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'vorsichthalber defekt' - Rücktrittsrecht?


| 17.09.2007 16:02 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Hallo!

Ich habe kürzlich ein Zubehörteil für meinen KfZ-Navigationsgerät, ein TV-Modul, zum Preis von EUR 451,- ersteigert.

Der Verkäufer pries an "Das Modul hat bis zum Ausbau einwandfrei funktioniert,da es jetzt allerdings schon über ein Jahr bei mir rummliegt und ich es nicht testen kann verkaufe ich es vorsichtshalber als defekt."

Jetzt muss ich leider feststellen, dass das Gerät wirklich defekt ist. Den Verkäufer habe ich um Rücknahme gegen Erstattung des Kaufpreises gebeten. Begründet habe ich meine Aufforderung zur Rücknahme, dass ich für den Kaufpreis (ein Neugerät kostet beim Hersteller EUR 580,-, bei ebay EUR 450 - 550,-) ein funktionstüchtiges Gerät erwarte und er durch o.g. Aussage die Funktionstüchtigkeit auch suggeriert habe.

Eine Rücknahme schließt der Verkäufer jedoch aus. Er schrieb "zum zeitpunkt des ausbaus funktionierte das modul einwandfrei,da ich aber leider zum zeitpunkt des verkaufs nicht testen konnte,habe ich es als defekt ausgeschrieben...
zudem habe ich in die auktion geschrieben das es sich um eine privatauktion handelt und ich keine garantie,rückgabe oder umtausch gewähre...
deshalb bin ich nicht bereit dieses modul zurückzunehmen..."

Zur Info noch der zeitliche Ablauf:
26.08.07 Auslauf d. Auktion/Kauf
27.08.07 Überweisung des Kaufpreises an Verkäufer
03.09.07 email-Nachfrage an Verkäufer, wann Lieferung kommt. Antwort: Ware ist unterwegs
05.09.07 Packet wird von Hermes geliefert
09.09.07 Einbau des Gerätes in mein Auto; Feststellung, dass Gerät defekt ist
11.09.07 email an Verkäufer m.d. Aufforderung um Rückabwicklung
16.09.07 bisher keine Antwort, erneute email mit Aufforderung sich zu melden
16.09.07 Antwort des Verkäufers, dass eine nicht Rückabwickelt w/ defekt und Privatverkauf

Meine Frage ist nun also: habe ich eine rechtliche Handhabe gegen den Verkäufer? Wie bekomme ich mein Geld zurück? Was kann/ soll ich tun?

Gegen diesen "Trick", die Ware als "vorsichthalber defekt" einzustellen und gleichzeitig die Hoffnung auf ein funktionstüchtiges Gerät zu schüren, muss es doch ein Angehen geben? Ansonsten könnte ja jeder seinen Schrott bei ebay für teuer Geld verkaufen...

Für Ihren Rat vielen Dank im Voraus!

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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Frage auf der Grundlage des von Ihnen angegebenen Sachverhalts wie folgt:

Sie werden nach erster rechtlicher Einschätzung keine großen Erfolgsaussichten auf eine Rückabwicklung des Kaufvertrages haben.
Eine Rückabwicklung käme nur in Betracht, sofern Sie dem Verkäufer nachweisen könnten, er habe den Deffekt der Ware gekannt und ihn arglistig verschwiegen bzw. die Hoffnung auf ein funktionstüchtiges Gerät geschnürt, obwohl er Kenntnis vom Gegenteilig hatte oder dies zumindest vermutet hat.

Die Gewährleistungsrechte sind darüber hinaus- sofern es sich tatsächlich um einen Privatverkauf handelt - wirksam ausgeschlossen, so dass Sie - selbst wenn die Ware nicht als Deffekt verkauft worden wäre - nachweisen müßten, dass der Verkäufer den Mangel arglistig verschwiegen hat.

Es besteht natürlich die Gefahr, dass der Verkäufer vorliegend die Formulierung gewählt hat, obwohl er Kenntnis von dem Deffekt hatte. Hier hätte er sich allerdings auch strafbar gemacht, so dass dies normalerweise einen Verkäufer davon abhalten sollte, derartige Vorgehensweisen zu wählen. Auszuschlißen ist dies selbstverständlich nicht.

Ob ein Gericht der Argumentation folgen würde, die Ware sei nicht als Deffekt verkauft worden, da der Verkäufer durch seine Angaben die Hoffnung auf die Funktionstüchtigkeit geschürt hätte und er die Funktionstüchtigkeit suggeriert habe, mag ich stark bezweifeln.


Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Günthner
Rechtsanwalt
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