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vorgeblicher Lackschaden durch Hund


| 26.06.2006 13:13 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Unser Hund ist vor einigen Wochen an einem Fahrzeug hochgesprungen und jetzt versucht die Halterin einen nach meiner Meinung ungebührlichen finanziellen Vorteil aus diesem Vorfall zu ziehen. Ich halte mein Verschulden für nicht belegt und denke ausserdem, dass der der Forderung zugrundeliegende Kostenvoranschlag für die Beseitigung des vorgeblichen Schadens erheblich zu hoch angesetzt ist. Leider habe ich weder eine Hundehaftpflichtversicherung noch eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen.

Daher meine Frage: Soll ich der Zahlungsaufforderung nachkommen oder ergeben sich aus dem Sachverhalt Ansatzpunkte diese abzulehnen oder wenigstens abzuändern?

Am Vormittag des 3.5.2006 befanden sich meine Frau, mein zweijähriger Sohn und ich im Zuge von Gartenpflege-Massnahmen im Bereich der Grundstückseinfahrt auf unserem Grundstück. Auch unser Hund befand sich unter unserer Aufsicht und direkt neben uns freilaufend auf unserem Grundstück. Frau xxx befuhr zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Fahrzeug die Strasse vor unserem Haus auf der gegenüberliegenden Fahrbahnseite. Dabei erblickte sie uns und riss in einer spontanen Entscheidung das Lenkrad herum, so dass sie mit quietschenden Reifen auf den Bürgersteig vor unserem Grundstück fuhr und dort entgegen der Fahrtrichtung genau in unserer Einfahrt (ohne Pforte) zum Stehen kam. Diese Aktion gestaltete sich derart spektakulär, dass ich später von einer Nachbarin auf das auffällige Fahrverhalten von Frau xxx angesprochen wurde. Noch während des Anhaltens lehnte sich Frau xxx gestikulierend aus dem offenen Fenster ihres Fahrzeugs und rief die mir bis heute unverständliche Frage, „ob denn ein fünf Meter langes Teil auf einen zwei Meter Anhänger passen würde“ und setzte ihre Ausrufe ohne eine Antwort abzuwarten fort mit „hey hallo xxxxxx, komm doch mal her!“. Unser 13jähriger Hund, der ein sehr ruhiges, wirklich ausgeglichenes Tier ist, fühlte sich natürlich angesprochen und stellte sich dann tatsächlich zur freundlichen Begrüssung für einen kurzen Moment an dem Fahrzeug von Frau xxx auf, indem er sich mit den Vorderpfoten an der Vordertür des Wagens abstützte. Dabei blieben die Hinterpfoten sogar noch auf unserem Grundstück, denn Frau xxx stand mit den Fahrer-seitigen Reifen bereits knapp vor unserer Grundstücksgrenze, die Einfahrt blockierend. Meine Frau und ich waren nicht in der Lage den Hund von dieser Handlung abzuhalten, da wir von dem plötzlichen Auftauchen von Frau xxx völlig überrascht worden sind. Jeder normale Publikumsverkehr vor und auf unserem Grundstück hätte unseren Hund nicht zu einer Annäherung provozieren können, daher haben wir es auch nicht für erforderlich erachtet besondere Sicherungsmassnahmen, Anleinen etc., zu ergreifen. Hätte Frau xxx ihr Fahrzeug normal geparkt, wäre ausgestiegen und hätte dann ihr Anliegen vorgetragen, so wäre unser Hund nicht einmal in die Nähe des Fahrzeugs gelangt. Ganz abgesehen davon, dass Frau xxx´s Zurufe unseren Hund zum Herankommen und Hochspringen animiert haben, war es auch ein allgemein gefährliches Fahrverhalten, sie hätte auch unseren Sohn bei dieser Aktion überfahren können!

Frau xxx und ich schauten daraufhin auf die Stelle, an der die Pfoten unseres Hundes Ihr Fahrzeug berührt hatten und sie stellte die Frage, ob ich denn Metallic-Politur greifbar hätte. Die Frage musste ich verneinen und setzte hinzu, dass Frau xxx doch unbedingt ihr sehr verschmutztes Fahrzeug zunächst waschen sollte, bevor sie mit Pflegemitteln arbeitet, denn es war, angesichts der kaum sichtbaren geringen Spur auf der Vordertür, durchaus zu erwarten, dass einerseits nach einer Wäsche bereits keine Spuren durch die Hundepfoten mehr zu sehen sein sollten und dass andererseits ohne vorherige Wäsche die Schmutzpartikel durch Verreiben wohlmöglich den Lack überhaupt erst beschädigen würden. Ohne auf meinen Vorschlag zu reagieren setzte Frau xxx daraufhin ihre Fahrt fort. Ich möchte betonen, dass weder meine Frau noch ich irgendeinen Anlass gegeben haben das Gespräch sofort abzubrechen, wir waren sehr verdutzt über das plötzliche Auftauchen und Verschwinden von Frau xxx.

Ich war dann noch mehr überrascht eine Stunde nach dem Vorfall von der Polizei aus dem Haus geklingelt zu werden, zur „Feststellung meiner Personalien“. Frau xxx kennt uns persönlich, somit war eine Bemühung der Ordnungskräfte zur Feststellung meiner Personalien überflüssig. Nachträglich habe ich versucht Frau xxx, die in der weiteren Nachbarschaft wohnt, zu kontaktieren. Sie befand sich offensichtlich zu Hause, denn Ihr Fahrzeug stand vor der Tür und einige Fenster waren geöffnet. Die Haustürklingel war jedoch abgestellt und so kam es zu keinem persönlichen Gespräch, dass eine Absprache der Vorgehensweise, was Schadensbegutachtung und –Beseitigung betrifft, ermöglicht hätte. Ich hatte hier allerdings Gelegenheit einen weiteren genauen Blick auf den vorgegebenen Schaden zu werfen. In diesem Moment hielt eine Nachbarin mit ihrem Fahrzeug neben mir und stieg aus, fragte danach, was ich denn dort machen würde und schaute auf meine Erläuterung hin ebenfalls nach den Spuren unseres Hundes. Beide kamen wir zu der Ansicht, dass die Spur sehr gering war und wahrscheinlich bereits durch Waschen zu beseitigen wäre, spätestens aber durch eine leichte Politur.

Auch telefonisch war Frau xxx zunächst nicht zu erreichen, woraufhin ich ein freundliches Schreiben an sie gerichtet habe mit der Aufforderung, sich doch bitte mit mir in Verbindung zu setzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Darin habe ich auch gleich angeboten etwaige Kosten für die Wagenwäsche oder Politur zu übernehmen, um so ohne Umschweife alles in Ordnung zu bringen, bzw. um feststellen zu können, ob nach diesen Pflegemassnahmen doch noch ein tatsächlicher Lackschaden vorhanden sein könnte. Dieser Vorschlag entsprang dabei rein meiner Einstellung irgendwelche Konflikte mit meinen Mitmenschen grundsätzlich zu vermeiden, völlig unberührt davon, dass ich gleich der Ansicht war, dass Frau xxx das Verhalten unseres Hundes selbst provoziert hatte.

Als ich für die Abgabe des Schreibens an Frau xxx ein zweitesmal zur Wohnung von Frau xxx kam, hatte ich auch einen Fotoapparat mitgebracht, denn mittlerweile beschlich mich bereits die Vorahnung, dass Frau xxx eventuell die Idee hatte aus dem Vorgang einen finanziellen Vorteil zu ziehen. Leider konnte ich aber keine Aufnahmen machen, denn das Fahrzeug befand sich zu dem Zeitpunkt nicht mehr dort und tauchte auch sehr lange Zeit nicht mehr dort auf.

Nachdem ich bis heute nichts mehr von der Sache gehört hatte, war ich ausserdem längst davon ausgegangen, dass auch Frau xxx zu der Ansicht gelangt wäre, dass ihr Fahrzeug keinen Schaden aufweist und sie daher auch gar keine Ansprüche geltend machen würde.

Jetzt ereilte mich aber ein Schreiben eines von Frau xxx beauftragten Anwalts mit einer Forderung zur Zahlung von über 800,- € zur Schadensregulierung plus ca. 120 € Anwaltskosten, basierend auf einem beigefügten Kostenvoranschlag für eine Reparatur des Fahrzeugs von Frau xxx erstellt am 15.6.2006. Der oben beschriebene Vorgang, bei der das Fahrzeug beschädigt worden sein soll, fand aber bereits am 3.5.2006 statt, das ist ein Zeitabstand von über sechs Wochen, während mit dem Fahrzeug wahrscheinlich einige tausend Kilometer zurückgelegt wurden und es auf wechselnden Parkplätzen im Freien untergebracht wurde.

Desweiteren sind in diesem Kostenvoranschlag die Posten Lackierung der hinteren Tür, sowie gleich zwei zu ersetzende Zierleisten aufgeführt. Wenn überhaupt, so gab es durch unseren Hund maximal eine leichte Schramme in der vorderen Seitentür, nicht aber einen derartig grossen Schaden, bei der gleich beide Türen und auch noch die Zierleisten in Mitleidenschaft gezogen wurden.

In dem anwaltlichen Schreiben vom 22.06. ist ausserdem vermerkt, dass sich, abweichend von der Werkstatt, die den Kostenvoranschlag erstellt hat, das Fahrzeug derzeit zur Reparatur in einer Fiat-Fachwerkstatt befindet. Es dürfte also mittlerweile nicht mehr möglich sein den ursprünglichen Schaden unabhängig begutachten zu lassen.

Hier also noch einmal die konkrete Frage, ob ich zähneknirschend bis zum 6.7. den Betrag zahlen soll, oder ob es eine Möglichkeit gibt die Forderung abzuwehren oder wenigstens abzumindern?

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Sehr geehrter Ratsuchender,


da nach Ihrer Schilderung ein Schaden entstanden ist (die Spur hat ja auch die andere Nachbarin feststellen können) sind Sie als Halter des Hundes zum Ersatz des tatsächlich entstandenen Schadens verpflichtet.

Dieser wird sich aber mE auf höchstens 80,00 bis 100,00 EUR belaufen, da solch eine kleine Schramme mit der sogenannten

"SPOT REPAIR"

Methode mit geringen finanziellen Aufwand beseitigt werden kann.

Eine komplette Neulackierung ist nicht notwendig, zumal dann auch Abzug Neu-für-Alt vorgenommen werden müsste, die je nach Alter des Fahrzeuges unterschiedlich hoch ausfallen kann. Mit Polieren muss die Geschädigte sich aber nicht zufrieden geben.

Die volle Beweislast für den Umfang trägt die Geschädigte.

Die RA-Kosten müssen Sie nur dann tragen, wenn Sie wirksam in Verzug gesetzt worden sind, was ich hier nicht zu erkennen vermag, haben Sie doch mehrfach um ein Gespräch gebeten.

Nun nichts zu zahlen, wäre aber fatal, da dann ggfs. ein Klageverfahren droht und Sie (da der Schaden dem Grunde nach ja unstreitig ist) dann einen Teil der Kosten tragen müssen.

Weisen Sie den Kollegen darauf hin, dass Sie mehrfach versucht haben, den Schaden in tatsächlicher Höhe zu ersetzen, dieser nach Ihrer Auffassung höchstens X Eur beträgt und die Einschaltung des RA nicht notwendig gewesen ist. Überweisen Sie dann an den Kollegen den Betrag zur Abgeltung aller Ansprüche.

Vielleicht denken Sie auch einmal über den Abschluss einer Versicherung nach; sonst kann es einmal richtig teuer werden.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 26.06.2006 | 14:35

Sehr geehrter Herr Bohle,

vielen Dank für Ihre Antwort!

Die Umstände des Vorfalls, dass sich der Hund auf unserem Grundstück befand und von der Geschädigten herangerufen wurde haben also wohl leider keinen Einfluss auf den Anspruch?

Kann die ´Geschädigte´ den Kostenvoranschlag als volle Beweislast dafür einbringen, dass eine Lackierung notwendig wäre um den Schaden zu beseitigen und nicht eine ´Spot Repair´ Methode ausreichend wäre/gewesen wäre?
Soll ich einen Betrag von ca 100 € überweisen, der auch meiner Einschätzung entspricht, was die Höhe des tatsächlichen Schadens angeht, und wäre diese Zahlung ausreichend eine Klage zunächst abzuwenden? Was wird die ´Geschädigte´ versuchen, um doch die Summe aus dem Kostenvoranschlag von mir einzuziehen?

Nebenbei bemerkt ist die Dame, wie ich im Nachhinein erfahren musste, im ganzen Dorf bekannt dafür, dass sie ihre Mitmenschen nur allzu gern mit Forderungen und Klagen überzieht, sie hat bereits bei einigen Nachbarn ein Verbot deren Grundstücke und Häuser zu betreten, rein aus Angst, sie könne sich dabei irgendeinen zu ersetzenden Schaden zuziehen.

Mittlerweile habe ich immerhin schon eine allgemeine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Diese fehlenden Absicherungen sind noch ein Nachklang meiner längeren Studentenzeit, als ich schlicht Geld sparen musste und man daher darauf verzichtet hat. Und weil solange nix passiert war...

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.06.2006 | 14:39

Sehr geehrter Ratsuchender,

das "Vorverhalten" der Dame spielt keine Rolle-Sie müssen halt auf den Hund aufpassen.

Ja, 100,00 EUR würde ich überweisen und dabei deutlich machen, dass weitere Forderungen abgelehnt werden. Der Kostenvoranschlag (der sicherlich Tage nach dem Vorfall gemacht worden ist) reicht nicht aus.

Wenn der "Streithammel" trotzdem Klage erhebt, melden Sie sich nochmals; bei soviel Text könnte es dann aber doch dann gerne ein höherer Einsatz sein.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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