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vertragsfehler kündigung mietwohnung

10.09.2015 21:28 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


habe meine mietwohnung zum 31.8.2015 gekündigt.
leider ist vom vermieter ein kündigungsschreiben aufgesetzt wordenmit dem
datum 31.9.2015. es ist mir leider nicht aufgefallen und ich habe unterschrieben.
mein auszug fand ende august statt und die wohnung wurde von einem hausmeister im
auftrag des vermieters abgenommen.
nun fordert der vermieter für den september seine fehlende miete ein.
er meint, er wäreim recht, da ich den tippfehler unterschrieben habe.
was soll ich tun?

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten. Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt.

Grundsätzlich hat man den Mietzins bis zum Kündigungstermin weiter zahlen, auch wenn man vorher auszieht.

Vorliegend kann in dem falschen Datum ein sog. Erklärungsirrtum gesehen werden, der zur Anfechtung berechtigen kann, allerdings wäre dies vorliegend nicht sinnvoll. Da eine Anfechtung dazu führt, dass die Kündigung als solche entfallen würde. Dies ist aber nicht in Ihrem Interesse.

Im Grundsatz gilt, dass bei einem falschen Kündigungstermin grundsätzlich die gesetzliche Frist läuft. Dabei sind aber in der Regel solche Fälle betroffen, wo z.B. ein Mieter einen Mietvertrag am 01.04. zum 31.05. kündigt, dann ist das Mietverhältnis dennoch erst zum 30.06. gekündigt.

Allerdings kann man diesen Grundsatz auf Ihren Fall übertragen, wenn der Fehler unter Umständen als offensichtliche Unrichtigkeit ausgelegt werden kann. In diesem Fall kann dann im Rahmen der Auslegung dieser Fehler korrigiert werden.

Unterstellen wir Sie haben spätestens am 03.06. mit dem Wortlaut: Hiermit kündige ich fristgerecht gem. § 573 c BGB mein bestehendes Mietverhältnis zum 31.09.. Dann kann in dem Umstand, dass der September keine 31 Tage hat und sie bereits Ende August ausgezogen sind, angenommen werden, dass hier die gesetzliche Kündigungsfrist gelten sollte.

Vorliegend wäre zu Fragen, wie das Mietverhältnis tatsächlich gekündigt worden ist, da es ungewöhnlich ist, dass der Vermieter das Kündigungsschreiben verfasst, wenn der Mieter kündigt. Hat ein vorheriger Schriftwechsel stattgefunden ggf. könnte Ihr Anschreiben bereits als Kündigung ausgelegt werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Knoll

Nachfrage vom Fragesteller 11.09.2015 | 10:29

mein eigentliches Kündigungsschreiben war zum 31.3.2015 Aufgrund eines Hauskaufs. der Hausverkäufer musste dann aus persönlichem Grund vom Verkauf zurücktreten.
Daraufhin bat ich meinem Vermieter um Rücknahme der Kündigung.
Das wollte er nicht,da er nun das Haus mit den 2 Wohnungen,von dem ich 1 Wohnung bewohnte,verkaufen will.
Er bot mir aber an, dass ich noch ein paar Monate bleiben dürfe.
Ich sagte bis Ende August wäre gut.
Er erstellte einen Vertrag, in dem steht,dass der Auszugstermin der 31.09.2015 ist.
Diesen Vertrag haben wir beide unterschrieben. Ich habe den Schreibfehler leider erst jetzt bemerkt.
Schlüssel habe ich Ende August abgegeben.
Für mich war die Sache erledigt....bis er dann meinte,dass die Miete für September noch fehle und der Schreibfehler ganz klar von mir unterschrieben wurde, und er im Recht steht.
Meine Frage ist nun: muss ich zahlen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.09.2015 | 10:43

ok, dann ist die ganze Angelegenheit als sog. Auflösungsvertrag zu werten. Sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, kann der Vermieter mit dem Vertrag als Urkunde nachweisen, dass das Mietverhältnis Ende September enden sollte. Sie müssten dann darlegen und beweisen, dass der August gemeint war. Im Zweifel wird Ihnen dies nicht gelingen, zumal Sie sich eben dem Vorwurf ausgesetzt sehen müssen, denn Vertrag unterschrieben zu haben, bei einer vorherigen Vertragsprüfung hätte Ihnen der Fehler auffallen können, insoweit geht dieses Versäumnis zu Ihren Lasten. Daher werden Sie die Monatsmiete für den September noch bezahlen müssen.

Ich bedaure Ihnen aufgrund dieses Sachverhaltes kein für Sie positiveres Ergebnis mitteilen zu können.

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