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widerspruechliches Arbeitszeugnis


08.05.2007 09:15 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe



Hallo,
Ich habe folgendes Arbeitszeugnis erhalten und möchte Sie um eine Bewertung bitten, da ich das Zeugnis als widerspruechlich empfinde.

________________________________________

Name, Geburtstdatum, Firma, Abteilung, Beschaeftigungszeitraum

Detaillierte Aufgabenbeschreibung

Waehrend Ihrer Arbeit in unserem Hause hat Frau XXX gezeigt, dass sie ueber aeusserst fundierte Fachkenntnisse verfuegt, die sie in Ihrem Aufgabengebiet stets erfolgreich einsetzte. Aufgrund ihrer guten Auffassungsgabe und ihrer ausgezeichneten Urteilsfaehigkeit war es ihr auch in schwierigen Situationen moeglich, schnell und erfolgreich praktikable Problemloesungen aufzuzeigen.

Bei hoher Belastung erzielte sie ebenso gute Arbeitsergebnisse. Sie zeigte jederzeit Eigeninitiative und beeindruckte durch ihre grosse Einsatzbereitschaft. Die Arbeitsweise von Frau XXX war immer durch grosse Systematik, Genauigkeit und Sorgfalt gekennzeichnet. Sie erwies sich als pflichtbewusste, qualifizierte Mitarbeiterin, die ihre Aufgaben stets zuegig und gut erledigte. Die Leistungen von Frau XXX verdienen in jeder Hinsicht unsere volle Anerkennung. Ihr Verhalten gegenueber Vorgesetzten und Kollegen war stets vorbildlich.
Ihr Wissen und ihre Faehigkeiten entwickelte sie staendig weiter, was sie insbesondere durch die Teilnahme an Trainings- und Weiterbildungsmassnahmen bewies.
_______________________________________________________

Anmerkungen/Widerspruechlichkeiten von meiner Seite

<Bei hoher Belastung erzielte sie ebenso gute Arbeitsergebnisse>.
Ich finde dies impliziert, dass ich nicht besonders stressresistent bin, gerade, wenn die Arbeitsabläufe vom Normalen abweichen. Ich finde, dies steht im Wiederspruch zum gesamten Zeugnis. Habe ich im Rahmen “eines wohlwollende” Zeugnisses einen Anspruch auf Aenderung dieses Satzes?

<pflichtbewusste> Mitarbeiterin>
Ich finde dies impliziert, dass ich nur “Dienst nach Vorschrift” geleistet haette und einen eigenen starken Willen haette. Ich finde, dies steht im Wiederspruch zum gesamten Zeugnis. Habe ich im Rahmen “eines wohlwollende” Zeugnisses einen Anspruch auf Aenderung dieser Beurteilung?

<qualifizierte> Mitarbeiterin> vs. <aeusserst fundierte Fachkenntnisse>, <ausgezeichneten Urteilsfaehigkeit>
Dies stellt fuer mich einen Widerspruch innerhalb des Dokuments dar.

Im Allgemeinen wuerde ich gern zusaetzlich wissen, welchen Anpruch ich auf die Aenderung des Zeugnisses habe, insb. in Hinsicht auf ein faires/wohlwollendes Zeugnis habe. Innerhalb welches Zeitraums muss eine Aenderung eingefordert werden und bedarf dies einer bestimmten Form?


Vielen Dank
Cornelia

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Sehr geehrte Fragestellerin,

in folgenden Punkten sollten Sie das Zeugnis genauer prüfen bzw. ergänzen lassen:

"praktikable Problemlösungen aufzuzeigen UND UMZUSETZEN", anderenfalls klingt es so, als ob Sie anderen nur gesagt hätten, wie es geht, es aber selbst nicht hingekriegt hätten.

Das Pflichtbewusstsein wird stark betont, wobei dynamische Attribute fehlen (motiviert, zielorientiert).

Ihre Arbeit bei hoher Belastung wird etwas schwach bewertet und steht im Widerspruch zu anderen Bewertungen (ausgezeichnet, stets erfolgreich). Dies kann in der Tat ein Hinweis auf mangelnde Stressresistenz sein.

Falls Sie im Rahmen Ihrer Tätigkeit auch Kundenkontakt hatten, sollte dies erwähnt werden (Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen UND KUNDEN...). Anderenfalls könnte aus dem Fehlen dieses Punktes auf Kritik an Ihrem Verhalten gegenüber Kunden geschlossen werden.

Es wird nicht die übliche Leistungsbeurteilung (entspricht einer Zeugnisnote) verwendet. Diese sollte lauten "Sie erledigte die ihr übertragenen Aufgaben (stets) zu unserer (vollen, vollsten) Zufriedenheit." Diese Formulierung ist gebräuchlich. Ein Fehlen oder eine starke Abweichung kann Kritik bedeuten.

Es sollten auch die üblichen Schlussformeln vorhanden sein (Ausscheiden bedauern, Dankesformel, Zukunftswünsche). Ein Fehlen deutet auf eine problematische Beendigung des Arbeitsverhältnisses hin.

Ein Arbeitszeugnis muss wohlwollend, aber auch zutreffend sein. Sie haben immer dann einen Anspruch auf Zeugnisberichtigung, wenn das Zeugnis nicht mit Ihren Leistungen und Fähigkeiten übereinstimmt, wofür Sie dann allerdings beweispflichtig sind.

Sie können dies formlos (mündlich, schriftlich oder über einen Anwalt) gegenüber dem Arbeitgeber verlangen, wobei die Vorgehensweise auch vom Verhältnis zum Arbeitgeber abhängt. Notfalls lässt sich eine Zeugnisberichtigung auch einklagen.

Es gibt dafür keine festen Fristen, aber Sie sollten damit nicht zu lange warten, um glaubwürdig zu bleiben.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein erste Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

info@kanzlei-plewe.de







Nachfrage vom Fragesteller 08.05.2007 | 10:46

Sehr geehrte FRau Plewe,
Vielen Dank fuer die schnelle und umfangreiche Beantwortung meiner Fragen.

Leider hat die Webseite Teile meiner Fragen "geschluckt" und deshalb wuerde ich sie gern nochmal an Sie adressieren.

Formulierung "pflichtbewusste Mitarbeiterin"
Ich finde dies impliziert, dass ich nur “Dienst nach Vorschrift” geleistet haette und einen eigenen starken Willen haette. Ich finde, dies steht im Wiederspruch zum gesamten Zeugnis. Habe ich im Rahmen “eines wohlwollende” Zeugnisses einen Anspruch auf Aenderung dieser Beurteilung?

Formulierungen “qualifizierte Mitarbeiterin” steht im Gegensatz zu “aeusserst fundierte Fachkenntnisse”, “ausgezeichneten Urteilsfaehigkeit”
Dies stellt fuer mich einen Widerspruch innerhalb des Dokuments dar.

Vielen Dank
Cornelia

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.05.2007 | 11:09

Sehr geehrte Fragestellerin,

das "Pflichtbewusstsein" ist dann in Ordnung, wenn dynamische Attribute hinzukommen. Hier sollten Sie Nachbesserung verlangen.
Bei der "qualifizierten" Mitarbeiterin sehe ich dies eher als Ergänzung zu den anderen Attributen. Insgesamt erscheint dieser Absatz jedoch etwas "gedämpft" und sollte durch Zusätze (sehr besonders, herausragend o.ä.) etwas "aufpoliert" werden.

Den Anspruch auf Berichtigung haben Sie dann, wenn Ihre Leistungen unzutreffend beurteilt wurden. Sie sollten mit dem Arbeitgeber sprechen und die Verbesserungen verlangen. Falls er sich nicht darauf einläßt, sollten Sie sich anwaltlich vertreten lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin





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