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was bekomme ich bei einer scheidung?

| 15.02.2013 09:54 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


sehr geehrter herr anwalt!

meine frau und ich haben im juni 1984 geheiratet. es wurde kein ehevertrag oder gütertrennung gemacht, so das wir in einer gesetzl. zugewinngesellschaft leben.
meine frau brachte in die ehe ca. 20.000 DM vermögen mit. wir haben zwei kinder geb. 1987 und 1992.

meinerseits standen 5.000 DM für den ehe einstand zur verfügung. dazu kam ein kredit von ca. 8.000 DM und ein rück zu zahlender bausparer mit ca. 4.000 DM.

1985 bauten wir auf elterlichem grund meiner ehefrau zusammen ein wohnhaus für zwei familien. das haus bewohnen wir bis heute mit unseren 2 kinderndern. der hausbau erfolgte in ca. 50% eigenleistung von mir. das haus stand bis 2003 auf fremden grund. 2003 überschrieb meine schwiegermutter das grundstück 1.700 m2 meiner frau, die auch alleinig im grundbuch eingetragen ist.

die baukosten beliefen sich damals auf ca. 270.000 DM

anfangs hatten wir ein gemeinschaftliches giro konto von wo auch die zahlungen für zwischenkredit (hausbau) erfolgten.
meine frau bekam nach kurzer zeit von ihren eltern für das neue haus ca. 150.000 DM bargeld und später noch eine andere imobilie geschenkt. diese verkauften wir ca. 1990 um die restlichen schulden von ca. 100.000 DM bei unserer bank zurück zu bezahlen.
was ich in dieser zeit an zins und tilgung bezahlt habe kann ich leider nicht mehr nachvollziehen. ich habe auch grundsteuer für den grund, auf dem das haus steht von 1985 bis 2003 bezahlt.

meine frau ist seit ca. 1998 hausfrau und bis heute in einer 400 euro beschäftigung.
für alle anfallenden zahlungen wie unterhalt, nebenkosten usw. komme ich bis zum heutigen tage auf.

2005 haben wir eine grundschuld von 50.000 euro in das grundbuch eintragen lassen. wir haben zusammen (beide ehegatten haben unterschrieben) damit einen kredit von 40.000 euro bei der bank genommen. 15.000 euro haben wir für renovierungen am haus ausgegeben und 25.000 euro für einen pkw. die raten für diesen kredit bezahle ich.

2008 haben wir eine weitere grundschuld von 65.000 euro eintragen lassen.
wir haben anschließend 60.000 euro kredit von der bank bekommen. diesen setzten wir für eine solaranlage 13,8 kw und und eine solartherme auf dem hausdach ein. ich habe diesen kreditvertrag mit unterschrieben. der kredit finanziert sich durch den stromverkauf von selbst.

Der heutige wert des wohnhauses 290 m2 gesamt wohnfläche und über 1700 m2 grund dürfte bei (geschätzt) 1.00000 euro liegen.

nun meine frage, wie verläuft es bei einer scheidung?
habe ich durch die gesetzliche zugewinnveranlagung chancen etwas von meiner frau zu bekommen?

Mit freundlichen grüßen
Siegfried B.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Im Falle einer Scheidung wird in Ihrem Falle in der Tat eine Zugewinnausgleichsforderung bestehen.
Eine konkrete Berechnung dieser Forderung ist in diesem Forum allerdings nicht möglich, da es hier nur um eine Erstberatung gehen kann.

Zur Ermittlung einer solchen Ausgleichsforderung muss zunächst für jeden Ehegatten einzeln der Zugewinn während der Ehezeit ermittelt werden. Dies ist der Betrag, um den das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen übersteigt, § 1373 BGB. Sowohl das Anfangs, als auch das Endvermögen müssen also für jeden Ehegatten einzeln berechnet werden.

Zum Anfangsvermögen wird man auf Seiten Ihrer Ehefrau die Schenkung des Grundstücks zählen müssen, da diese mit Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht erfolgt sein wird. Derartige Vermögenswerte werden nach § 1374 II BGB dem Anfangsvermögen hinzugerechnet. Der Grundstückswert müsste im Falle einer konkreten Berechnung des Zugewinns also ermittelt werden.

Sowohl das Anfangsvermögen, als auch das Endvermögen Ihrer Ehefrau werden also bedeutend höher ausfallen, als auf Ihrer Seite. Dies führt dann aber natürlich auch zu einem höherem Zugewinn. Nach § 1378 BGB ist dann die Hälfte des Überschusses durch Zahlung auszugleichen.

Wer während der intakten Ehe die Annuitäten und Nebenkosten gezahlt hat, ist für die Frage des Zugewinnausgleichs irrelevant. Zuwendungen während der Ehe werden grundsätzlich im Falle der Scheidung nicht ausgegeglichen, es sei denn, dies wäre ausdrücklich vereinbart.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Sascha Steidel, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 15.02.2013 | 12:24

Im Falle einer Scheidung wird in Ihrem Falle in der Tat eine Zugewinnausgleichsforderung bestehen!
diese ausgleichsforderung könnte dann, um einfach eine zahl zu nennen, auch nur 1 euro sein oder wie?

ok, es ist eine erstberatung und ein forum, aber ein bisschen genauer wäre schön!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.02.2013 | 15:12

Ich habe ja durchaus Verständnis für Ihr Bedürfnis nach einer Zahl, aber bitte verstehen Sie auch, dass dafür detaillierte Angaben erforderlich sind. Mir liegen keiner Angaben zum Grundstückswert vor.

Nehmen wir beispielhaft einmal an, dass Bauland in Ihrer Gegend rund 200,- EUR pro qm kostet. Dann hätte die Schenkung der Mutter an Ihre Ehefrau einen Wert von 340.000 EUR. Ca. 10.000 EUR Anfangsvermögen kommen dazu, so dass auf Seiten Ihrer Frau eine AV von rund 350.000 EUR anzunehmen wäre.

Sofern das Hausgrundstück aktuell einen Wert von 1 Mio EUR hat, wäre also ein Zugewinn von 650.000 EUR zu berechnen. Die Kredite verhalten sich neutral, da auf beiden Seiten die gleichen Verbindlichkeiten bestehen.

Sie selbst haben nach Ihrern Angaben keinen nennenswerten Zugewinn, so dass eine Ausgleichsforderung von 325.000 EUR im Raume steht.

Diese Werte beruhen unbesehen auf Ihren Angaben und sind eher als Beispielrechnung zu betrachten.

Für nähere Angaben und konkrete Berechnungen müssten Sie ein gesondertes Mandat erteilen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.02.2013 | 15:14

Ich habe ja durchaus Verständnis für Ihr Bedürfnis nach einer Zahl, aber bitte verstehen Sie auch, dass dafür detaillierte Angaben erforderlich sind. Mir liegen keiner Angaben zum Grundstückswert vor.

Nehmen wir beispielhaft einmal an, dass Bauland in Ihrer Gegend rund 200,- EUR pro qm kostet. Dann hätte die Schenkung der Mutter an Ihre Ehefrau einen Wert von 340.000 EUR. Ca. 10.000 EUR Anfangsvermögen kommen dazu, so dass auf Seiten Ihrer Frau eine AV von rund 350.000 EUR anzunehmen wäre.

Sofern das Hausgrundstück aktuell einen Wert von 1 Mio EUR hat, wäre also ein Zugewinn von 650.000 EUR zu berechnen. Die Kredite verhalten sich neutral, da auf beiden Seiten die gleichen Verbindlichkeiten bestehen.

Sie selbst haben nach Ihrern Angaben keinen nennenswerten Zugewinn, so dass eine Ausgleichsforderung von 325.000 EUR im Raume steht.

Diese Werte beruhen unbesehen auf Ihren Angaben und sind eher als Beispielrechnung zu betrachten.

Für nähere Angaben und konkrete Berechnungen müssten Sie ein gesondertes Mandat erteilen.

Bewertung des Fragestellers 18.02.2013 | 10:38

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