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widerruf einer vollmacht über den tod hinaus


10.12.2005 14:13 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Arnd-Martin Alpers



ich bin aufgrund notariellem testament teil einer erbengemeinschaft die aus mir und einer weiteren person besteht. die information habe ich persönlich vom erlasser noch zu lebzeiten erhalten. der andere miterbe hatte eine vollmacht (bankvollmacht)des erblassers. ich gehe davon aus, daß diese noch wirksam ist. das testament ist noch nicht eröffnet. ich muss davon ausgehen, das der bevollmächtigte die vollmacht weiter (eigennützig) verwendet.
meine frage:
verbessert sich meine rechtliche situation wenn ich die vollmacht für meinen teil bei der bank bzw. beim bevollmachtigten widerrufe?

die bank wird trotz des widerrufs wohl weiter die vollmacht aktzeptieren da ich mich bis zur testamentseröffnung ja gar nicht als erbe legitimieren kann.

kann ich bis zur testamentseröffnung überhaupt irgendwas machen,oder muss ich einfach mal abwarten?
kann ich mich später an den miterben halten, wenn nach dem tod des erblassers geld verschwunden ist?
vielen dank im voraus.

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Sehr geehrter Fragesteller,

die Frage ist zunächst, ob der Erblasser dem Miterben eine sogannte Bankvollmacht "über den Tode hinaus" erteilt hat. Nur in diesem Fall ist der Miterbe berechtigt, auch nach dem Tod des Erblassers Geld von dessen Konto abzuheben. Sie sollten daher auf jeden Fall der Bank den Tod mitteilen und auch vorsorglich die Vollmacht gegenüber der Bank und dem Miterben widerrufen. Die Bank wird aber in aller Regel zunächst die Vorlage einer Sterbeurkunde verlangen. Diese können Sie beim Standesamt erhalten, sofern Sie Angehöriger des Erblassers sind - andernfalls müssen Sie ein berechtigtes Interesse nachweisen (z.B. Vorlage eines entsprechenden Schreibens des Nachlassgerichts).

Informieren Sie sich beim zuständigen Nachlassgericht, da dort ein notarielles Testament hinterlegt sein wird. Dort müssen Sie sowohl die Eröffnung des Testaments als auch einen Erbschein beantragen.

Sollte sich später herausstellen, dass der Miterbe nach dem Tod des Erblassers Geld hat "verschwinden" lassen, haben Sie je nach Umfang Ihres Erbanteils selbstverständlich einen Anspruch gegen den Miterben.

Insbesondere wenn Sie die begründete Vermutung haben, dass der Miterbe im Vorfeld versuchen wird, Vermögen beiseite zu schaffen, sollten Sie sich an einen Anwalt (bzw. Notar) vor Ort wenden, um dies durch die erforderlichen Maßnahmen zu verhindern.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt

info@kanzlei-alpers.de
http://www.kanzlei-alpers.de

Nachfrage vom Fragesteller 12.12.2005 | 12:56

vielen dank für die schnelle antwort.
eins ist mir noch unklar:
habe ich auch ansprüche wenn sich herausstellt dass der bevollmächtigte schon zu lebzeiten des vollmachtgebers geld an sich überwiesen hat. der verstorbene hatte sich nämlich aufgrund seiner krankheit schon lange nicht mehr um seine finanzen selbst gekümmert.
könnte man dann sagen der bevollmächtigte hat geld "veruntreut", oder wird da die genehmigung des vollmachtgebers einfach unterstellt.
vielen dank im voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.12.2005 | 16:42

Es wird zu klären sein, wofür der Bevollmächtigte Geld vom Konto des Erblassers abgehoben hat und inwieweit dies von der Bevollmächtigung gedeckt ist.

Nur weil der Miterbe eine Kontovollmacht besitzt, bedeutet das nicht, dass er zu Lebzeiten des Erblassers dessen Konto einfach leerräumen darf. Möglicherweise haben Erblasser und Miterbe aber vereinbart, dass dieser für eine etwaige Betreuung während der Krankheit einen bestimmten Betrag erhalten soll. Ein Rechtsgrund für die erfolgte Abhebung muss aber immer gegeben sein, d.h. der Bevollmächtigte darf sich nicht einfach nach Lust und Laune Geld in die "eigene Tasche stecken". Häufig beruft sich der Abhebende darauf, dass ihm das Geld vom Erblasser geschenkt worden sei. In diesem Fall ergeben sich immer wieder Probleme auch mit der Beweislastverteilung, so dass Sie sich auf jeden Fall anwaltlich beraten lassen sollten, bevor Sie sich in einen etwaigen Prozess stürzen.

Zunächst sollten Sie vom Miterben Auskunft verlangen, welche Beträge in der Zeit der Kontovollmacht von dem Konto des Erblassers abgehoben und wofür diese im Einzelnen verwendet wurden. Ergeben sich aufgrund dieser Auskünfte (die zur Not ebenfalls eingeklagt werden müssen) Zweifel an der rechtmäßigen Verwendung von Geldbeträgen, sollten Sie rechtliche Schritte in Erwägung ziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt

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