Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

unterhalt für kleines kind


15.11.2007 14:15 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Hallo,Mit meinem Ex-Freund habe ich eine einjährige Tochter,er ist als Vater im Geburtsschein angegeben,seit einem Jahr zahlt er auf freiwilliger Basis zwischen 150 und 200 euro pro monat jedoch nicht jeden Monat. Ist diese Summe berechtigt und was kann ich tun damit er jeden monat zahlt? Dazu muss man wissen er zahlt für seine beiden anderen Kinder seiner ex-frau alter 14 und 10 jahre, je 350 und 300 euro, er ist selbstständig und führt ein ziemlich gutes Leben. Muss alles gerichtlich geregelt werden, und kann ich die summen rückwirkend für mein kind bekommen? Ich lebe in Deutschland und er im Ausland! Wo kann ich mich wenden um mir einen Anwalt leisten zu können

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich aufgrund Ihrer Sachverhaltsdarstellung wie folgt Stellung nehme:

Die Höhe des Unterhaltsanspruchs Ihrer Tochter richtet sich maßgeblich nach dem Durchschnittseinkommen des Kindesvaters. Nach der geltenden Düsseldorfer Tabelle beträgt der Kindesunterhalt für ein einjähriges Kind bei einem Einkommen von EUR 1.300,- bis EUR 2.300,- unter Anrechnung des Kindergeldes EUR 196,-. Verdient der Kindesvater zwischen EUR 2.300,- bis EUR 2.500,- , errechnet sich ein Unterhaltsanspruch unter Anrechnung des Kindergeldes von EUR 210,-. Bei einem Einkommen in Höhe über EUR 4.000,- , beträgt der Unterhaltsanspruch EUR 384,-, abzüglich des hälftigen Kindergeldes errechnet sich die Summe von EUR 307,-.

Nachdem Sie offensichtlich keine genaue Kenntnis über die Höhe des Einkommens des Kindesvaters haben, werden ihn zunächst zu einer entsprechenden Auskunftserteilung auffordern müssen, wobei Selbständige Bilanzen bzw. Gewinn- und Verlustrechnungen für die letzten drei Jahre vorzulegen haben. Erst hiernach wird die Höhe des Kindesunterhalts genau festgelegt werden können. Die Aufforderung zur Auskunftserteilung über das Einkommen bewirkt überdies, dass Unterhalt für die Vergangenheit beansprucht werden kann. Denn nach § 1613 Abs. 1 BGB kann rückständiger Unterhalt nur von dem Zeitpunkt an gefordert werden, zu welchem der Verpflichtete zum Zwecke der Geltendmachung des Unterhaltsanspruchs aufgefordert worden ist, über seine Einkünfte und sein Vermögen Auskunft zu erteilen, zu welchem der Verpflichtete in Verzug gekommen oder der Unterhaltsanspruch rechtshängig geworden ist. Ohne Vorliegen der Voraussetzungen des § 1613 BGB, werden Sie rückwirkend keinen Unterhalt fordern können.

Weiterhin können Sie im sogenannten vereinfachten Verfahren den Unterhalt Ihrer Tochter - allerdings nur in Höhe eines bestimmten Prozentsatz der Regelbeträge nach der Regelbetrag-Verordnung - festsetzen lassen. Hierzu müssen Sie ein bei dem Amtsgericht erhältliches Formblatt ausfüllen. Dieses Formblatt wird dem Unterhaltspflichtigen dann zugestellt. Innerhalb eines Monats hat dieser die Möglichkeit darzulegen, warum er nicht oder nicht so viel Unterhalt schuldet. Zugleich muss er Auskunft über sein Einkommen, sein Vermögen und seine persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse erteilen. Das vereinfachte Verfahren bietet die Möglichkeit, relativ schnell einen Unterhaltstitel zu erhalten, aus dem Sie dann die Vollstreckung betreiben können.

Falls der Kindesvater den Unterhalt nicht oder nur unregelmäßig zahlt, haben Sie die Möglichkeit bei dem für Sie zuständigen Jugendamt Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz zu beantragen. Die Höhe des Unterhaltsvorschusses ist identisch mit den Regelbeträgen abzüglich des hälftigen Kindergeldes.

Schließlich werden Sie die Hilfe des Jugendamtes in Anspruch nehmen können. Jugendämter bieten freiwillige Beistandschaften an, die sich auch nur auf die Durchsetzung unterhaltsrechtlicher Ansprüche beschränken können. Das Jugendamt wird sich mit dem Kindesvater in Verbindung setzen, Einkommensnachweise einholen und die Zahlung des Kindesunterhalts anmahnen. Darüber hinaus kann das Jugendamt die Unterhaltsansprüche des Kindes titulieren.

Sollten Sie zur Durchsetzung der Unterhaltsansprüche des Kindes anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen wollen, können Sie sich u.a. durch die Rechtsanwaltskammer vor Ort entsprechende Anwälte benennen lassen. Bei niedrigem Einkommen können Sie sich einen Beratungsschein beim zuständigen Amtsgericht ausstellen lassen, so dass Sie lediglich den Betrag in Höhe von EUR 10,- zahlen müssen.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER