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verdacht der Hehlerei nach ³ 259 StGb

10.01.2015 01:00 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo.
Bei mir wurde heute morgen die Wohnung von der Polizei durchsucht (war nicht anwesend) mit der Begründung eines Verdachts der Hehlerei.
Mal vorab eine kleine vorgeschichte.
Ich bin im Sanitär Handwerk tätig (baue Bäder) somit ist es mir möglich Armaturen und co. in etwa für die Hälfte des Ladenspreises einzukaufen (über die Firma /kollegen ohne Rechnung und ohne MwSt)
Dieses Angebot nutze ich auch, um ,,privat,, Bäder zu bauen und um die Sachen dann dort zu verkaufen.
Allerdings verkaufe ich schonmal Neue Armaturen über ebay da ich dabei auch einen kleinen Gewinn erziele. (Nicht gewärbsmäßig)
Nun gab es heute zur Hausdurchsuchung einen Ermittlunsgbericht dazu.
Dort werde ich beschuldigt am 08.2014 über die ebay Plattform zwei Armaturen verkauft zu haben welche kurz zuvor (wird sich um paar Wochen handeln) in der Firma wo ich bis zum 02.2014 angestellt war entwendet wurden.

Jetzt würde ich auch sagen der Fall ist klar, aber ich habe in meiner alten Firma nie etwas entwendet noch habe ich einen Kontakt zu jemanden der dort noch arbeitet.
Zum angegebenen Tatzeitpunkt war auch noch eine dritte Armatur von mir eingestellt + zwei weitere die ich eben Privat verbaut habe.
Von denen ist aber nicht die Rede da diese nicht als gestohlen gemeldet wurden (wie denn auch wenn diese legal erworben sind)
Somit klingt es auch aus meiner Sicht das dies ein Zufall sein soll ungalubwürdig, was es aber nun leider ist. (Das genau zwei der fünf Armaturen auf die gestohlenen passen)

Bei wem liegt denn nun die Beweispflicht ?
Ich kann leider keine Rechnungen vorweisen da eben alles ohne MwSt gekauft u. verkauft wurde (schwarz wenn mann es so nennen will)
für die letzten Artikel von vor ca. 3Monaten dürfte es noch die Abholscheine geben die den legalen erwerb bezeugen.
Aber diese Abholscheine werden leider keine 6 Monate aufbewahrt.

Was wenn die Firma nur behauptet das wäre ihre gestohlene Ware obwohl diese nie gestohlen sonder verbaut wurde ?

Also nochmal kurz zusammengefasst:
Ich war bis 02.2014 in der mich beklagenden Firma angestellt (habe auch im angestellten Zeitraum privat Armaturen verkauft und verbaut, dürfte nachzuweisen sein)
Seit dem 02.2014 bin ich in einer neuen Firma selbe Branche und verkaufe/verbaue auch hier privat Armaturen)
Ich werde wohl schlecht sagen können das ich die neuen Armaturen für Schwarzarbeit benötige.

Gilt hier nicht im zweifel für den Angeklagten ?
Denn das ist aus meiner Sicht wie Lotto. Von fünf Arnmaturen passe zwei , ist ja nicht so das es irgendwelche unikate waren sonder Massenware welche öfters verkauft wird.
Und einen Dieb der das ganze geklaut haben soll gibt es auch nicht, zumindest wird keiner Beschuldigt.

Desweiteren wurde ich zur Polizeilichen Vernehmung geladen.
Soll ich lieber hingehen und eine Aussage dazu machen, oder erstmal schweigen ?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

In Deutschland gilt grundsätzlich die Unschuldsvermutung, d. h., dass Ihnen für eine Verurteilung die Begehung der Straftat vom Gericht nachgewiesen werden muss. Kann das Gericht Ihnen die Straftat nicht hinreichend beweisen, gilt "im Zweifel für den Angeklagten".

Die Unschuldsvermutung bedeutet aber natürlich nicht, dass bei einem Anfangsverdacht keine Ermittlungen gegen den Verdächtigten geführt werden dürften, um evtl. die Straftat nachweisen und Beweise sichern zu können.

Offensichtlich läuft ein Ermittlungsverfahren gegen Sie und mit der Hausdurchsuchung wollte man evtl. Beweise finden. Ob man tatsächlich etwas finden konnte bzw. ob evtl. Beweismittel sichergestellt wurden, sollte sich aus der Ermittlungsakte ersehen lassen.

Inwieweit die Beweislage tatsächlich gegen Sie spricht, welche Beweise evtl. vorhanden sind, kann nur durch eine Akteneinsicht in Erfahrung gebracht werden. Erst wenn man weiß, welche Erkenntnisse die Staatsanwaltschaft hat, lässt sich beurteilen, wie Sie sich verteidigen können. Bei einer Akteneinsicht lässt sich wahrscheinlich auch klären, wie der Verdacht auf Sie gefallen ist.

Ich rate Ihnen daher dringend an, sich anwaltlich vertreten zu lassen. Ein Verteidiger wird als erstes Akteneinsicht beantragen und dann mit Ihnen eine Verteidigungsstrategie besprechen. Bis dahin sollten Sie keine Aussage bei der Polizei machen.

Sie müssen als Beschuldigter weder bei der Polizei erscheinen noch eine Aussage zur Sache machen. Sie müssen lediglich die Angaben zu Ihrer Person wahrheitsgemäß machen. Das Nichterscheinen und das Schweigen zu dem Tatvorwurf wirkt sich auch nicht negativ auf das weitere Verfahren aus.

Würden Sie ohne vorherige Akteneinsicht und ohne anwaltliche Beratung eine Aussage machen, besteht hier die große Gefahr, dass Sie sich u. U. noch mehr verdächtigt machen. Sich mit einer evtl. Schwarzarbeit gegen den Vorwurf der Hehlerei zu wehren, ist nicht unbedingt von Vorteil und würde wahrscheinlich zu weiteren Ermittlungen führen. Es muss also genau geprüft und überlegt werden, welche Gegenbeweise man für Sie bringen kann und wie man argumentiert, um den Verdacht gegen Sie zu entkräften, ohne einen neuen Verdacht zu begründen. Deshalb sollte eine Einlassung zur Sache nur schriftlich und durch einen Verteidiger erfolgen.

Sie können - müssen aber nicht - der Polizei mitteilen, dass Sie nicht zur Vernehmung kommen und sich anwaltlich vertreten lassen werden. Zudem sollten Sie möglichst schnell einen Termin mit einem Strafverteidiger vereinbaren.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin


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