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von eigener familie Überboten


19.11.2007 00:12 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Euler



Hallo
ich wollte einen Kopierer ersteigern für 150€ habe für eins geboten wurde von meiner frau Überboten und mein maximal gebot wurde auf einmal über 334 € sie war nicht mal Eingeloggt .
Sofort nach der Auktion habe ich versucht mich mit dem Verkäufer in Verbindung zu setzen, und Ebay eingeschaltet .
Ebay hat mich an den Verkäufer verwiesen .
Aber der Verkäufer will es nicht einsehen droht mir mit Anwalt und weiteren kosten .
Nach dem ich getätigte Überweisungen wieder zurück Überwiesen bekommen habe.
Da es zahlen Dreher in den Überweisungen waren .
Habe ich mein PC formatieren lassen Vorsichts halber.
Gestern hat er schon ein Mahnbescheid in Auftrag gegeben jetzt muss (müssen) wir 357,88€ bezahlen .
Ich habe ihm versucht ein Vergleich anzubieten, aber er ist stur .
Will die 334,33€ plus Mahn kosten haben.
Was kann ich tuen ?
Müssen wir die 334,33€ bezahlen ?
Am 01.11.07 Ersteigert schon mit mahn kosten belegt ist das Rechtens ?
Jetzt habe ich gesehen das er den Kopierer in die Ebay Auktion hat.
Kann er mich negativ bewerten ?



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Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Grundsätzlich führt der Zuschlag in einer eBay-Auktion zu einem wirksamen Kaufvertrag zwischen dem Anbieter des Artikels und demjenigen, der den Artikel zu dem zuletzt abgegebenen Höchstgebot ersteigert.

Wirksam abgeschlossene Kaufverträge sind zu erfüllen, so dass der Käufer einen Anspruch auf Lieferung der Ware hat, der Verkäufer die Zahlung des Ersteigerungserlöses verlangen kann. Erfüllt eine der Vertragsparteien den Kaufvertrag nicht, so gerät diese grundsätzlich bei Fälligkeit der Leistung durch eine Mahnung in Verzug.

Im Rahmen des Verzugs kann ein Gläubiger grundsätzlich rechtsanwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen, um den Schuldner zu einer Leistung zu bewegen. Die Kosten hierfür hat die sich im Verzug befindende Partei grundsätzlich nach den §§ 286, 280 BGB zu ersetzen.

Leider beschreiben Sie nicht, wie der Kauf konkret zu Stande kam. Haben Sie oder Ihre Frau bewusst einen höheren Geldbetrag als 150 € für den Kopierer geboten, so sehe ich keine Möglichkeit sich von dem Vertrag zu lösen. Anders würde es aussehen, wenn Sie die streitgegenständliche Ware unbewusst ersteigert haben.

Haben Sie sich beispielsweise bei der Gebotseingabe vertippt, so wären Sie einem Erklärungsirrtum unterlegen, der Sie zu einer Anfechtung berechtigen würde.

Der Erklärungsirrtum ist in § 119 Abs. 1 2. Alt. BGB geregelt und berechtigt zur Anfechtung, wodurch das angefochtene Rechtsgeschäft gemäß § 142 BGB von Anfang an nichtig wird.

Um wirksam anzufechten muss dem Vertragspartner der Anfechtungsgrund unverzüglich mitgeteilt werden, sobald der Anfechtende seinen Irrtum bemerkt.
Ob dies in Ihrem Fall noch möglich ist, kann ich mangels Kenntnis der näheren Umstände nicht beurteilen. Als unverzüglich wird eine Anfechtungserklärung in der Regel noch nach 7 Tagen gewertet, danach sind Einzelfallumstände maßgeblich.

Wer die Willenserklärung anficht, ist grundsätzlich verpflichtet, den Vertrauensschaden des Vertragspartners gemäß § 122 BGB zu ersetzen.

Vertrauensschaden oder gleichbedeutend das negative Interesse ist der Schaden, den jemand im Vertrauen auf die Wirksamkeit eines Vertrages oder einer Willenserklärung erleidet.

Wer Anspruch auf Ersatz des Vertrauensschadens hat, ist dann so zu stellen, wie wenn er auf die Wirksamkeit des Vertrages beziehungsweise der Erklärung nicht vertraut hätte. Der Ersatz ist in der Regel auf das positive Interesse begrenzt, das heißt der Anspruchsinhaber darf auch nicht besser gestellt werden, als er bei ordnungsgemäßer Vertragserfüllung stünde.

Handelt es sich dagegen in Ihrem Fall um ein Verschulden von eBay, welches zu dem Kaufvertragsabschluss geführt hat, so müssten Sie vorliegend nicht leisten, da es bereits an einer wirksamen Willenserklärung bezüglich eines Kaufvertragsabschlusses fehlt. In diesem Fall sollten Sie eBay aber unbedingt mit einer Prüfung dieser Angelegenheit beauftragen, da zunächst der Anschein bestehen wird, dass Sie bewusst bezüglich der erhöhten Kaufpreiseingabe gehandelt haben.

Im Hinblick auf ein möglicherweise vorliegendes Eigenverschulden bei Abgabe des falschen Kaufpreises sollten Sie sicherheitshalber auch aus diesem Grund eine Anfechtung des Kaufvertrags erklären.

Bei Vorliegen einer wirksamen Anfechtungserklärung sollten Sie gegen den Mahnbescheid Widerspruch einlegen. Bitte beachten Sie, dass Sie in einem eventuellen sich anschließenden gerichtlichen Verfahren einen Irrtum bei der Gebotsabgabe beweisen müssten oder zumindest den Anschein eines wirksamen Vertragsschlusses zu Lasten Ihrer Person widerlegen müssten.

Es bleibt dem Verkäufer natürlich vorbehalten, Sie aufgrund seiner Meinung bezüglich des Kaufvertragsabschlusses negativ zu bewerten. Die Bewertung muss dabei jedoch sachlich bleiben und darf keine Schmähkritik enthalten, da Sie anderenfalls Ansprüche auf Entfernung der Bewertung hätten.

Bitte beachten Sie, dass eine verbindliche rechtliche Beurteilung nur nach einem persönlichen Gespräch und bei Kenntnis der gesamten Sachlage abgegeben werden kann. Gerade im Hinblick auf den drohenden Mahnbescheid empfiehlt es sich, einen Kollegen vor Ort mit der eingehenden Prüfung dieser Angelegenheit zu betrauen. Im Rahmen dieser Online-Beratung kann ich Ihnen nämlich nur anhand Ihrer Sachverhaltsangaben entsprechende Handlungsvorschläge unterbreiten.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihnen zumindest eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben und
Verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Michael Euler
Rechtsanwalt
_____________
Rechtsanwalt Michael Euler
Roßmarkt 21
60311 Frankfurt/Main
Tel: 069 36605388 – Fax: 069 92005959
Internet: www.RA-Euler.de
Ergänzung vom Anwalt 19.11.2007 | 09:28

Sofern der Verkäufer Unternehmer ist und Sie den Kopierer wirksam als Verbraucher erworben haben, steht Ihnen im Übrigen grundsätzlich ein einmonatiges Widerrufsrecht zu, sofern es bei dem geschlossenen Kaufvertrag um einen Fernabsatzvertrag im Sinne des § 312 d BGB handelt.
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