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wirtschaftlicher Totalschaden nach Parkplatzcrash?

| 21.06.2017 23:50 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.


Zusammenfassung: Wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert überschreiten.
Der Geschädigte kann auch die Reparaturkosten fordern, wenn diese 130 % des Wiederbeschaffungswertes nicht überschreiten und er das Fahrzeug noch mindestens 6 Monate nutzt.

Ich wollte vom Gelände eines Supermarkts wegfahren, dabei fuhr mir eine Person aus einem Parkplatz heraus in die Seite, ein rein optischer Schaden an hinterer Tür, Kotflügel und Stoßfänger meines 8 Jahre alten Kleinwagens entstand, die Tür lässt sich wie vorher öffnen und schließen und auch beim Fahren bemerke ich keinen Unterschied zu vorher. Die Schuldfrage ist klar, ich bin der Geschädigte. Die Versicherung des Unfallgegners gab mir zunächst eine Freigabe für einen bestimmten Betrag, da ich eigentlich eine Werkstatt meines Vertrauens auswählen wollte, nannte mir aber auch eine Vertragspartnerwerkstatt, zu der ich dann fuhr, da sie bei mir im Ort liegt. Es wurde dabei alles mit Fotos dokumentiert. Nun spricht die Versicherung von einem möglichen wirtschaftlichen Totalschaden, ein von ihr beauftragter Sachverständiger möchte mit mir einen Termin zwecks weiterer Begutachtung vereinbaren, den Sachverständigen habe ich aber noch nicht zurückgerufen aus Furcht, daß es tatsächlich auf einen wirtschaftlichen Totalschaden hinauslaufen soll. Ich bin auf mein im Übrigen technisch einwandfreies und äußerst zuverlässiges Fahrzeug, das ich als Neuwagen erworben hatte, angewiesen und werde nie ein nur annähernd vergleichbares Auto für den Zeitwert finden. Was können Sie mir raten? Soll ich der Begutachtung meines Fahrzeugs durch den von der Versicherung bestimmten Sachverständigen zustimmen? Oder auf meine Ansprüche verzichten, um drohenden Ärger aus dem Weg zu gehen? Was passiert im Fall eines wirtschaftlichen Totalschadens mit meinem Auto? Ich möchte es unbedingt behalten und damit weiterfahren. Oder kann die Versicherung auf einer Stilllegung bestehen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich rate Ihnen, die Versicherung das Sachverständigengutachten einholen zu lassen. Nur wenn Sie die Reparaturkosten, den Wiederbeschaffungswert und Restwert kennen, können Sie am Besten entscheiden, wie der Unfallschaden abgerechnet werden soll bzw. kann.

Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert überschreiten. Der wirtschaftliche Totalschaden bedeutet aber nicht, dass Sie das Fahrzeug stilllegen müssen. Sie könnnen das Fahrzeug weiter nutzen, erhalten aber von der Versicherung als Schadensersatz lediglich den Wiederbeschaffungswert laut Gutachten abzüglich Fahrzeugrestwert.

Sie haben allerdings auch die Möglichkeit, sofern die Reparaturkosten nicht mehr als 130 % des Wiederbeschaffungswertes betragen, das Fahrzeug verkehrssicher reparieren zu lassen, müssen es dann allerdings mindestens 6 Monate weiter nutzen. Dann haben Sie Anspruch auf die Reparaturkosten. Sie können in diesem Fall auch eine Teilreparatur vornehmen und fiktiv die Nettoreparaturkosten abrechnen. Dies lohnt sich in vielen Fällen mehr als die Abrechnung auf Totalschadenbasis.

Übersteigen die laut Sachverständigengutachen notwendigen Reparaturkosten 130 % des Wiederbeschaffungswertes müssen Sie die Abrechnung auf Totalschadenbasis hinnehmen, können aber das Fahrzeug selbstverständlich weiter nutzen. Die Versicherung kann Ihnen nicht in die Nutzung des Fahrzeuges reinreden.

Es ist auch nicht zwingend davon auszugehen, dass der Gutachter der Versicherung zu einem ungünstigerem Ergebnis kommt, als ein von Ihnen beauftragter Sachverständiger. Vor allem haben Sie den Vorteil, nicht Schuldner der Sachverständigenkosten zu sein und diese gegenüber der Versicherung als Teil des Schadens geltend zu machen.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verkehrsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 13.07.2017 | 10:04

nach Gutachten des Sachverständigen ist der Wiederbeschaffungswert zwar geringfügig höher als die Reparaturkosten, abzüglich des Restwerts aber deutlich niedriger, d.h. wenn ich sie richtig verstanden habe, ist das ein wirtschaftlicher Totalschaden, inzwischen liegt mir ein Angebot eines Restwertaufkäufers zum Restwert des Fahrzeugs vor, ich möchte das Fahrzeug jedoch nicht veräußern, sondern weiter nutzen. Habe ich das richtig verstanden, dass ich dann von der Versicherung als Schadensersatz lediglich den Wiederbeschaffungswert laut Gutachten abzüglich Fahrzeugrestwert erhalten werde?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.07.2017 | 10:48

Sehr geehrter Fragesteller,

ja, dann liegt in Ihrem Fall ein wirtschaftlicher Totalschaden vor.

Wenn Sie fiktiv (also nach Gutachten) abrechnen wollen, bekommen Sie von der Versicherung den Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert.

Sie dürfen in Ihrem Fall aber auch reparieren lassen und bekommen, wenn Sie ordnungsgemäß nach Vorgabe des Gutachtens reparieren die konkreten Reparaturkosten. Nur bei (fiktiver) Abrechnung nach Gutachten erhalten Sie diese nicht, sondern nur den Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 13.07.2017 | 13:30

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"Ich bin sehr zufrieden mit der Beantwortung meiner Fragen, Herr Hauser hat sehr schnell auf sehr verständliche und freundliche Art und Weise meine Fragen beantwortet und mir meine Unsicherheit und Bedenken genommen, vielen Dank dafür.
Nachtrag: auch meine Nachfrage beantwortete Herr Hauser prompt und verständlich, super."
FRAGESTELLER 13.07.2017 5/5,0
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