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vorsätzliche leichte Körperverletzung

20.05.2010 12:28 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Guten Tag.

Kurz zu mir. Ich bin 27 Jahre alt, nicht Vorbestraft und auch noch nie in einen solchen Fall verwickelt gewesen. Ich betreibe auch keinen Kampfsport und habe mich zuvor noch nie "geschlagen".

Am vergangenen Wochenende bin ich in eine "Schlägerei" geraten. Nun wird mir die vorsätzliche leichte Körperverletzung vorgeworfen. Und dazu soll ich in einem Schreiben der Polizei Stellung nehmen.

Zum Tathergang:

Auf einer "Open-Air-Veranstaltung" war ich auf dem WC und nun auf dem Weg zurück zum Standort meiner Clique. Ich sah bereits aus einiger Entfernung das mit einer anderen Gruppe gestritten wurde. Ich bekam dann mit, dass die "Anderen" schon eine ganze Weile agressiv am Werk waren und unser Fahrer (mein Cousin) hatte bereits einen der Gruppe dem Sicherheitspersonal gemeldet. Dieser wurde auch direkt "raus" geworfen. (Das war aber wärend meiner abwesenheit).

Der Rauswurf stachelte aber die "Anderen" noch mehr an. So das über mehrere Minuten immer weitere und intensivere verbale Attacken in unsere Richtung abgegeben wurde. (Bsp.: "Ohne Securtiy traut ihr feigen Schw...e euch wohl nichts, etc...) Hauptopfer war unser Fahrer. Der sagte mehrfach das die "Anderen" aufhören sollen zu nerven. Sonst würde er noch mal das Sicherheitspersonal informieren. Aber auch das brachte die "Anderen" nicht zur Ruhe. Als es ihm zu bunt wurde, machte er sich auf dem Weg zur Security. In der Sekunde in der er sich auf den Weg machen wollte, gingen ihn 1 oder sogar 2 Personen der "Anderen-Gruppe" an. Meiner Auffassung nach mit dem Ziel ihn daran zu hinder, das Sicherheitspersonal zu informieren. (Was ja mit deren Rauswurf geendet hätte.)

Nun bin ich in der Sekunde in der mein Cousin (unser Fahrer) sich auf den Weg machen wollte und von den "Anderen" angegangen wurde dazwischen gegangen und habe gleich zugeschlagen. (Bevor Sie etwas unserem Fahrer antuen konnten). Den Hauptagressor habe ich ihm Gesicht getroffen, was eine kleine Platzwunde zur Folge hatte. Damit war auch schon alles vorbei. Die Anderen zeigten keine weiteren Versuche irgendwen anzugehen und nach einigen weiteren Sekunden traf auch bereits das Sicherheitspersonal ein. Für mich war nach dem einen Schlag die Gefahr für meinen Cousin abgewendet und ich habe auch niemand weiter geschlagen, geschubst oder sonst wie agiert.

Wir wurden alle hinaus gebeten und dann traf auch bereits die Polizei ein. Die hat dann die Aussagen aufgenommen und ich musste noch Pusten. Da wir schon den ganzen Tag gefeiert hatten, hatte ich dadurch auch einen hohen Alkohlwert (1,65). Ich wurde zu dem Vorfall nicht befragt. #

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Wie sollte ich mich nun verhalten? Einen Anwalt einschalten? (ich bin NICHT rechtschutzversichert)

Oder meine Aussage, so in der Form wie ich sie hier geschildert habe, zu Papier bringen und zur Polizei schicken? Die Aussage verweigern? Muss ich mit einer Bestrafung/Verurteilung rechnen?

Wie gesagt, ich war noch nie in einer solchen Situation und Suche Rat. Für mich war es Zusammengefasst einfach eine Verteidigung. Ich wollte nicht das die ihn zuerst schlagen oder vll. sogar noch mit einem Gegenstand oder sogar einem Messer verletzten. Man hört ja immer wieder das gerade bei sehr jungen Menschen die Hemmschwelle für solche Taten sehr tief ist. (Der Betroffene ist 20 Jahre alt)

Vielen Dank für ein paar Ratschläge zum weiteren Verfahren.

MfG
ThoDo82

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworten will:

Durch den Schlag ins Gesicht und die daraus resultierende Platzwunde hätten Sie sich gemäß § 223 Abs. 1 StGB wegen Körperverletzung strafbar gemacht.Hierfür reicht bereits eine kleine Platzwunde aus.

In ihrem Fall könnte aber durchaus der Rechtfertigungsgrund der Notwehr gemäß § 32 StGB greifen. Dann wäre zwar der Tatbestand des § 223 StGB immer noch erfüllt,Sie hätten aber nicht rechtswidrig gehandelt und eine Strafbarkeit für Sie würde entfallen.

Notwehr im Sinne des § 32 StGB ist die Verteidigung,die erforderlich ist,um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Selbst wenn man hier zu dem Ergebnis käme, dass ein gegenwärtiger,rechtswidriger Angriff gar nicht vorlag,läge hier immer noch ein Fall der Putativnotwehr vor,d.h. dass die Strafbarkeit auch dann entfällt, wenn der Täter irrtümlich eine objektiv nicht vorliegende Notwehrsituation annimmt.

Sie sollten daher auf jeden Fall bei Ihrer Aussage bleiben.

Ein Schuldausschließungsgrund aufgrund ihrer Blutalkoholkonzentration liegt nicht vor. Bei einer BAK unter 2 % ist bei einem erwachsenen und gesunden Menschen regelmäßig von einer vollen Schuldfähigkeit auszugehen.

Im Strafrecht gibt es keinen Anwaltszwang, solange sich der Vorwurf auf ein Vergehen bezieht. Bei der Körperverletzung gemäß 223 StGB handelt es sich um ein Vergehen.Ein Anwalt ist in Ihrem Fall daher nicht zwingend erforderlich.

Ich hoffe,ich konnte Ihnen mit der Antwort weiterhelfen.Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Arzu Ceylan
Rechtsanwältin



Nachfrage vom Fragesteller 20.05.2010 | 15:01

Sehr geehrte Frau Ceylan,

vielen Dank für die schnelle Antwort.
Nun habe ich noch eine Nachfrage. Bislang habe ich ja noch keine Aussage gemacht. In meinem Fall empfehlen Sie also den Vorfall der Polizei schriftlich (so wie ich es bereits hier gemacht habe) zu schildern und dann abzuwarten was passiert? Sollte ich gleich in der Schilderung des Tatherganges sagen, dass es nach meinem empfinden Notwehr war?

Danke für eine Antwort!

MfG
ThoDo82

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.05.2010 | 17:25

Sehr geehrter Fragesteller,

schildern Sie den Vorfall genau so,wie er sich ereignet hat und Sie ihn auch hier geschildert haben. Sie haben hier ausgeführt,dass Sie dazwischen gegangen sind,um zu verhindern,dass Ihr Cousin verletzt wird.Daraus ergibt sich dann bereits,dass Sie aus Notwehr gehandelt haben bzw. davon ausgingen,dass eine Notwehrsituation bestanden hat.

Die Polizei wird die Aussage weiterleiten an die Staatsanwaltschaft,die daraufhin entscheiden wird,wie sie weiter vorgeht. Das sollte Ihnen hier aber keine Angst machen,denn es handelt sich dabei um den üblichen Verfahrensgang.Es wäre gut möglich,dass das Verfahren eingestellt wird.Dies ist aber letztendlich die Entscheidung der Staatsanwaltschaft.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Nachfrage, weitergeholfen zu haben.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Arzu Ceylan
Rechtsanwältin

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