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unterschriftfälschung / urkundenfälschung berischtsheft

13.06.2009 21:40 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

guten tag,

vor knapp 15monaten wollte meine chefin ein paar seiten meines berichtsheftes nicht unterschreiben, da ich es ihr längere zeit nicht gezeigt hatte, da aber meine zwischenprüfung auch kurz danach war und nicht wußte was das für folgen haben könnte, hab ich aus panik kurzerhand einfach ein paar seiten selber unterschrieben,

nun befinde ich mich im 3.lehrjahr, hab nur noch zwei wochen bevor die ausbildung vorbei ist & gerade heute hat meine chefin die unterschriftenfälschung gesehn, sie wollte es nicht mit mir besprechen, sondern hat mit einer kollegin darüber gesprochen und ich hab es so mitbekommen, darauf hin hab ich sie um ein gespräch gebeten, um alles zu erklären und mich zu entschuldigen... sie sagte aber kaum etwas und meinte sie müsse erstmal darüber nachdenken/googlen was dies für konsequenzen hat..

kann sie mich kurz vor dem ende noch kündigen???
kann sie mich anzeigen???
was heißt das für mich???
wie verhalte ich mich bei einer kündigung???
kann ich dagegen angehn oder ist dies aussichtslos, da sie im recht ist!!!

ich bin total verzweifelt und schäm mich für das was ich gemacht habe. ich hoff sie können mir helfen!!!

mit freundlichen grüßen
tenshi

13.06.2009 | 22:23

Antwort

von


(943)
Golmsdorfer Str. 11
07749 Jena
Tel: 036412692037
Web: http://www.jena-rechtsberatung.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

die von Ihnen gestellte Frage beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

1. Kann sie mich kurz vor dem ende noch kündigen?

Ja, Ihre Chefin kann Sie auch kurz vor dem Ende noch kündigen. Hier käme eine außerordentliche fristlose Kündigung in Betracht. Eine solche bedarf eines wichtigen Grundes. Dieser wichtige Grund ist hier darin zu sehen, dass Sie die Seiten im Berichtsheft selbst unterschrieben haben.

Dies stellt unter Umständen nicht nur eine Straftat dar, sondern zerstört auch das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, in diesem Fall zwischen Ihnen und Ihrer Chefin.

2. Kann sie mich anzeigen?

Ja, Ihre Chefin kann Sie hier wegen Urkundenfälschung nach § 267 StGB und gegebenenfalls auch wegen Betrug nach § 263 StGB anzeigen.

3. Was heißt das für mich?

Für Urkundenfälschung sieht das Gesetz Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe vor. Für den Betrug ebenfalls.

Wenn Sie bis dato aber noch nicht (einschlägig) in Erscheinung getreten sind, kann hier auch eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft oder später in der Hauptverhandlung durch das Gericht erfolgen.

Es ist hier davon auszugehen, dass keine Freiheitsstrafe verhängt wird. Es wird wohl tendenziell auf eine Einstellung unter einer bestimmten Auflage (Geldzahlung) erfolgen.

Sollte auf Sie noch das Jugendstrafrecht Anwendung finden, ist mit Erziehungsmaßnahmen oder sonstigen Maßnahmen zu rechnen. Mangels Altersangabe kann ich hierzu aber keine näheren Angaben machen.

4. Wie verhalte ich mich bei einer Kündigung?

Sie sollten der Kündigung formlos widersprechen, weiterhin Ihre Arbeitskraft anbieten, um nicht in Verzug zu geraten und die Kündigung samt Umständen sofort von einem Rechtsanwalt Ihrer Wahl überprüfen lassen. Der Kollege wird Ihnen dann mitteilen, ob eine Kündigungsschutzklage Aussicht auf Erfolg hat, weil die Kündigung unwirksam ist oder ob ein Vorgehen aussichtslos ist, weil die Kündigung zu Recht erfolgte.

Obwohl nach Ihrer Schilderung eher davon auszugehen ist, dass die Kündigung zu Recht erfolgen würde. Man könnte hier lediglich darüber nachdenken, ob eine Abmahnung angebracht gewesen wäre. Auch dies wird der Kollege dann überprüfen.

5. Kann ich dagegen angehen oder ist dies aussichtslos, da sie im recht ist!

Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung haben Sie die Unterschriften gefälscht und so das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört. Bei einer Kündigung, wie auch bei einer Anzeige befindet sich Ihre Chefin im Recht.

Sie sollten zeitnah das Gespräch suchen, sich (nochmals) entschuldigen und Ihre Chefin überzeugen, Sie weder anzuzeigen, noch Ihnen zu kündigen. Machen Sie deutlich, dass Sie Ihr Verhalten sehr bedauern und dies nie wieder vorkommt. Machen Sie Ihrer Chefin deutlich, dass Ihre beruflich Zukunft davon abhängt, dass keine Anzeige und keine Kündigung erfolgen. Allerdings liegt die Entscheidung in den Händen Ihrer Chefin. Wie diese reagieren wird und ob der „Schaden“ wieder gutzumachen ist, kann nicht vorhergesagt werden.


Rechtsanwalt Steffan Schwerin

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