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volljährigen Sohn vor die Tür setzen

02.12.2011 13:39 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Eigentümerin eines Einfamilienhauses mit zwei Ferienwohnungen, indem ich zusammen mit meinem 23-jährigen Sohn wohne.

Leider ist das Verhältnis zwischen uns sehr schlecht: er ist arbeitslos, hat 4(!) Lehrstellen aus Faulheit abgebrochen, sitzt den ganzen Tag vorm PC, lügt, beschimpft und bestiehlt mich. Leistungen vom Arbeitsamt erhält er nicht. Ich "füttere" ihn durch.

Alle Versuche, ihm zu einer Arbeit und einer Wohnung zu verhelfen sind an seiner "Null-Bock-Einstellung" gescheitert.

Sowohl das Arbeitsamt als auch die AWO, bei denen ich vorgesprochen habe, konnten mir nicht weiterhelfen.

Seit nunmehr fast vier Wochen "wohnt" auch seine obdachlose 20-jährige Freundin in seinem Zimmer.
Was mir als Besuch für den Zeitraum von einer Woche angekündigt wurde, wandelt sich langsam in ein dauerhaftes Wohnen.

Ich habe sie, die Freundin, mehrmals aufgefordert, mein Haus zu verlassen, jedoch ohne Erfolg. Da mein Sohn mir körperlich überlegen ist, kann ich sie nicht eigenhändig vor die Tür setzen.

Nun meine Fragen:

1. Wie kann ich die Freundin "rauswerfen"? Kann ich die Polizei rufen?
2. Kann ich auch meinen Sohn vor die Tür setzen?
3. Können die beiden gegen meinen Willen in sein Zimmer oder eine meiner Ferienwohnungen zwangseingewiesen werden?
4. Bin ich ihm finanziell noch in irgendeiner Weise verpflichtet?

Ich bin verzweifelt und weiß mir keinen Rat mehr. Für eine zeitnahe Hilfe bin ich Ihnen daher sehr verbunden.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Fragestellerin,

soweit es keine vertraglichen Vereinbarungen mit Ihrem Sohn und/oder dessen Lebensgefährtin hinsichtlich eines Wohnrechtes gibt, können Sie beide auffordern sich eine eigne Unterkunft zu suchen. Dazu sollten Sie ihnen eine angemessene Frist setzen. Sollten beide diese Frist ungenutzt verstreichen lassen, können Sie von beiden die Herausgabe des Zimmers gerichtlich durchsetzen; § 985 BGB.

Grundsätzlich können Obdachlose in Privatwohnungen eingewiesen werden. Ob dies im Falle Ihres Sohnes erfolgen wird, kann ohne Kenntnis der genauen Umstände nicht beurteilt werden. Grundsätzlich müsste jedoch eine konkrete Gefahr für Ihren Sohn bestehen.

Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren; § 1601 BGB. Unterhaltsberechtigt ist nur, wer außerstande ist, sich selbst zu unterhalten; § 1602 BGB. D.h. grundsätzlich sind Sie zum Unterhalt verpflichtet.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.

Nachfrage vom Fragesteller 05.12.2011 | 12:13

Sehr geehrter Herr RA Bordasch,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ich habe aber noch Fragen zu Ihrer Antwort:

Ist es vor der gerichtlichen Durchsetzung der Herausgabe des Zimmers möglich, die Polizei zu rufen? Oder wird diese ohne einen Titel nicht tätig?

Auf welcher rechtlichen Grundlage könnte eine Zwangseinweisung in eine Privatwohnung erfolgen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.12.2011 | 12:41

Sehr geehrte Fragestellerin,

zur Durchsetzung Ihrer Eigentumsrechte ist grundsätzlich ein Titel notwendig. Deshalb mein Hinweis auf die gerichtliche Durchsetzung Ihrer Ansprüche.

Die rechtliche Grundlage für eine Zwangseinweisung ist in den Ordnungsgesetzen der Länder normiert. Beispielsweise Mecklenburg-Vorpommern: Sicherheits- und Ordnungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern (SOG M-V); hier §§ 12 ff.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -


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