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untersagung der gewerbeausübung


20.07.2007 15:38 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



in den jahren 1997 und 1998 war ich selbständig. aufgrund persönl. gründe habe ich deutschland verlassen ohne einen jahresabschluss zu tätigen. die vom finanzamt geschätzte schuld beläuft sich auf ca. 25000€. im oktober letzten jahres habe ich abermals gewerbe angemeldet und die rate für die steuerschuld aus freien stücken verdoppelt. ich war niemals eine rate säumig.
letzte woche teilte das finanzamt mir ohne einen grund zu benennen mit, ich solle den gesamtbetrag innerhalb einer 14 tägigen frist ausgleichen, oder es würde ein gewerberechtliches verfahren zur unterlassung der gewerbeausübung gegen mich eingeleitet. bei einer rückkehr zur abhängigen beschäftigung würde mein nettoverdienst um ca. 300€ sinken. meine frage : kann ich der sinnentleerten staatlichen willkür durch die neugründung meines unternehmens in england (ltd) entgehen ? wie hoch liegen die kosten bei seriöser durchführung ? wer macht so etwas ?
Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit einer etwaigen Gründung einer Ltd. Stellung und beantworte diese wie folgt:

1.Kann ich der sinnentleerten staatlichen willkür durch die neugründung meines unternehmens in england (ltd) entgehen?

Hierbei möchte ich auf folgende Problematik hinweisen: Die günstigeren Steuersätze in Großbritannien gelten leider nur dann, wenn in Deutschland kein Geschäftssitz unterhalten wird, was voraussetzt, dass die Geschäfte auch tatsächlich von Großbritannien aus geleitet werden.

Demgegenüber gilt für die üblichen "Firmenbriefkasten-Ltd." mit Geschäftsleitung und/oder Geschäftssitz in Deutschland leider das deutsche Steuerrecht der Kapitalgesellschaften, was somit Ihre Problematik nicht entschärfen würde.

Ohne eine tatsächliche Verlegung Ihrer Tätigkeit mitsamt der Betriebs- und Geschäftsausstattung, was von der deutschen Steuerfahndung gerade im Falle der Ltd. genauestens, u.a. durch unangemeldete Vorortbesuche, geprüft wird, bleibt es daher bei einer deutschen Steuerpflicht.


2.Wie hoch liegen die kosten bei seriöser durchführung ? wer macht so etwas ?

Grds. benötigen Sie für die Gründung einer Limited einen Limited-Vermittler, denn zur Gründung benötigen Sie nicht nur eine Postadresse in England, sondern auch einen Briefweiterleitungs-Service und ein sog. "Secretary". Diese Dienstleistungen bieten Limited-Vermittler kostengünstig „im Paket“ an.

Zu beachten ist dabei, dass die einzelnen Limited-Vermittlern zu stark unterschiedlichen Preisen ihre Dienstleistungen anbieten.

Ein preisgünstiger Discount-Anbieter ist bspw. die Limited24. Bei dieser entstehen folgende Gründungskosten:
a.Für die Erstellung der Gründungsdokumente der Limited-Registrierung beim Companies House als Handelsregister und für die Übersendung der Gründungsurkunde und des Gesellschaftsvertrages nebst deutscher Übersetzung entstehen bei Limited24 Kosten in Höhe von 185 EUR.
b.Damit die Limited mit Geschäftssitz in Deutschland ins deutsche Handelsregister eingetragen werden kann, entstehen vor einem deutschen Notar Kosten für die Beglaubigung der Eintragungsurkunde, was eine Gebühr von 135 EUR nach sich zieht.
c.Da der Gesellschaftsvertrag der Limited auch beim deutschen Handelsregister auf Deutsch einzureichen ist, entstehen weitere Kosten für die Übersetzung durch einen vereidigten Dolmetscher in Höhe von 60 EUR.


Ich hoffe, Ihnen mit meinen Anmerkungen weitergeholfen zu haben, wünsche Ihnen viel Erfolg und stehe Ihnen für etwaige Rückfragen und weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.

Für das mir entgegengebrachte Vertrauen darf ich mich bei Ihnen bedanken und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht

Nachfrage vom Fragesteller 20.07.2007 | 17:09

vielen dank für die schnelle bearbeitung, habe ich richtig verstanden, dass diese form der firmierung mir nicht untersagt werden kann ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.07.2007 | 17:54

Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

leider kann ich Ihre Nachfrage nicht positiv beanworten. Denn für den Fall, dass die Limited ihre Geschäftstätigkeit in Deutschland entfalten soll, ist es notwendig, ein Gewerbe auf die Limited in Deutschland anzumelden und die Zweigniederlassung bei dem zuständigen Handelsregister anzumelden.

Die Ltd. kann Ihnen daher bzgl. der Frage einer Gewerbeuntersagung nicht weiterhelfen, da das Gewerbeamt auch im Falle einer Ltd. Ihnen eine Gewerbeuntersagung aussprechen könnte.

Als Ausweg käme somit lediglich in Betracht, dass Sie lediglich als Shardholder agieren und einen Dritten zum Director bestellen, der die erforderliche Zuverlässigkeit mit sich bringt...

Ich hoffe, Ihre Rückfrage hiermit beantwortet zu haben, wünsche Ihnen viel Erfolg und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht

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