Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

von Türstehern angegriffen - Chancen einer Anzeige??


| 11.12.2007 19:26 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin Kämpf



Guten Abend!
Ich hätte gerne gewusst, wie die Chancen einer Anzeige zu exakt folgendem Geschehen stünden:

Circa 5 Uhr morgens endete eine auf unserem Campus veranstaltete Semesterparty. Zur Sicherheit war eine Security-Firma engagiert worden. Als wir morgens "rausgeschmissen werden sollten" fragte ich einen der Türsteher, ob ich mir von drinnen noch etwas zu essen holen könnte. Er verneinte dies. Während ich "nagut, ist ok" sagte wollte ich ihm freundschaftlich auf die Schulter klopfen (habe nicht ausgeholt und auch keine schnelle Bewegung ausgeführt). Daraufhin trat er einen Schritt zurück und merkte folgendes an: "nicht anfassen, sonst knallt´s".
Ich begab mich zur Gaderobe, um meine Jacke in Empfang zu nehmen, als ich von hinten einen kräftigen Rempler verspürte. Ich fragte nach dem Grund und ob er gereizt sei. Wir redeten kurz, es gab keine Beleidigungen (auf beiden Seiten). Ich versuchte ihm zu erklären, dass meine Jacke auf dem Bügel eines Freundes hing und ich an der Gaderobe auf ihn warten müsste, um meine Jacke in Empfang nehmen zu können.
Ich habe die Vorgeschichte bewusst so detailliert beschrieben, da somit meine Verständnislosigkeit über folgendes Geschehen besser nachvollziehbar ist:

Ich wartete also vor der Gaderobe auf meinen Freund, indem ich in die Menge der noch anwesenden Leute schaute (in der Hoffnung ihn zu erblicken). Plötzlich und unverhofft sprang mir der Türsteher, mit dem ich mich zuvor unterhalten hatte, in den Rücken und drückte mich zu Boden. Ein Zweiter und einer Dritter kamen ihm sofort zur Hilfe und verlagerten Ihr Gewicht ebenfalls auf mich. Sie drückten mich so sehr auf den Boden, dass ich keine Luft mehr bekam (dies geschah vor allen Zeugen, ich schätze, dass noch 30 Leute im Raum anwesend waren). Ich wurde panisch, da ich keine Luft mehr bekam und griff nach dem Fuß des vor mir stehenden Sicherheitsangestellten. Darauf hin versetzte mir einer einen Schlag, sodass ich bewusstlos wurde. Ich kam nach eigenem Ermessen 5 Minuten später in einem dunklen Raum allein mit 2 Türstehern wieder zu mir. Ich war noch benommen, als er mich an die Wand drückte und mir wiederum die Luft abdrückte. Meine Hände hingen herunter, ich hatte noch keine Kraft, um mich ihm zur Wehr zu setzen. Hätte er mich losgelassen, wäre ich wieder hingefallen. Ich merkte nun, dass ich aus dem Mund blutete und diverse Schmerzen am Kopf und im Mund wahrnahm. Nach etwa weiteren 5 Minuten brachten Sie mich nach draußen. Der "dunkle Raum" entlarvte sich mir am nächsten Tag als Behinderten-WC, etwa 20m von der Stelle entfernt, an der ich bewusstlos wurde.
Ich habe noch am morgen die Polizei gerufen, die mir allerdings keinen Glauben schenkte, da ich einen Atemalkoholwert von 1,27Promille hatte und im Dunkeln draußen keine Verletzungen sichtbar waren. Das ist jedoch sehr schade, da ein Großteil aller Zeugen und Täter zu dem Zeitpunkt noch vor Ort waren. Ich war am Folgetag beim Arzt und habe mir alles attestieren lassen.
Zu meiner Frage, lohnt sich eine Anzeige? Ich möchte nur nicht billigend in Kauf nehmen, dass ein solcher Umgang des Türstehers folgenlos bleibt. Vielleicht hat der nächste Gesundheitliche Probleme und wacht nicht folgenlos aus einer Ohnmacht auf.
Rein Strafrechtlich, auf was kann ich plädieren? Stimmen Sie mit mir über ein, wenn ich ihn wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung(weil sie mich -weg von allen Zeugen- auf ein dunkles WC brachten und mir Gewalt zufügten! Allerdings: gilt der Tatbestand der Freiheitsbraubung auch, obwohl ich ohnmächtig war?) und Unterlassener Hilfeleistung anzeige oder wäre das unklug bzw. eine andere Variante aussichtsreicher? Was würden Sie mir in dieser Situation Ihrer eigenen Meinung und Erfahrung nach raten zu tun?
Vielen Dank!
MfG

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltschilderung sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

Sie können bei jeder Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen die Täter erstatten.
Hierzu können Sie selbst vor Ort bei der entsprechenden Behörde vorsprechen oder ein entsprechendes Schreiben verfassen, in welchem Sie das Erlebte schildern. Dahingehend können Sie auch einen mit dem Strafrecht befassten Rechtsanwalt (Strafverteidiger) beauftragen. Eine Einordnung des Sachverhalts unter strafrechtlichen Aspekten, so die Benennung der einzelnen verwirklichte Straftatbestände, ist weder erforderlich noch gewünscht. Vielmehr handelte sich hierbei um die Aufgabe der zuständigen Staatsanwaltschaft bzw. in der Folge des Gerichts.
Es wird aber von Interesse sein, die bei dem Vorfall anwesenden Zeugen, also Dritte, die das Geschehen beobachteten, (wenn möglich mit Adresse) zu benennen.

Nach dem von Ihnen dargestellten Sachverhalt gehe ich davon aus, dass der oder die Täter sich zumindest einer gefährlichen Körperverletzung (strafbar gemäß § 224 StGB) sowie einer Freiheitsberaubung (strafbar gemäß § 239 StGB) - auf ihre Ohnmacht kommt es hier nicht an - schuldig machten. Unter Umständen kommt auf Grund des Würgens bis zu Ihrer Bewusstlosigkeit auch ein versuchter Totschlag (strafbar gemäß § 212 StGB) in Betracht.

Unter Umständen empfiehlt es sich vorliegend, sich nochmals mit Hilfe der Ihnen bekannten Zeugen die betroffene Situation zu vergegenwärtigen und insbesondere auf ein eventuell provozierendes Vorverhalten Ihrerseits zu überprüfen.
Es ist jedoch anzumerken, dass eine vorausgegangene verbale Provokation Ihrerseits keinesfalls die von Ihnen geschilderte Reaktion rechtfertigen kann.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Fon 089/ 22843355
Fax 089/ 22843356

info@kanzlei-kaempf.net
Rechtsanwalt Kämpf - Strafverteidiger in München
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Danke für die objektive Beurteilung Ihrer Sicht! Ich finde es sehr hilfreich, so schnell eine sachkundige Meinung zu erhalten. Danke an den RA nach München. MfG "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER