Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

was ist abzuführen? gründung einer Reitschule geplant


10.02.2005 14:40 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Die Fakten:
Kleine Landwirtschaft im Besitz des Ehemannes, von der Steuer befreit, da Nebenerwerb und unter einer finanziellen Grenze,w as den Gewinn betrifft.
Ehemann geht hauptberuflich im 3-Schicht-Betrieb arbeiten.
Ehefrau bislang helfende Ehefrau ohne eigene Tätigkeit.
Auf der Landwirtschaft sind auch mehrere Zuchtstuten. Wegen häufiger Nachfrage aus dem Dorf soll jetzt mit den Stuten, die gerade kein Saugfohlen bei Fuss führen, Unterricht erteilt werden.
Dazu müsste etliches an Ausrüstung angeschafft werden, zB geeignete Sättel (bislang nichts vorhanden). Die Einnahmen aus dem Unterricht würden sich im ersten Jahr auf etwa 200-300€ im Monat belaufen. Der Unterhalt der Pferde (Heu, Stroh) stammt aus der landwirtschaft des Mannes, der Stall ist Eigentum.
Die Reitschule soll von der Frau alleine geführt werden.
Die erforderlichen Versicherungen sind über die Landwirtschaft bereits vorhanden, ergänzend müssten nur noch die Haftpflichtversicherungen für Schulpferde und reitlehrer hinzu kommen.

Kann die Reitschule als Nebenzweig der Landwirtscahft laufen?
Oder muss ein eigenes Gewerbe angemeldet werden? Welches? Ist eine extra Steuerklärung erforderlich? Was sind die Anforderungen an die Buchführung? Üblich im Dorf ist Unterricht gegen Barzahlung, es existieren keine Quittungen.

Was muss beachtet werden?

Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ist eine komplette Erste-Hilfe-Ausstattung inclusive Trage (wie für produzierende betriebe) vorhanden, beide Eheleute haben Erst-Helfer-Ausbildung (die Ehefrau noch zusätzlich einen Kurs für erste Hilfe am Kind) mit ständiger Fortbildung alle Jahre. Die Ehefrau ist dabei, Lehrgänge zu absolvieren mit dem Ziel des Trainer-C-Scheins.

Genügt das? Oder ist noch irgendetwas zu beachten?
Sehr geehrter Ratsuchender,

grundsätzlich ist es zwar möglich, die Reitschule als Nebenzweig der Landwirtschaft laufen zu lassen. Allerdings sind dabei auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Voraussetzungen zu beachten. Selbst wenn es als Nebenzweig betrieben werden soll, wird aber die Anmeldung erforderlich sein. Abschließebde Auskunft hierüber wird Ihnen sicherlich das für Sie zuständige Gewerbeamt und Finanzamt erteilen können; dieses Forum wird dafür nicht geeignet sein.

Darüber hinaus müssen Sie aber auch die baurechtlichen Anforderungen erfüllen, so z.B. die sanitären Anlagen und Auflagen des Brand-/Gefahrenschutzes. Auch dieses muss abschließend bei Ihrer Gemeinde erfragt werden, und kann nicht Gegenstand dieses Forums sein.


Bezüglich des "Nebenzweiges" gebe ich aber zu bedenken, dass dann für den Fall einer Haftung auf das Hofvermögen zurückgegriffen werden könnte, wenn keine klare Trennung erfolgt.

Deshalb unterstützen wir unsere Mandanten, die ein Nebengewerbe eröffnen wollen, immer dahingehend, eine klare juristische Abgrenzung der "Einzelbetriebe" vorzunehmen, damit im Fall des Falles dann der "Hauptbetreib" nicht in seiner Existenz gefährdet wird.

Bei Ihrem Vorhaben sollten Sie auf jedenfall bedenken, dass bei einem solchen Betrieb eine verschuldensUNABHÄNGIGE Haftung immer im Raume steht und die Haftung, die nicht immer vollständig von einer Versicherung übernommen wird, erhebliche Größenordnungen da annehmen kann, wo ein Mensch ev. zu Schaden kommt.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 10.02.2005 | 15:11

Der Betrieb liegt in Bayern.
Die baulichen Gegebenheiten (Toiletten et) sind vorhanden, der hiesige Beauftragte für Reitbetriebe des Landwirtschaftsamtes hat lediglich die Fressstände der Pferde als nicht genügend groß bemängelt, den Rest fand er für unser Vorhaben gut durchdacht, sauber (Zustand) und akkurat gebaut (Baugenehmigungen liegen vor).

Hintergrund der Frage ist eine unliebsame dorfbekannte Dame, die sich durch enunziantentum hervortut und u.a. auch uns schon diverse Behörden durch Falschanschuldigungen auf den Hals hetzte. Das ging von Tierquälerei (im Sommer bleiben die Pferde ganztags auf den Außenkoppeln) über angebliche Lärmbelästigung (angemeldetes Lagerfeuer zur Sonnenwende mit 14 Leuten sowie den angrenzenden Nachbarn als geladenen Gästen) bis hin zum verdacht sexueller Nötigung von Minderjährigen seitens des Mannes (eine junge Voltigiererin zog sich im Wohnwagen vorzeitig um, mein mann ging in den Wowa, um sich ein getränk zu holen und kam natürlich SOFORT, Entschuldigungen stammelnd, wieder raus)...
Wir wollen verhindern, dass diese Dame uns ZU RECHT irgend eines Vergehens bezichtigt, zB Steuerhinterziehung.

Es geht mir vorrangig um das Finanzielle:
Muss die Reitschule extra steuerlich gemeldet sein? Vor allem, WENN, wie empfohlen, eine Abgrenzung zum Hauptbetrieb erfolgt?
Muss ein eigenes Gewerbe angemeldet werden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.02.2005 | 15:20

So wie Sie es schildern, rate ich dringend zu einer Loslösung vom Hauptbetrieb. Denn wenn die "Dame" (solche Nachbarn haben wir leider auch) so weiter tätig wird, und vielleicht sogar eine zeitweiligen Sperrung/Untersagung der Nebengewerbes aufgrund falscher Verdächtigungen zu befürchten steht, kann dieses auf den Hauptbetrieb durchschlagen; eine Katastrophe!

Also: Trennen Sie beide Betriebe, allerdings dann auch mit der Folge, dass Gewerbe und Steuer extra angemeldet werden müssen (und auch sollten, um eben keine Verbindung zu schaffen). Die genaue Art des anzumeldenen Gewerbes ergibt sich aus der Tätigkeit; das Gewerbeamt wird Ihnen den dazu passenden Schlüssel selbständig heraussuchen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg (und die "Dame" laden Sie doch einfach einmal zum Reiten ein, vielleicht ändert sich dann das Verhalten).

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER