter sei abgeholt worden und wollte dagegen mit der Polizei Widerstand leisten. Er sei angeblich dement (84 J.), eine Generalvollmacht habe er seiner Tochter ausgestellt, so die Tochter.

Die Tochter schrieb uns, sie habe nun alles an den Makler abgegeben und sei "raus". Mein Nachbar und ich vermuten, das die Tochter die Mieträume nicht bei diversen Ämtern gemeldet hat und verwaltet nun das Konto des Vaters.
Jetzt geht es um die Terminvereinbarung. Ohne meine Erlaubnis wurden 2 meiner Telefonnummern einfach von der Tochter weiter gegeben und es meldete dich die Maklerin. Bislang ist das Mietverhältnis nicht gekündigt worden und es gab auch schon eine Wohnungsbesichtigung mit einem Ehepaar. Leider bekam ich vorab aber keine Namensliste und auch die Urzeiten der Terminwahl, stimmen nicht mit denen ein, die für Besichtigungen eigentlich zulässig sind. Schon bei der ersten Besichtigung wurde uns nicht mitgeteilt, das der eigentliche Interessent aus Bayern abgesprungen war. So standen völlig andere Personen mit der Maklerin vor meiner Tür. Nun bat ich für die folgenden Termine wenigstens eine Liste der Personen zu bekommen. Das bekam ich auch, allerdings nur die Nachnamen mit Wohnort.

Ich hatte, da ich vor 1,5 Jahren einen Überfall mit bekannten Tätern erlebte, einen Interessenten per Internet nachverfolgt und gesehen, das dieser mit den Tätern in Verbindung steht. Ich werde seit 1,5 Jahren vom Opferschutz und einer Therapeutin begleitet und möchte nicht, das die Maklerin nun davon erfährt. Möchte aber gleichzeitig auch nicht, das Straftäter meine Wohnung betreten. Da ich eine Traumafolgestörung Habe, "triggern" solche Begegnungen die Symptome immer wieder an und ich habe massiv damit zu kämpfen. Mehrfach die Woche bin ich bei verschiedenen Behandlern und kann mich nicht immer auf Termine einlassen, da ich lange Ruhezeiten benötige.

Nun meine Fragen:
1.Ist es überhaupt zulässig, das die Tochter das Haus verkauft und was muss diese rechtlich in Bezug auf ihren Vater und Vormundschaft vorliegen?
2. Kann ich der Maklerin Termine nennen oder muss ich mich nach ihren richten?
3. Welche Daten der Interessenten darf die Maklerin mir aushändigen?
4. Kann ich im Rahmen meiner Folgestörung durch eine Straftat, die Interessenten selbst aussuchen oder den Interessenten die Besichtigung verweigern? Wie?
5. Muss ich als ungekündigter Mieter überhaupt jemanden hinein lassen?
6. Wie oft muss ich Besichtigungen im Monat zulassen und dürfen Interessenten alles anfassen?

Ich freue mich über eine Rückmeldung
M.f.G. Ann Behne

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.Ist es überhaupt zulässig, das die Tochter das Haus verkauft und was muss diese rechtlich in Bezug auf ihren Vater und Vormundschaft vorliegen?

Wenn die Tochter eine Vollmacht besitzt und/oder die rechtliche Betreuung übernommen hat, kann Sie das Haus verkaufen.

Des weiteren müssen Sie erst Ihre Wohnung zur Besichtigung zur Verfügung stellen, wenn das Mietverhältnis gekündigt wurde, also ein berechtigtes Interesse vorliegt.

Alleine die Tatsache, dass das Haus verkauft wird, ändert ja an dem Mietverhältnis nichts - die Kündigung müsste genau geprüft werden, ob z.B. Eigenbedarf vorliegt.
Kauf bricht nämlich Miete nicht, das Mietverhältnis geht mit allen rechten und Pflichten auf den Erwerber über, § 566 BGB

§ 566
Kauf bricht nicht Miete
(1) Wird der vermietete Wohnraum nach der Überlassung an den Mieter von dem Vermieter an einen Dritten veräußert, so tritt der Erwerber anstelle des Vermieters in die sich während der Dauer seines Eigentums aus dem Mietverhältnis ergebenden Rechte und Pflichten ein.

Da noch keine Kündigung vorliegt, erübrigen sich derzeit Ihre Fragen und Sie können ersteinmal beruhigt abwarten!


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


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