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unterhalt bei selbständigkeit


17.03.2005 17:07 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



guten tag,ich, weiblich, lebe in einer partnerschaft,im normalfall teilen wir alle kosten,miete,strom...,mein freund ist seit dem 01.04 selbständig und verdient zur zeit max 1000 euro netto im monat,der unterhalt für sein kind (11jahre) wurde noch nach dem letzten verdienst als angestellter berechnet,die summe war 231 euro,die zahlt er anstandslos weiter,meine frage wie wird der unterhalt jetzt berechnet?? die steuererklärung von 2004 haben wir noch nicht,danke für antwort

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Sehr geehrte(r) Rechtssuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Basis jeder Unterhaltsberechnung ist das sog. durchschnittliche bereinigte (also unter Abzug von Steuern, Sozialabgaben, berufsbedingte Aufwendungen, Kreditverpflichtungen, etc ermittelte) Nettomonatseinkommen des Unterhaltsverpflichteten. Das Jahresnettoeinkommen ist durch zwölf zu teilen, um das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen zu erhalten.

Dies gilt – von einigen Ausnahmen abgesehen – auch für Selbständige. Zur Ermittlung des durchschnittlichen Einkommens und somit der Unterhaltsverpflichtung Selbständiger werden in der Regel die Einkünfte der letzten 3 Jahre zugrunde gelegt. Dazu ist die Vorlage sämtlicher Gewinn- und Verlustrechnungen, Einkommensteuererklärungen und der Steuerbescheide erforderlich. Im Unterschied zur Ermittlung des Einkommens nichtselbständiger Arbeitnehmer muss hier in der Regel noch gesondert die Höhe möglicher Altersvorsorgebeiträge und Zahlungen an die Krankenversicherung ermittelt werden, da Selbständige meist nicht Mitglied in der gesetzlichen Kranken- bzw. Rentenversicherung sind. Darüber hinaus können u.U. auch betriebliche Abschreibungen in Ansatz gebracht werden.

Für Personen, die sich gerade erst selbständig gemacht haben, ist zudem zu beachten, dass diese eine Verpflichtung haben, ausreichend Rücklagen zur Abdeckung ihrer Unterhaltsverpflichtungen zu bilden. Denn die Entscheidung, sich selbständig zu machen, darf nicht zu Lasten des Unterhaltsberechtigten ausfallen. Unter den jeweiligen Umständen des Einzelfalles kommt in dieser Anfangsphase deshalb ein fiktives Einkommen zum Ansatz, das heißt der Selbständige muss sich gegenüber dem Unterhaltsberechtigten so stellen lassen, als ob er noch in seinem erlernten und zuletzt ausgeübten Beruf arbeitet.

Da es eine allgemeinverbindliche Regelung zur Ermittlung des Einkommens Selbständiger nicht gibt, können im Rahmen dieses Forums auch nur allgemein gehaltene Hinweise erteilt werden.

Für eine genaue Erläuterung bzw. Berechnung sollten Sie deshalb einen Kollegen vor Ort aufsuchen.

Ich hoffe, Ihnen damit zunächst weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver R. Klein
Rechtsanwalt

Feldmannstraße 76
66119 Saarbrücken

Tel. 0681/76196-0
Fax 0681/76196-29

Email: anwalt@hanauer-klein.de
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