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verkaufte Festplatte

| 16.07.2012 19:26 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Guten Tag,
mein Sohn hat eine Festplatte verkauft. Alle Daten wurden gelöscht, aber offensichtlich nicht genügend, da der Käufer meinen Sohn mitteilte, er hätte angeblich Daten wieder herstellen können. Hat der Käufer mit dem Wiederherstellen eine Straftat begangen ?

Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen zusammenfassend wie folgt beantworten:

Die Beantwortung Ihrer Frage richtet sich nach § 202 a StGB , dem Ausspähen von Daten und § 43 BDSG .

Hierzu wäre der Punkt zu beleuchten, dass nur Daten, welche nicht für den Täter bestimmt sind, erfasst werden, die gegen den unberechtigten Zugang besonders gesichert sind. Die Vorschrift verlangt nämlich die Sicherung der Daten durch den Berechtigten, („gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert"). Daher werden frei einsehbare Daten vom Tatbestand nicht erfasst. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass der Verfügungsberechtigte ein gewisses Maß an „Geheimhaltungsinteresse" nach außen dokumentieren muss. Nach Ansicht des Gesetzgebers verleiht der Täter erst durch dieses strafbegründene Merkmal seiner kriminellen Energie besonderen Ausdruck.

Dies könnte hier problematisch sein, den die Daten wurden weder verschlüsselt, noch anders gegen den Zugang gesichert.

Das Gesetz sieht aber nur vor, dass der Zugang nicht nur unerheblich erschwert werden darf. Da sich die Daten aber auf der Festplatte befunden haben, hätte sich der Käufer eigentlich schon mit dem Kauf der Festplatte strafbar gemacht, und das obwohl Ihr Sohn die Festplatte verkauft hat.

Daher wird unter Strafe nur nach dem Motto gestellt, wenn die Daten gegen den Zugriff gesichert waren. Für Ihren Sohn gilt dann leider das Motto: Wer die Tür offen stehen lässt, ist selbst schuld! Denn ein einmaliges Löschen der Daten oder ein einmaliges Schreiben wird wohl nicht ausreichen für eien Strafbarkeit. Hätte Ihr Sohn die Daten aber mehrfach überschrieben und die Festplatte auch mehrfach formatiert und der Käufer musste eine spezielle Software nutzen um an die Daten zu kommen, dann wäre das Verhalten als strafbar anzusehen.

Hierzu wäre aber ein Strafantrag nach § 205 StGB notwendig.

Die Nutzung der Daten wäre aber auf jeden fall strafbar.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.

Weiterhin möchte ich Sie höflichst auf die Bewertungsfunktion aufmerksam machen, die dafür sorgt, diesen Service für andere Ratsuchende transparenter zu machen.


Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 16.07.2012 | 21:08

Vielen Dank für die umfassende Antwort !
Sollte man es darauf ankommen lassen und eine Strafanzeige stellen - Wird die überhaupt aufgenommen ?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.07.2012 | 23:04

Sehr geehrter Ratsuchender,

eine Strafanzeige können Sie schriftlich bei der Staatsanwaltschaft erstatten, dann müssten Sie nur zur Zeugenaussage zur Polizei nachdem die Sache schon läuft.

Aber aufnehmen muss eine solche Anzeige auch jede Polizeidienststelle. Wenn Sie denen die richtigen Parargrafen nennen haben die keine andere Wahl.

Mit freundlichen Grüßen

Gerth
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 16.07.2012 | 21:09

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