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verspätetes Arbeitszeugnis - welches Datum?

24.04.2008 07:56 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo!

*Beschreibung*

Anfang 2007 hat mein Vorgesetzter gewechselt
(ist aber noch im gleichen Unternehmen).
Ich habe ihn mehrfach um ein Zwischenzeugnis
gebeten, was er auch zugesagt hat, aber bis
heute nicht ausgestellt hat.
Ich unterstelle ihm mal keine böse Absicht,
sondern Nachlässigkeit.

Jetzt ist es endlich in Arbeit. Aber
wenn ich jetzt das Zeugnis bekommen sollte,
wird dort vermutlich drinstehen: ´XY hat bis
31.12.2006 unter mir gearbeitet etc.´, und
das Zeugnis hat das Ausstellungsdatum von Mitte
2008.
Das Problem:
Das sieht dann so aus, als hätte es schon ein
früheres Zeugnis gegeben, ich hätte mich darüber
beschwert und wir hätte uns erst nach 1 1/2 Jahren
geeinigt. Macht sich also nicht so gut...


*Eigene Überlegungen*

Ich habe jetzt mal ein bisschen recherchiert,
und habe folgendes herausgefunden:

- Wenn es bereits ein Zeugnis gab und das wurde
korrigiert, dann muss das korrigierte das
ursprüngliche Datum tragen, damit man nichts
von der Korrektur merkt.
Das ist bei mir aber nicht der Fall, denn
ich habe ja noch gar keins bekommen.

- Wenn ich das Zeugnis erst verspätet verlange,
habe ich keinen Anspruch auf Rückdatierung.
Das ist bei mir aber auch nicht der Fall, denn ich
habe es rechtzeitig verlangt, aber leider nicht
bekommen.

- Zumindest hätte der Arbeitgeber die Möglichkeit
der Rückdatierung. Er kann sich also nicht
herausreden, dass er das gar nicht darf.
( - LAG Hamm 27.2.1997 - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=4%20Sa%201691/96" target="_blank" class="djo_link" title="LAG Hamm, 27.02.1997 - 4 Sa 1691/96: Inhalt und Form eines qualifizierten Zeugnisses - Definiti...">4 Sa 1691/96</a>)
Aber er WILL eben nicht.

Ich hoffe, diese laienhaften Recherchen verwirren
nicht noch zustäzlich...


*Fragen*

(1) Was kann ich jetzt machen, kann ich eine Rückdatierung
verlangen? Ich habe die Verspätung ja nicht verschuldet!
(2) Aber auf welcher Grundlage, wie kann ich diesen Anspruch
begründen? Kann ich da irgendein Gesetz oder ein
Urteil zitieren?
(3) Wie kann ich vorgehen, wenn der Arbeitgeber nicht
nachgibt? Wie ist der ´Eskalationsweg´?

Übrigens: Einige Kollegen aus meiner Abteilung
haben bereits ihr Zwischenzeugnis erhalten,
ist das ein Argument - dass alle gleich behandelt
werden müssen?

Danke!

Sehr geehrte Fragestellerin,

unter Berücksichtigung der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen kann ich Ihnen Ihre Fragen wie folgt beantworten:

Grundsätzlich muss ein Zeugnis genau das Datum tragen, zu dem es ausgestellt wurde. Ein Rückdatierung wäre demnach nicht möglich. Etwas anderes soll nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (vgl. BAG, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201993,%202196" target="_blank" class="djo_link" title="NJW 1993, 2196 (2 zugeordnete Entscheidungen)">NJW 1993, 2196</a>) aber dann gelten, wenn im Hinblick auf die Zeugniserteilungspflicht des Arbeitgebers Verzug eintritt. Das Bundesarbeitsgericht führt hierzu aus:

"Wäre die Beklagte ihrer Verpflichtung zur Erteilung des Zeugnisses im zutreffenden Umfang sogleich nachgekommen, hätte die Klägerin ein Zeugnis mit dem ursprünglichen Datum erhalten. Es kann nicht unberücksichtigt bleiben, daß die verspätete Ausstellung eines richtigen Zeugnisses von der Klägerin nicht zu vertreten ist".

Eine Rückdatierung könnten Sie demnach nur dann nicht verlangen, wenn Sie das Zeugnis erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses verlangt hätten und der Arbeitgeber in angemessener Zeit hierauf reagiert hätte (Dann könnte eine Rückdatierung nur im Einvernehmen mit Ihrem Arbeitgeber erfolgen). Nach Ihren Schilderungen ist dies aber nicht der Fall. Sofern Sie demnach ein Zwischenzeugnis verlangen konnten, (Dürfte bei Vorgesetztenwechsel der Fall sein) haben Sie meiner Einschätzung zufolge hier auch einen Anspruch auf entsprechende Rückdatierung.

Diesen Anspruch können Sie notfalls vor dem Arbeitsgericht durchsetzen. Hierzu sollten Sie sich dann jedoch anwaltlicher Hilfe bedienen.

Abschließend mache ich noch darauf aufmerksam, dass schon geringe Sachverhaltsabweichungen zu einer gänzlich anderen Einschätzung der Rechtslage führen können.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser ersten rechtlichen Einschätzung weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Marc Weckemann
Rechtsanwalt
_____________
Marc Weckemann
C-G-W Rechtsanwälte

Postfach 1543
76605 Bruchsal

Tel.: (07251) 392 44 30 (24h)
Fax.: (07251) 392 44 31

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E-Mail: info@c-g-w.de

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