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verlängerung eines Zeitvertrages


26.07.2007 17:41 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Sehr geehrte Dame oder Herr,

zum Anfang September steht die Verlängerung (oder auch nicht) meines Arbeits-Zeitvertrages an.

Bis heute, 26.7., sieht sich mein Vorgesetzter nicht in der Lage mich in einem persönlichen Gespräch über meine Zukunft in diesem Unternehmen aufzuklären.

Meine Fragen wären:
Bis wann muß mein Arbeitgeber mich informieren?
Ist es korrekt, das ein Zeitvertag ohne triftigen Grund ein Zeitvertrag sein darf?
Und vor allem: bis wann muß er mich informieren, das mein Vertrag NICHT verlängert wird?
Was passiert beim Arbeitsamt, wenn ich mich erst Anfang August für ab September arbeitssuchend melde? Meines Wissens muß man sich 3 Monate vor Beendigung des Arbeitverhältnisses dort melden.

Für Ihre Antworten danke ich Ihnen im voraus!


Mit freundlichen Grüßen

Marc D.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Grundsätzlich muß Sie der Arbeitgeber nicht darüber informieren, ob der Vertrag verlängert wird, oder nicht. Denn das Arbeitsverhältnis endet mit Ablauf der Befristung. Eine Verlängerung ist sodann Verhandlungssache. Solange also keine Verlängerung vereinbart wurde, müssen Sie davon ausgehen, daß der Vertrag ausläuft und das Arbeitsverhältnis beendet wird. Deshalb sollten Sie nicht warten, bis der Arbeitgeber Sie informiert, sondern Sie sollten selbst auf Klärung drängen.

Wird das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Befristung aber weiter fortgeführt, gilt es gem. § 15 Abs. 4 TzBfG als auf unbestimmte Zeit verlängert, wenn der Arbeitgeber nicht unverzüglich widerspricht.

Im Übrigen darf ein Arbeitsverhältnis auch ohne sachlichen Grund befristet werden, wobei die Befristung dann aber auf 2 Jahre begrenzt ist, in Ausnahmefällen auf 4 bzw. 5 Jahre (§ 14 Abs. 2a und Abs. 3 TzBfG).

Gem. § 37b SGB III haben sich Personen, die das Ende Ihres Beschäftigungsverhältnisses kennen, spätestens 3 Monate vorher bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend zu melden. Andernfalls droht eine Sperrzeit bei der Bewilligung von Leistungen. Sie sollten also unverzüglich Rücksprache mit der Arbeitsagentur halten - möglicherweise hatten Sie ja Anlaß zu dem Glauben, daß Ihr Vertrag verlängert wird, und haben deshalb von einer Meldung abgesehen. Grundsätzlich droht Ihnen aber, wenn Sie dies nicht nachweisen können, eine Sperrzeit.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen und die weitere Vertretung selbstverständlich gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395
Sipgate: (0221) 355 333915 / Skype: schwartmann50733
www.rechtsanwalt-schwartmann.de
www.mietrecht-in-koeln.de
www.net-scheidung24.de
www.online-rechtsauskunft.net
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Nachfrage vom Fragesteller 27.07.2007 | 08:47

Sehr geehrter Herr RA Schwartmann,

vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort.
Jedoch bitte ich um Erläuterung der Sätze:
"das Arbeitsverhältnis endet mit Ablauf der Befristung" und "Wird das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Befristung aber weiter fortgeführt, gilt es (...) als auf unbestimmte Zeit verlängert, wenn der Arbeitgeber nicht unverzüglich widerspricht."

Hier habe ich ein Verständnisproblem, da sich dies meiner Meinung nach widerspricht.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Marc Davids

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.07.2007 | 11:03

Vielen Dank für die Nachfrage.

Grundsätzlich endet der Arbeitsvertrag mit Ablauf der Befristung, nach Ihrer Schilderung also wohl zum 31.08.07.

Erscheinen Sie aber am 01.09.07 wieder auf der Arbeit und arbeiten weiter, ohne daß Ihr Arbeitgeber sofort "Stop - der Arbeitsvertrag ist beendet!" ruft und Sie gewähren lässt, dann verlängert sich der Arbeitsvertrag dadurch auf unbestimmte Zeit.

Wahrscheinlicher ist aber, daß Sie der Arbeitgeber, wenn der Vertrag nicht vorher verlängert wird, am 01.09. wieder nach Hause schicken wird. Deshalb sollten Sie diese gesetzliche Möglichkeit der Vertragsverlängerung nicht als realistische Option betrachten.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann

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