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volljährige Schülerin fordert Unterhalt


| 07.09.2017 21:00 |
Preis: 55,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin



Lieber Anwalt, liebe Anwältin,

ich bin volljährig geworden und habe meine eigene Wohnung bezogen. Mein Vater hat es erlaubt, meine Mutter fand es nicht gut.
Meine Eltern sind geschieden, zuvor lebte ich bei meinem Vater. Meine Mutter musste für mich in der Zeit Unterhalt zahlen. Das Oberlandesgericht entschied damals, dass meiner Mutter ein fiktives Einkommen zugerechnet werden muss, weil sie nicht voll arbeitet.
Mein Vater ist Lehrer und wieder verheiratet. Seine Frau ist nicht berufstätig. Sie studiert und macht Babypause.
Meine Mutter lebt auch mit einem neuen Partner zusammen. Beide sind berufstätig. Deshalb entschied damals das Gericht, dass ihr Selbstbehalt um 10% reduziert werden muss.
Ich bin zu meinen Großeltern in eine eigene Wohnung gezogen, ich bin noch Schülerin am Gymnasium.
Nun müssen meine Eltern für Unterhalt aufkommen. Darüber streiten sie leider.
Ich habe mich beraten lassen und möchte nun von einem Anwalt wissen, ob das so stimmt:

Mir stehen fest 735€ zu. Das Kindergeld wird abgezogen.
Also müssen meine Eltern 543€ an mich zahlen.

Meine Mutter verdient 1600€ netto und bekommt etwa 1000€ Weihnachtsgeld, also anteilig etwa 85€ im Monat. Als fiktives Einkommen legte das Gericht wenigstens 180€ fest. Ihr monatliches Einkommen beträgt demnach 1865€. Bereinigt wurde ihr Gehalt nur mit der berufsbedingten Pauschale 5%. Das muss daher weiter so bleiben. Das sind nun etwa 93€. Ihr bereinigtes Einkommen ist somit 1771€. Der Selbstbehalt liegt bei 1300€, wird wieder um 10% gekürzt, somit also 1170€. Die Leistungsfähigkeit meiner Mutter liegt also bei 601€.

Mein Vater verdient viel, muss aber aus der Ehe mit meiner Mutter noch hohe gemeinsame Schulden abbezahlen. Er verdient 4986€ netto, seine neue Frau bekommt 300€ Elterngeld. Zusammen sind das 5286€. Er meint, dass ein Halbteilungsgrundsatz besteht und daher alles Einkommen und alle Verbindlichkeiten addiert werden, dann beiden die Hälfte zusteht.
Folgendes alles wird abgezogen bei der Bereinigung:
40€ vermögenswirksame Leistungen, 150€ berufsbedingte Pauschale, 560€ Krankenversicherung, 33€ Berufsunfähigkeitsversicherung, 44€ Lebensversicherung, 492€ Kredit aus der Ehe mit meiner Mutter, 105€ Kredit aus alter Ehe, 60€ Kredit aus alter Ehe, 283€ Kredit für ein Auto, 250€ Kredit aus alter Ehe, 387€ Unterhalt an meinen Bruder, der bei meiner Mutter lebt, 264€ Unterhalt für meinen Halbbruder, 150€ für den Zweitwagen, 128€ Bafög meiner Stiefmutter. Es bleiben 2340€ übrig, somit 1170€ für beide. Somit bleibt meinem Vater genau nur der reduzierte Selbstbehalt 1170€. Seine Leistungsfähigkeit ist also Null. Das soll an der Rangfolge liegen, da meine Stiefmutter nun vor mir liegt und ich nur noch das bekomme, was übrig bleibt.

Da meine Mutter aber den Unterhalt voll zahlen könnte, möchte ich nun gern wissen, ob sie nun verpflichtet ist, diesen zu zahlen. Während bei privilegierten Kindern eine Höchstgrenze gilt mit dem Betrag nach der Düsseldorfer Tabelle, den sie allein zahlen müssten, gilt das bei nicht privilegierten Kindern wie bei mir nicht. Denn ihr bliebe ja trotzdem auch der Selbstbehalt von 1170€. Beide hätten doch dann gleich viel übrig.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Richtig ist, dass es seinen Bedarf von 735 Euro gibt. Abzüglich Kindergeld bleiben dann 543 Euro Bedarf, welchen die Eltern anteilig je nach Einkommen zahlen müssten.

Es müssen also die Haftungsanteile der Eltern ermittelt werden.

Die Mutter hat 1771 Euro und damit 471 Euro über dem Selbstbehalt von 1300 Euro.

Bei Ihrem Vater nimmt man sein Nettoeinkommen und bereinigt dieses. Von der generellen Halbteilung gehe ich nicht aus. Richtig ist aber, dass er den minderjährigen Kindern und seiner Frau vorrangig Unterhalt schuldet, sodass diese Zahlungen zu berücksichtigen sind.

Das Elterngeld seiner Frau bleibt auch Außen vor. Damit hat er 2640 Euro. Hiervon ist noch – zumindest fiktiv – Betreuungsunterhalt nach § 1615l BGB an seine Frau abzuziehen.

Der Betreuungsunterhalt beträgt 1002 Euro. Zieht man dies noch ab so hat er letztlich 1638 Euro, sodass er 338 Euro über dem Selbstbehalt zur Verfügung hat.

Die Quoten liegen daher bei 2/3 zu 1/3.

Ihr Vater muss dann 181 Euro und die Mutter 362 Euro zahlen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 07.09.2017 | 21:58

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Aber bei mir ergibt die Rechnung dann 2040 und nicht 2640€ bei meinem Vater.
Somit hätte er ja nicht einmal den Selbstbehalt, sondern nur bei 1038€.

Und muss nicht der Selbstbehalt reduziert werden wegen der neuen Lebenspartner?
Gilt also bei beiden 1300€ als Selbstbehalt, obwohl vor meiner Volljährigkeit reduziert wurde?

Wie ist die Quote dann?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.09.2017 | 22:00

Da seine Frau ja nur 300 Euro Elterngeld hat, ist dies kein zählbares Einkommen, sodass man keinen Synergieeffekt bilden kann und der Selbstbehalt nicht angepasst werden muss.

Meiner Meinung nach verbleibt es bei dieser 2/3 zu 1/3 Quote.

Bewertung des Fragestellers 07.09.2017 | 22:10


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"Ich hatte sehr konkrete Fragen, die wenig konkret beantwortet wurden.
Es lag offensichtlich ein Rechenfehler seitens des Anwaltes vor, auf den ich in der Nachfrage aufmerksam gemacht habe.
Dennoch gab es daraufhin keine adäquate Antwort.
Er hat mir nicht geholfen, sondern hat eher die Nachfrage abgetan.
Auch zuvor wurden Zahlen und Quoten nicht nachvollziehbar in den Raum gestellt. "
Stellungnahme vom Anwalt:
Anhand der gelieferten Zahlen wurde der Unterhalt berechnet und auch alle Fragen beantwortet. Vielen Dank.
FRAGESTELLER 07.09.2017 2/5.0
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