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volle kosten bei anmietung eines PKW?


30.09.2006 06:23 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin Selnständig und habe ein privates Kfz.
Ein weiteres (neues hat meine Frau gekauft), wg. Bonität, denn wir Selbständigen sind nichts wert, eine bei mir angestellte würde eher eine Finanzierung bekommen.
Wie setze ich die Kosten an, wenn ich das Fz anmiete?
Das Fz werde ich kaum privat nutzen, vielleicht mal zum Bäcker oder so.
VOlle Mietkosten?
oder gibt es dann wieder die 1% Regelung?

Ich habe EInkünfte, die der Ust unterliegen Beratungen) und ohne Ust (Versicherungsmakler).
Das FA will mich dazu zwingen, dass ich die Vorsteuerabzüge nach dem Verhältnis der Einnahmen aufteile.
Nun ist aber das in meinen Augen ungerecht, denn die immer wiederkehren Prov aus lfd. Verträgen erzeugt kaum oder gar keine Kosten.
Die Beratungsleistung hat mehr Kosten auf einen Kunden bezogen als die Prov auf einen Kunden bezogen.
Ich sehe es als Willkür, denn es kann doch nicht verlangt werden, dass ich für den Einkauf z.B. eines 500Papierstapels einen verwendungsnachweis führe oder den Strom, Telefon,usw. ein Fahrtenbuch/Verwend.Nachw. oder so.

Gewerbesteuer
Hier hat das FA alles voll alas gewerbkichen Gewinn angesetzt, obwohl der Betriebswirt in seiner beratenden Funktion nicht gewerblich handelt oder unter die Gewerbesteuer fällt.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Fragen, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben beantworten darf.

1.
Auch gemietete Fahrzeuge würden unter die 1%-Regelung fallen. Dies sieht zumindest das FG Schleswig-Holstein so (Die für zum Betriebsvermögen gehörende Kraftfahrzeuge geschaffene Sonderregelung bezüglich des Bewertungsansatzes der privaten Nutzung ( § 6 Abs.1 Nr.4 S.2 EStG - 1 v.H.-Regelung) gilt im Wege der Analogie auch für geleaste oder gemietete Kraftfahrzeuge. - V 88/99 vom 03.11.1999). Nur wenn eine ausschließlich gewerbliche Nutzung erfolgt, würde auch eine volle Abzugsmöglichkeit der Mietkosten bestehen bzw. eine Anwendung der 1%-Regelung niht nötig sein.

2.
Vorsteuer können Sie nur für Umsätze geltend machen, für die gem. § 15 UStG ein Vorsteuerabzug besteht. Insofern ist es nicht falsch zu verlangen, dass eben nur diese Umsätze beim Vorsteuerabzug im Verhältnis zu den Umsätzen, wo ein Vorsteuerabzug nicht möglich ist, verlangt wird. Eine pauschale Verhältnisgleichung ist m.E. aber keine richtige Lösung, da die einzelnen Umsätze hier ohne Probleme voneinander getrennt werden können.

3.
Gem. § 6 GewStG ist Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer der Gewerbeertrag, der sich nach § 7 GewStG bestimmt. Danach ist der Gewerbertrag der Gewinnder nach den Vorschriften des Einkommens- und Körperschaftssteuergesetzes ermittelt wird. Nur dieser darf besteuert werden. Sofern eine freiberufliche Tätigket besteht muß diese klar vom Gewerbebetrieb abgegrenzt werden. Ansonsten fällt sie auch hier in die Gewerbesteuerpflicht.

Ich hoffe, Ihnen eine erste Orientierung gegeben zu haben und darf Sie bitte bei noch offenen Verständnisfragen die Nachfrageoption zu nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtsbuero24.de


Nachfrage vom Fragesteller 30.09.2006 | 11:38

Danke für die schnelle Antwort fast alles habe ich verstanden.
Pkt 2 wenn ich etwas auf den unterteilten Gewerbenamen (direkte Zuordnung) kaufe habe ich somit nach meiner Meinung auch die Vorsteuer zu den Ust abzuziehen. Schlecht ist es mit den Mischrechnungen, die auf Tel.Versorgung/Strom, usw. gehen, hier würde ich schon mich ergeben mit einer Quotelung. Zumal man dann für jeden 24h Pc einen Verbrauchserfasser haben müßte.
Wie wird die Abgrenzung in der gewerbesteuer geschaffen?
Ich habe getrennt, Einnahmen aus Provisionen und Einnahmen aus separater Beratung, welche in keinster Weise in irgendeiner Form etwas mit Versicherungen zu tun hat, wobei die Beratungskosten, wenn Sie etwas mit Versicherten zu tun hätten und nicht zu einem Abschluß führen, woraus Prov gezogen wird, als sonstige Leistungen und somit zwangsläufig der USt wieder unterworfen wären, aber diese dann eben nicht der freiberufl. Tätigkeiten zuzuordnen wären. Das ist auch klar, aber was muss ein freischaffender Betriebswirt und wie deklarieren, dass das klar getrennt ist??

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.10.2006 | 09:22

Sehr geehrte Fragestellerin,

für die Abgrenzung zwischen der Gewerbesteuerpflicht von Freiberuflern und Gewerbetreibenden kommt es auf das Verhältnis der beiden Tätigkeiten zueinander an.

Sind die beiden Tätigkeiten voneinander wirtschaftlich unabhängig, zB. durch getrennte Buchhaltung nachgewiesen, so sind auch die jeweiligen Einkünfte gewerbesteuerlich getrennt zu behandeln.

Sind die beiden Tätigkeiten jedoch so miteinander vermischt, dass sie nicht trennbar sind, zB. ein Schriftsteller, der sein Buch verlegt, sind die Einkünfte einheitlich zu behandeln. Entscheidend ist dann das Gesamtbild der Tätigkeit.

Insgesamt sind die Tätigkeiten sowie die Ein- und Ausnahmen in den jeweiligen Bereichen klar zu trennen. Nur wenn eine sichtbare und nachvollziehbare Trennung möglich ist, kann eine Differenzierung im Rahmen der Gewerbesteuer vorgenommen werden. Ähnliches gilt auch für die Umsatzsteuerpflicht und die Vorsteuerabzugsberechtigung.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort weiter geholfen zu haben und wünsche Ihnen eine angenehme und erfolgreiche Woche.

Mit freundlichen Grüßen



Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtsbuero24.de

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