Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
499.757
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

vorgezogenes Erbe ohne vertragliche Regelung

24.08.2018 18:47 |
Preis: 58,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Hallo,

meine Eltern hatten meinem Bruder vor 30 Jahren 100.000 D-Mark ausbezahlt, als er sich ein Eigenheim gekauft hat.
Dies war als vorgezogenes Erbe gedacht, wurde jedoch nicht vertraglich geregelt.

Der Wunsch meines bereits verstorbenen Vaters war es,
dass ich später mein Elternhaus bekommen soll, aber einen Bausparer abschließe, um meinem Bruder später noch (seine Worte) einen nicht allzu hohe Summe von ca. 30.000 bis 50.000€ zu können.
Dies habe ich auch gemacht und er ist in ca. 2 Jahren zuteilungsreif.

Meine Mutter besitzt das Haus zu 6/8 (mein älterer Bruder und ich zu jeweils 1/8) sie ist der gleichen Ansicht wie es unser Vater war und möchte die Dinge jetzt so langsam geregelt wissen.

Meine Mutter ist 74 Jahre alt und lebt bis dato alleine in besagtem EFH.
Wir suchen nun nach einem Weg, dem Wunsch meiner Eltern möglichst zu entsprechen,
ohne dass immense Kosten wie z.B. Notarkosten anfallen.

Meine Idee wäre gewesen, dass meine Mutter sich und mir ein Wohnrecht auf Lebenszeit eintragen lässt
und dann das Haus per Schenkung an mich überträgt in der Hoffnung noch 10 Jahre fit zu bleiben.
Der Zeitwert von Haus mit Grundstück dürfte 500.000€ nicht übersteigen

Einsatz editiert am 24.08.2018 22:34:31
25.08.2018 | 08:39

Antwort

von


(107)
Kapitelshof 36
53229 Bonn
Tel: 0228 / 90 888 32
Web: http://www.dietrich-legal.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

In Ihrem Fall ließe sich ein Wohnrecht eintragen. Ein Notar ist dafür nicht zwingend erforderlich, aber ratsam, um Formfehler zu vermeiden. Der Grundstückseigentümer ist gemäß § 873 Abs. 2 BGB nur dann an die Einigung gebunden, wenn seine Erklärung sowie die des Begünstigten notariell beurkundet werden oder wenn diese gemeinsam vor dem Grundbuchamt abgegeben oder wenn ersatzweise eine Eintragungsbewilligung vom Eigentümer ausgehändigt und diese dann dem Grundbuchamt vorgelegt wird. In letzterem Fall reicht es gemäß § 29 Abs. 1 GBO aus, wenn die Eintragungsbewilligung öffentlich beglaubigt wird, hierzu muss ein Notar lediglich die Unterschrift der schriftlich abgefassten Erklärung beglaubigen lassen (§ 129 Abs. 1 BGB). Die Beglaubigung der Unterschrift verursacht keine hohen Kosten.

Die Schenkung birgt das Risiko, dass Ihr Bruder Ausgleichansprüche geltend machen kann, wenn die 10-Jahresfrist nicht abgelaufen ist bis zum Tod der Mutter. Die damalige vorgezogene Erbschaft wäre nicht mehr zu beweisen und ist daher als Schenkung einzuordnen, die Sie nicht gegenrechnen können.

Ohne Notarkosten wäre aber natürlich auch ein Testament, je Gestaltungswunsch eventuell verbunden mit einem Vermächtnis über das Grundstück möglich. Wenn das Grundstück mit Haus aber einen Wert von 500.000 EUR ist bei der Erbschaft / Schenkung trotzdem Steuer zu bezahlen. Der Freibetrag bei Kindern liegt nämlich nur bei 400.000 EUR.

Den Pflichtteil des Bruders schließen Sie damit aber nicht aus. Möglich wäre ein Vertrag über den Pflichtteilsverzicht, dieser erfordert jedoch eine notarielle Beurkundung und die Kosten bemessen sich dann am Wert des Vermögens auf das verzichtet wird.

Letztendlich ist daher die von Ihnen vorgeschlagene Methode mit dem lebenslangen Wohnrecht und der Schenkung die sinnvollste Lösung, zumindest wenn die Mutter noch gesund ist und zu erwarten ist, dass sie noch mindestens 10 Jahre lebt.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Dietrich
Rechtsanwalt


Neu

Darf's noch eine Frage mehr sein?

Viele oder regelmäßige Fragen? Mit der Frag-einen-Anwalt.de Flatrate unbegrenzt Fragen stellen.
Sie haben ein Problem, von dem Sie wissen, dass noch mehr Fragen kommen? Sie sind Handwerker, Arzt, Freiberufler oder Gründer? Dann sollten Sie sich das mal näher anschauen.
Details anschauen
ANTWORT VON

(107)

Kapitelshof 36
53229 Bonn
Tel: 0228 / 90 888 32
Web: http://www.dietrich-legal.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht, Internet und Computerrecht, Strafrecht, Gewerblicher Rechtsschutz, Baurecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 64106 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Der Rechtsanwalt war sehr Kompetent! Er hat mir sehr geholfen. Ich kann ihn nur weiter empfehlen! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles war für mich in Ordnung. Schnell und in einer verständlichen Ausdrucksart. Super - so soll es sein. Danke ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Frage wurde ausführlich beantwortet und es wurde eine neue Möglichkeit aufgezeigt, diesen "Fall" evtl zu lösen. Vielen Dank dafür ...
FRAGESTELLER