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vorzeitig beendete eBay Auktion / sehr späte Anfechtung

22.02.2013 16:51 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen und Herren,

es geht formel um eine eBay Auktion. Diese wurde am 13.12.2012 eingestellt und am 14.12.2012 vom Verkäufer vorzeitig beendet mit dem Hinweis: Der Artikel steht nichtmehr zur Verfügung.
Ich bin zu diesem Zeitpunkt Höchstbietender gewesen bin und dies wurde auch umgehend mit Herausgabe der Verkäuferdaten von eBay bestätigt.

Ich kontaktierte hierdrauf via eMail umgehend den VK um bat um Kontodaten. Dieser teilte mir nur als Antwort mit: "wurde neu eingestellt".

Die eBay suche ergab dann auch den Treffer des Angebotes, aber nun mit Mindestpreis und Sofortkaufen Preis. Weitere eMails von mir mit Hinweis, das ich auf den Kaufvertrag bestehe und eBay mir auch bereits die Daten mitgeteilt hat blieben ohne Reaktion.

Am 19.12.2012 kontaktierte ich dann einen Anwalt. Dieser schrieb den VK mit der bitte um Erfüllung des Kaufvertrages an. Der VK rief daraufhin am 20.12.2012 meinen Anwalt an und erklärte telefonisch:

"in obiger Sache rief Herr XXXXX hier an und teilte mit, er habe sich vor Rücknahme der Auktion bei ebay erkundigt. Dort habe man ihm erklärt, er sei zur Rücknahme berechtigt. Erst daraufhin habe er das getan.

Er habe in der Vergangenheit schon öfter Probleme mit ebay gehabt, deshalb habe er sich zuvor erkundigt.

Er habe das Boot auch zuvor schon eingestellt gehabt und zwar mit einem Mindestpreis und mit der Sofortkauf-Option.

Das Boot habe genauso wieder eingestellt werden sollen. Hier sei dann aber angeblich bei ebay ein Fehler aufgetreten und das Boot sei eben ohne diese gewünschten Zusätze eingestellt worden. Als er dies bemerkt habe, habe er sich bei ebay erkundigt und man habe ihm gesagt, er sei berechtigt, die Auktion zu beenden.

Allerdings wolle er auch keinen Stress. Er habe privat im Moment genügend Probleme und bietet Ihnen an, dass Sie das Boot zunächst besichtigen. Er wolle sich dann mit Ihnen über einen akzeptablen Kaufpreis einigen. "

Ich erkundigte mich hierdrauf natürlich bei eBay. Diese sagten mir dann aus, das diese generell natürlich keine Rechtsberatung geben und es hier natürlich auch keinen bekannten Fehler bei eBay gegeben hat. Mein Anwalt antwortete nun:

"in obiger Sache bezieht der Unterzeichner sich auf das geführte Telefongespräch. Sie haben dem Unterzeichner erklärt, dass man Ihnen bei ebay gesagt habe, Sie seien berechtigt, die Auktion zurückzunehmen. Erst daraufhin hätten Sie das getan.

Ebay hat dem Mandanten zwischenzeitlich allerdings mitgeteilt, dass es bei Ihrer Auktion keinen Mindestpreis gegeben haben habe und Sie nicht berechtigt waren, die Auktion zurückzunehmen."

Am 27.12.2012 erreichte meinem Anwalt dann eine eMail:

"die geltend gemachte Forderung weise ich zurück, ein Original Ihrer Vollmacht wurde nicht übersandt, § 174 BGB. Der von Ihnen geltend gemacht Anspruch besteht nicht.

Auf Ihre Mail habe ich bereits telefonisch erläutert, dass mein herausgenommenes Angebot am 14.12.12 fehlerhaft war, weil ich die Angabe von Mindestpreis und die Sofortkaufoption versehentlich vergessen habe. Daher habe ich das Angebot herausgenommen und mit diesen Parametern am gleichen Tag wieder neu eigestellt. Das ist legitim. Meinen Irrtum habe ich Ihnen erläutert und damit deutlich gemacht, dass ich mich bei der Abgabe des fehlerhaften Angebotes geirrt habe und nicht an die Willenserklärung gebunden sein will. Die fehlerhafte Erklärung habe ich angefochten . Das Angebot war auch nicht bindend, weil die Laufzeit gerade erst begonnen hatte und noch lange nicht abgelaufen war.

Trotz Zurückweisung Ihres Ansinnens mangels Nachweis Ihrer Bevollmächtigung, fechte ich vorsorglich und hilfsweise meine fehlerhafte Erklärung hiermit erneut an, § 119 BGB."


Nun stellen sich mir 2 Fragen.

1) Hätte der Verkäufer das Angebot dann nicht bei eBay mit dem Hinweis:
- Der Startpreis war falsch.
oder
- Das Angebot enthielt einen Fehler.
beenden müssen
anstatt
- Der Artikel steht nicht mehr zum Verkauf.
beenden müssen?

2) Ist die Anfechtung aufbauend auf Frage 1 noch unverzüglich? Ich hatte wiebeschrieben den VK mehrere Tage angeschrieben... ohne Reaktion!

3) Gibt es hierzu Gerichtsurteile auf die ich mich beziehen könnte?

Ich würde gerne bevor ich den Klageweg einschreite eine zweite Meinung einholen.

Danke und Gruß

Andre
22.02.2013 | 17:39

Antwort

von


(270)
Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: http://www.zimmlinghaus.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Nach dem von Ihnen beschriebenen Sachverhalt gehe ich davon aus, dass Sie realistische Chancen haben, eine solche Klage erfolgreich zu führen.

Grundsätzlich kann der Verkäufer eine Willenserklärung zwar anfechten, nach meiner Einschätzung dürfte es hier jedoch an einer notwendigen Anfechtungserklärung fehlen. Die bloße Beendigung des Angebots dürfte dafür in meinen Augen nicht ausreichend sein, da aus dieser bloßen Beendigung nicht hervorgeht, ob der Verkäufer berechtigt oder unberechtigt das Angebot beendet. Eine Anfechtungserklärung nach § 143 BGB führt aber dazu, dass der Vertragspartner weiß, warum die Willenserklärung angefochten wird und kann demzufolge disponieren, ob er die Anfechtung für gerechtfertigt oder für ungerechtfertigt hält.

Im Ihre erste Frage zu beantworten, gehe ich davon aus,dass der Verkäufer zumindest einen wie von Ihnen beschriebenen Hinweis hätte anführen müssen, warum er die Auktion beendet. Bei der Beendigung hätte er also darlegen müssen, inwiefern er sich bei der Abgabe der Willenserklärung geirrt hat und dass er aufgrund dieses Irrtums die Willenserklärung anficht.

Was die von Ihnen gestellte zweite Frage anbelangt, so gehe ich davon aus, dass die nachgeschobene Erklärung nicht ausreichend ist, um den Vertrag anzufechten. Die Anfechtung muss stets unverzüglich erfolgen. Daran fehlt es, wenn der Verkäufer Ihnen erst im Nachgang gegenüber die Anfechtung erklärt.

Einschlägige Rechtsprechung zu diesem Spezialproblem ist mir nicht bekannt. Allerdings gibt es diverse Rechtsprechung über die Frage, wann der Verkäufer ein Angebot bei eBay beenden darf, z. B. OLG Oldenburg vom 28.07.2005, AZ: 8 U 93/05.

Wie gesagt, sehe ich hinsichtlich einer solchen Klage Aussicht auf Erfolg. Letzte Zweifel bestehen allerdings, wenn man argumentiert, dass die wirksame Anfechtung sowie die Anfechtungserklärung selbst bereits in der Beendigung des Angebotes liegen.

Dennoch würde ich abschließend dazu raten, Ihren Anspruch weiter zu verfolgen.

Ich hoffe, Ihnen in dieser Angelegenheit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen alles Gute!


Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass im Rahmen dieser Plattform nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts, basierend auf Ihren Angaben, möglich ist. Sofern hier relevante Angaben hinzugefügt oder weggelassen worden sind, kann die rechtliche Einschätzung auch völlig anders aussehen. Den Gang zu einem Berufskollegen vor Ort kann und will diese Plattform nicht ersetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt

www.zimmlinghaus.de


ANTWORT VON

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