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verlorene Sendung

| 06.10.2015 16:27 |
Preis: ***,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht


Beantwortet von


Hallo,
wir haben eine Speditionsfirma mit dem Transport einer Palette innerhalb von Deutschland beauftragt, die in unserem Lager nicht angekommen ist. Am Anfang haben wir die schriftliche Bestätigung von der Speditionsfirma erhalten, dass die Palette abgeholt wurde. Nach mehreren Telefonaten und Mailaustausch behauptet jetzt die Speditionsfirma folgendes: Der Fahrer, der für diese Abholung eingeteilt war, leider vor Ort, nachdem er am 03.08.2015 keine Ware von der Fa. XY, erhielt, falsch abgearbeitet hat. Anstatt "keine Ware erhalten" wurde vom Fahrer versehentlich der Status "abgeholt" im sog. Penkey eingegeben.
Dadurch erhielten Sie irrtümliche die Auskunft von unserer Firma, dass die Ware abgeholt sei.

Diesen Bearbeitungsfehler und die daraus entstanden Unannehmlichkeiten bitten wir vielmals zu entschuldigen.

Wir müssen die Haftung für einen Verlust in unserem Gewahrsam, aufgrund des zuvor aufgeführten Sachverhaltes, zurückweisen.

Die Aussage des Fahrers, dass ihm am 03.08.2015 keine Ware von der Fa. XY übergeben wurde, korrespondiert mit der Tatsache, dass die Fa. XY Ihnen keine Übergabebeleg zur Verfügung stellen kann, auf dem der Fahrer den Erhalt der Ware mit seiner Unterschrift bestätigt hat.
Die Ware war versichert!!! Streitwert: Einkauf 1000,-,EUR, entgangener Gewinn 1400,-EUR

Lohnt es sich zu klagen?


Danke für Ihre Antwort

06.10.2015 | 17:59

Antwort

von


(94)
Alte Poststraße 22 A
94036 Passau
Tel: 0851-96693915
Tel: 0170-3185417
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Sie können das Speditionsunternehmen dann haftbar machen, wenn die Ware verloren ging, während der Frachtführer die Ware in seiner Obhut hatte, d.h. ab dem Zeitpunkt der Übernahme der Beförderung bis zur Ablieferung, vgl. <a href="http://dejure.org/gesetze/HGB/425.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 425 HGB: Haftung für Güter- und Verspätungsschäden. Schadensteilung">§ 425 Abs.1 HGB</a>.
In Ihrem Falle ist problematisch, ob der Frachtführer die Ware überhaupt an sich genommen hat. Sie schreiben, dass Sie den Transport der Palette in Auftrag gegeben haben, diese aber bei Ihnen nicht ankam. Können Sie beweisen, dass die Ware abgeholt wurde, z.B. durch Mitarbeiter?
Wenn Sie dies können und das Transportunternehmen Ihnen sogar noch die Mitteilung zukommen lassen hat, dass die Ware abgeholt wurde, dann wird dieses die Übernahme der Palette kaum noch bestreiten können. Das Speditionsunternehmen haftet dann auch grundsätzlich für einen Verlust, vgl. § 426 HGB: Haftungsausschluß . Anders wäre es nur, wenn die Spedition nachweisen könnte, dass der Verlust auch bei Beachtung größtmöglicher Sorgfalt nicht zu vermeiden war. Die Gerichte stellen diesbezüglich sehr hohe Anforderungen. Das Unternehmen müsste nachweisen, alle Schnittstellenkontrollen durchgeführt zu haben, etc. Kann es dies nicht, haftet es für den Verlust.
Eine Haftung wäre nur dann ausgeschlossen, wenn § 427 HGB: Besondere Haftungsausschlußgründe einschlägig wäre.
Dieser besagt:
(1) Der Frachtführer ist von seiner Haftung befreit, soweit der Verlust, die Beschädigung oder die Überschreitung der Lieferfrist auf eine der folgenden Gefahren zurückzuführen ist:

1. vereinbarte oder der Übung entsprechende Verwendung von offenen, nicht mit Planen gedeckten Fahrzeugen oder Verladung auf Deck;

2.ungenügende Verpackung durch den Absender;

3.Behandeln, Verladen oder Entladen des Gutes durch den Absender oder den Empfänger;

4.natürliche Beschaffenheit des Gutes, die besonders leicht zu Schäden, insbesondere durch Bruch, Rost, inneren Verderb, Austrocknen, Auslaufen, normalen Schwund, führt;

5.ungenügende Kennzeichnung der Frachtstücke durch den Absender;

6.Beförderung lebender Tiere.

….

Ob ein solcher Fall bei Ihnen vorliegt, weiß ich nicht. Wenn nicht, dann haben Sie einen Anspruch auf Ersatz des Schadens. Hinsichtlich der Schadenhöhe kommt es auf die AGB des Transportunternehmens an und ggf. auch auf Ihre eigenen AGB.
Sollten keine solchen vorliegen, gilt § 429 HGB: Wertersatz . Danach ist der Wert des Gutes zu ersetzen.
Dies kann der Kaufpreis sein, wenn Sie das Gut unmittelbar zuvor gekauft haben.
Ein entgangener Gewinn wird nicht ersetzt.

Ob sich eine Klage lohnt, hängt u.a. auch davon ab, wer in der Pflicht stand, die Palette zu verladen.

Wenn Sie beweisen können, dass die Palette abgeholt wurde und keiner der Ausschlussgründe des § 427 HGB: Besondere Haftungsausschlußgründe vorliegt, sehe ich gute Chancen.
Sinnvoll wäre es, dem Speditionsunternehmen eine Frist von 10 Tagen zu setzen, den Wert des Gutes bis zu einem bestimmten Datum zu ersetzen. Achten Sie auf darauf, auch nachweisen zu können, dass die Spedition Ihr Schreiben bekommen hat.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Lindner



Bewertung des Fragestellers 08.10.2015 | 10:34

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