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unterhalt ab 18


16.07.2005 05:04 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Tag!Meine Tochter ist im Juni 18 geworden,bis dahin hab ich Unterhalt gezahlt.Ab Juli stelle ich nun die Zahlungen ein,da ich auf meine Frage zur Auskunft,zwecks Schulabschluss,Berufausbildung keine Antwort bekommen habe.Meine Frage an Sie:Wie viele bewerbungen muss Sie vorweisen,damit ich weiss,das sich meine Tochter gekümmert hat,wegen einer Ausbildungsstelle,da Sie sich sagen kann,mein Vater kann ja zahlen,mir reicht ja der Unterhalt,wozu arbeiten gehen.Könnte ich bei unzureichender Anzahl von Bewerbungen,den Unterhalt einstellen bzw. das der Unterhalt ganz wegfällt.Vielen Dank für Ihre Bemühungen

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Mit Eintritt der Volljährigkeit besteht für Ihre Tochter in der Regel nur noch ein Unterhaltsanspruch, wenn und solange sie sicn in einer Ausbildung (Schule, Berufsausbildung, Studium) befindet. Es kommt daher, so Ihre Tochter von Ihnen Ausbildungsunterhalt verlangt, nur darauf an, ob sie sich in einer Ausbildung befindet: Befindet sich die Tochter nicht in einer Ausbildung, kann sie auch keine Zahlung von Ausbildungsunterhalt verlangen.

Nach Beendigung der Ausbildung kommt ein Unterhaltsanspruch regelmäßig nur bei Erkrankung oder Arbeitsunfähigkeit wegen Behinderung in Betracht. Ansonsten obliegt es ihrer Tochter, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen: Sie muss jede, notfalls auch berufsfremde Tätigkeit aufnehmen, um ihren Unterhalt bestreiten zu können.

Im Rahmen dieser Erwerbsobliegenheit wird von Ihrer Tochter verlangt, dass sie pro Woche mehrere Versuche unternimmt, einen Arbeitsplatz zu finden. Es können von ihr Bewerbungsaktivitäten im Umfang einer Vollbeschäftigung erwartet werden. Dies gilt auch dann, wenn Ihre Tochter bei Eintritt in die Volljährigkeit keine Ausbildungsstelle hat.

Bei Verstoß gegen diese Erwerbsobliegenheit ist der Tochter auf einen etwaigen Unterhaltsanspruch fiktives Einkommen, welches sie im Rahmen einer Vollzeittätigkeit erzielen könnte, anzurechnen.

Übrigens muss mit Eintritt der Volljährigkeit nunmehr auch die Kindesmutter für einen etwaigen Barunterhalt der Tochter anteilig aufkommen. Gemäß § 1606 Abs. 3 des Bürgerlichen Gesetzbuches haften mehrere gleich nahe Verwandte anteilig nach ihren Erwerbs- und Vermögensverhältnissen. Nur der Elternteil, welcher ein minderjähriges unverheiratetes Kind betreut, erfüllt seine Unterhaltsverpflichtung in der Regel durch die Pflege und die Erziehung des Kindes. Diese Möglichkeit des Betreuungsunterhalts endet mit Eintritt der Volljährigkeit. Ab diesem Zeitpunkt haften beide Eltern für den Barunterhalt des Kindes entsprechend ihres Einkommens.

Sie haben die Möglichkeit, zum Zwecke der Berechnung Ihres verbleibenden Unterhaltsanteils die Mutter aufzufordern, Auskunft über ihre aktuellen Einkommens- und gegebenenfalls auch Vermögensverhältnisse zu geben. Nach erteilter Auskunft können dann der Unterhaltsanspruch der Tochter und die entsprechenden Haftungsanteile beider Eltern berechnet werden.

Abschließend sollten Sie unbedingt folgendes beachten:

Besteht zugunsten Ihrer Tochter ein zeitlich nicht beschränkter Unterhaltstitel, aus dem gegen Sie die Zwangsvollstreckung hinsichtlich der Unterhaltsforderung betrieben werden kann, dann können Sie nicht einfach die Zahlungen einstellen. Sie müssen dann vielmher darauf achten, dass dieser Unterhaltstitel entsprechend abgeändert wird. Die Abänderung des Unterhaltstitels ist in aller Regel nur für die Zukunft möglich. Ist insoweit keine einvernehmliche Regelung möglich, müssten Sie eine Abänderungsklage gemäß § 323 der Zivilprozessordnung erheben. Denn eine "automatische" Anpassung des Unterhaltstitels erfolgt nicht.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de
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