Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

versteckter Mangel am Mauerwerk-Frage nach Verjährung


| 08.02.2007 14:16 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Im Jahr 1992 wurde ein Zweifamilienhaus errichtet nach der damals gültigen Energieeinsparverordnung. Im Jahr 2000 zeichneten sich an den Außenwänden der Wohnräume plötzlich die Fugen zwischen den einzelnen Mauersteinen dunkel ab. Im Januar diesen Jahres wurde eine Thermographie von außen durchgeführt, bei der wiederum das gesamte Mauerwerk sichtbar wurde. Der durchführende Architekt führt dies auf Verwendung eines Mörtels zurück, der eine andere Wärmeleitfähigkeit als die Mauersteine hat. Dieser Schaden ist nicht behebbar, kann jedoch durch Aufbringen einer Außendämmung unsichtbar gemacht werden. Meine Frage ist nun, da es sich offensichtlich um einen versteckten Baumangel handelt, ob nach der langen Zeit der Architekt als Verursacher haftbar gemacht werden kann, da er seine Bauaufsichtspflicht offensichtlich verletzt hat. Das Architekturbüro besteht nicht mehr, der Architekt X, der als Bauleiter fungierte, ist insolvent, der andere Partner Y jedoch nicht, ist aus Altersgründen aber nicht mehr aktiv tätig. Der Architektenvertrag sowie die Verträge mit den einzelnen Unternehmern wurden nicht personenbezogen, sondern pauschal mit dem Büro "X und Y, Dipl. Ing. - Architekten BDA - BDB" abgeschlossen und jeweils vom Architekten Y unterzeichnet. Die Bauprüfungen, Abnahmen etc. wurden jeweils vom heute insolventen Architekten X vorgenommen und abgezeichnet.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Schilderungen summarisch wie folgt beantworten möchte.

Der Architektenvertrag ist ein Werkvertrag, der sich daher grundsätzlich nach den §§ 631 ff. BGB beurteilt. Der Werkerfolg, den der Architekt grundsätzlich schuldet, liegt gewissermaßen in dem „Entstehenlassen des Bauwerks“, nicht in der Herstellung des Bauwerks selbst. Der Architekt hat daher das Werk frei von Sach- und Rechtsmängeln zu erstellen.

Bei einem Vollarchitekturauftrag (Leistungsphasen 1 bis 9 des § HOAI) beginnt die 5-jährige Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche für alle fehlerhaften Architektenleistungen erst nachdem die Haftung des Bauunternehmers aufgrund von Verjährung ausgeschlossen ist. Da dies ebenfalls in der Regel fünf Jahre sind, dürfte Verjährung daher spätestens im Jahre 2002 eingetreten sein. Je nach Ausgestaltung des Vertrages mit dem Architekten kann die Verjährung indes auch schon früher eingetreten sein. Dass der Mangel zunächst bloß latent vorhanden war und sich zunächst nicht gezeigt hat, vermag hieran nichts zu ändern.

Überdies möchte ich darauf hinweisen, dass Sie einen Fehler des Architekten nachweisen und im Streitfall auch zu beweisen hätten, was letztlich allenfalls durch die Bestellung eines Sachverständigen möglich sein dürfte und zunächst nicht unerhebliche Kosten produzieren würde. Nach alledem sehe ich für Sie hier keine guten Chancen, den übrig gebliebenen solventen Architekten in Anspruch nehmen zu können.

Abschließend bitte ich zu beachten, dass diese Antwort zwar alle wesentlichen Aspekte des von Ihnen geschilderten Falles umfasst, jedoch daneben Tatsachen relevant sein könnten, die möglicherweise zu einem anderen Ergebnis führen würden. Verbindliche Auskünfte sind daher nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.

Ich bedaure, Ihnen keine positivere Mitteilung machen zu können, hoffe aber dennoch, Ihnen zunächst die Einschätzung der Rechtslage ermöglicht zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Kraft
Rechtsanwalt


www.jeromin-kraft.de
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die (leider erwartungsgemäße) Antwort war gut verständlich formuliert und hat mich vor unnötigen Prozesskosten bewahrt. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER