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versehentlich an Kinderpornos bei 'Emule' geraten

| 08.09.2016 12:07 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


14:09

Zusammenfassung: Die Einlassung, Kinderpornografie versehentlich heruntergeladen zu haben, wird von der Polizei wohl nicht geglaubt werden. Sollte in einem solchen Fall eine Hausdurchsuchung stattfinden, so sollte man keine Angaben machen und schnell einen Strafverteidiger beauftragen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wende mich heute in einem sehr heiklen Fall an Sie, von dem ich mir niemals erträumt hätte, dass mir so etwas auch nur im Entferntesten passieren könnte.

Vergangenen Montag habe ich mir – ursprünglich auf der Suche nach einigen MP3s, die über Youtube nicht zu bekommen waren und einigen Google-Recherchen, das Filesharingprogramm „emule" heruntergeladen, um meine Suche dort weiterzuführen. Nachdem die Suche allerdings erfolglos blieb, habe ich dort auch testhalber nach Pornofilmen gesucht. Hier kam einfach meine Neugier zum Tragen, so nach dem Motto: Wenn ich jetzt schon so ein Programm installiert habe, kann ich ja mal sehen, was es dort so alles gibt.

Relativ schnell ist mir aufgefallen, dass die meisten Pornodateien Titel wie „kids webcam, amusing kids, preteen, underage, lolita, rape" und dergleichen tragen. Im guten Glauben, dass es sich hier nur um reißerische Titel handelt, um die Downloadanzahl zu erhöhen, habe ich den Download aller aufgelisteten Titel (ca. 100 Dateien) gestartet. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, dass man an Kinderpornografie derart leicht herankommen könnte und bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass es sich um so einen „Dreck" handeln könne. Ich dachte immer, derartige Inhalte seien über ganz spezielle Seiten mit zig Passwörtern nur für einen ganz speziellen Kundenkreis zugänglich. Ich verfluche meine Naivität!

Als dann nach ca. 20 Minuten 5-6 Filmchen vollständig heruntergeladen waren, entdeckte ich deren tatsächlichen Inhalt. Obwohl ich nur 2 Filme einige Sekunden lang angesehen hatte, wurde mir klar, was hier auf meinem Rechner gelandet ist. Absolut schockiert habe ich den Rechner sofort vom Internet genommen und Emule de-installiert, sowie alle entsprechenden Incoming-Ordner sofort restlos gelöscht.

An den nächsten 2 Tagen habe ich dann den freien Speicherplatz auf den Festplatten mittels eines speziellen Programms aus dem Internet restlos sicher löschen lassen (1 Durchgang dauert fast 8h), sowie gestern Nachmittag meinen Router physikalisch vom Internet getrennt und nach einer gewissen Zeit wieder verbunden, um eine neue IP-Adresse zu generieren, was auch geklappt hat (zumindest laut Routeranzeige). Zusätzlich überlege ich, die betroffene Festplatte physikalisch zu zerstören und zu entsorgen.
Dennoch habe ich natürlich panische Angst vor einer Strafverfolgung sowie der „Zerstörung" meines kompletten bisherigen Lebens durch eine Vorstrafe in dem Bereich der Kinderpornographie.

Was soll ich nur tun? Wie soll ich mich jetzt verhalten? Ich habe mir bisher noch nie etwas zu Schulden kommen lassen, bin weder vorbestraft noch sonst irgendwie aktenkundig bei der Polizei.
Meine IP-Adresse wird bis zu 48h beim Provider gespeichert, der Reset ist gestern Nachmittag um 3 Uhr passiert also werden meine Verkehrsdaten spätestens morgen 15 Uhr gelöscht. Wie hoch schätzen Sie die Chance ein, dass man mich in dieser Zeit zurückverfolgt hat? Ist danach noch eine Rückverfolgung möglich?

Falls man mich tatsächlich verfolgt haben sollte, wie lange dauert es Ihrer Erfahrung nach bis zu einer Hausdurchsuchung? Ich kann schon seit diesem Vorfall am Montag kaum noch ein Auge zutun nachts und mir geistern die schlimmsten Szenarien durch den Kopf.
Die „schmutzigen" Daten sowie das Programm befanden sich vielleicht 1-2 Stunden auf meinem Rechner, danach wurde alles vernichtet. Kann man mich belangen, wenn es im schlimmsten Fall zu einer Hausdurchsuchung kommt, alle Festplatten aber absolut „sauber" sind?

Bitte helfen Sie mir, ich bin absolut verzweifelt
Vielen Dank!
08.09.2016 | 12:44

Antwort

von


(16)
Beim Schlump 58
20144 Hamburg
Tel: 040 - 35709790
Tel: 0163-2688570
Web: http://www.verteidigerin-braun.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,


Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Für eine Strafbarkeit müssten Sie vorsätzlich gehandelt haben, was nach Ihren Angaben nicht der Fall ist. Allerdings bestünde die Gefahr, dass im Falle eines Ermittlungsverfahrens Ihre Angaben als Schutzbehauptung gewertet würden.

Ich halte eine Hausdurchsuchung zunächst einmal für recht unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Tauschbörsen wie Emule werden im Rahmen von verschiedenen Aktionen durchaus überwacht. Ob man Sie tatsächlich als Inhaber ermitteln kann, vermag mich ich nicht einzuschätzen.

Ohne einen Beweis im Sinne eines Fundes auf beschlagnahmten Geräten nach einer Haudurchsuchung ist eine Anklage nicht wahrscheinlich. Mir ist trotz umfangreicher Tätigkeit in diesem Gebiet kein Fall bekannt, in dem es ohne Funde entsprechender Dateien zu einer Anklage kam. Sprich, ohne Beweismittel dürfte eine Verurteilung praktisch ausgeschlossen sein.

Die Frage, wann es denn zu einer etwaigen Hausdurchsuchung kommen könnte, ist schlicht nicht zu beantworten. Ich habe Fälle, da fand eine Durchsuchung zwei Jahre später statt.

Sollte es tatsächlich zu einer Durchsuchung kommen, so sollten Sie keine Angaben machen und schnell einen Strafverteidiger kontaktieren. Sie sind nicht verpflichtet, gegenüber der Polizei irgendwelche Angaben zu den Vorwürfen zu machen.

Beachten Sie bitte, dass dieses Forum nur einer ersten Orientierung dient und eine persönliche Beratung nicht ersetzen kann. Sollten Ihnen noch etwas unklar sein, so nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen

Alexandra Braun
-Rechtsanwältin-


Rechtsanwältin Alexandra Braun
Fachanwältin für Strafrecht

Nachfrage vom Fragesteller 08.09.2016 | 13:05

Hallo Frau Braun,

vielen herzlichen Dank für die wahnsinnig schnelle und zumindest teilweise schonmal beruhigende Antwort.
Dann werde ich heute Abend, sobald ich nach Hause komme, besagte Festplatte auch physisch absolut zerstören, so dass dann zumindest nichts gefunden werden kann, sollte es soch zu einer Durchsuchung kommen.

Habe ich die Möglichkeit, sagen wir nach 1-2 Wochen, bei der Polizei Auskunft darüber zu verlangen, ob irgendwelche "Aktivitäten" gegen mich vorliegen?

Nochmal vielen Dank für Ihre schnelle Antwort! Sie haben mir sehr geholfen!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.09.2016 | 14:09

Hallo, diese Nachfrage wird man Ihnen kaum beantworten. Zudem laufen Sie damit Gefahr, dass allein aufgrund Ihrer Nachfrage gegen Sie ermittelt wird. Dringender Ratschlag: Lassen Sie es!

Bewertung des Fragestellers 08.09.2016 | 13:09

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