Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

verspätete Nebenkostenabrechnung - wie reagieren?

| 06.07.2015 00:55 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke


Zusammenfassung: Betriebskostenabrechnung nach Abrechnungsfrist

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe am 4.7.2015 einen Brief von meinem Vermieter erhalten, der auf demselben Blatt Papier sowohl die Nebenkostenabrechnung für das Kalenderjahr 2013 als auch für das Kalenderjahr 2014 enthielt. Für beide Jahre werden zunächst getrennte Nachzahlungsbeträge berechnet und am Ende die Gesamtsumme gebildet. Mit der Abrechnung für 2014 bin ich einverstanden, jedoch möchte ich die Nachzahlung für 2013 ablehnen, da die Abrechnungsfrist von 12 Monaten nach §556 Abs. 3 überschritten ist. Dazu folgende Fragen:

1. Wie formuliere ich ein entsprechendes Widerspruchsschreiben an den Vermieter am besten? Worauf muss ich besonders achten?

2. Muss ich gegen die gesamte Abrechnung Widerspruch einlegen und eine korrigierte Version fordern, die nur die Kosten für 2014 enthält, oder genügt es, dem Teil der Abrechnung zu widersprechen, der sich auf 2013 bezieht?

3. Welche Zahlungen soll ich leisten: gar keine, nur den Nachzahlungsbetrag für 2014 oder unter Vorbehalt den kompletten Rechnungsbetrag?

4. Wie ist das weitere Vorgehen, nachdem ich den Widerspruch abgesendet habe?

Besten Dank für Ihre Antwort

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn die Zahlen für die beiden Jahre getrennt aufgelistet werden und die Abrechnung für 2014 nachvollziehbar und nach Ihrer Auffassung zutreffend ist, können Sie die Sache behandeln als hätten Sie zwei getrennte Abrechnungen erhalten. Ich empfehle Ihnen daher, den Betrag für 2014, den Sie ja nicht beanstanden wollen, auszugleichen und dem Vermieter durch ein kurzes Schreiben mitzuteilen, dass die Abrechnung für 2013 wegen Verstoßes gegen die gesetzliche Abrechnungsfrist unwirksam ist, so dass Sie diese Nachzahlung nicht leisten werden. Sie können dies ganz kurz fassen und müssen inhaltlich keine Besonderheiten beachten. Ich empfehle Ihnen aber dieses Schreiben so zu versenden, dass Sie den Zugang beweisen können, also z.B. per Einschreiben. Wahrscheinlich ist, dass die Sache damit dann bereits beendet ist und Sie diesbezüglich nie wieder etwas vom Vermieter hören, z.B. weil er selbst die Rechtslage bereits kennt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 19.07.2015 | 00:23


Sehr geehrter Herr Liedtke,

vielen Dank für Ihre ausführliche und hilfreiche Antwort.

Nachdem ich die Nachzahlung für das Jahr 2013 abgelehnt habe, beruft sich mein Vermieter nun darauf, dass er die verspätete Abrechnung nicht schuldhaft zu vertreten habe, und besteht auf der Nachzahlung, da er die Abrechnung fristgerecht innerhalb der 3-monatigen Nachfrist zugestellt habe. Offenbar gab es wegen der Abrechnung für 2013 einen Rechtsstreit zwischen einem Miteigentümer des Hauses und der Ablesefirma, der am 26.02.2015 abgeschlossen wurde. Erst am 09.06.2015 wurde die Abrechnung der Ablesefirma in der Version vom 09.10.2014 dann von der Eigentümerversammlung als endgültig anerkannt. Meine Frage ist nun, ob in diesem Fall die Nachfrist wirklich erst mit der Anerkennung durch die Eigentümerversammlung am 09.06.2015 beginnt oder nicht schon mit dem Abschluss des Rechtsstreits am 26.02.2015.

Besten Dank für Ihre Antwort

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.07.2015 | 14:09

Sehr geehrter Fragesteller,

die Nachfrist begann, als dem Vermieter alle Informationen zur Verfügung standen, um Ihnen die Abrechnung erteilen zu können. Wann das konkret war, kommt auf den Einzelfall an. Wenn er den Prozess nicht selbst geführt hat, muss dies nicht bereits bei Abschluss des Verfahrens so gewesen sein, da er nicht über den jeweiligen Verfahrensstand informiert gewesen sein dürfte. Der Vermieter trägt die Beweislast dafür, wie lange er unverschuldet nicht in der Lage war, ordnungsgemäß abzurechnen.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Liedtke
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 15.07.2015 | 23:19

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"
Sehr geehrter Herr Liedtke,

Ihre ausführliche Antwort auf unsere Anfrage war äußerst hilfreich und hat uns in unserem Beschluss bestärkt, unser Recht einzufordern.

Dafür vielen Dank!"
Jetzt Frage stellen